Ziel: Potenzialausschöpfung
Standorte unterliegen einem dynamischen Wandel und Anpassungsdruck: insbesondere der richtige Umgang mit dem verfügbaren Standortkapital als Ressource wird für die Zukunft immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Es hat ein Wettlauf der Standorte („Gewerbesteuer-Kannibalismus") um Gewerbesteuerzahler begonnen. Dabei versuchen Standorte, sich gegenseitig Unternehmen abspenstig zu machen. Während der Steuerwettbewerb auf internationaler Ebene offen ausgetragen wird, verläuft dieser auf kommunaler Ebene auf einer niedrigeren Wahrnehmungsebene. Die Gewerbesteuer kann aber sehr wohl indirekt dazu beitragen, dass sich der Standortwettbewerb um Ansiedlung von Unternehmen zwischen den Kommunen weiter verschärft. D.h.: die vorhandenen Ressourcen müssen auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des Standortes optimiert werden. Gegenüber dem Management klassischer Produktionsfaktoren hat das Management der Standortfaktoren (speziell der "weichen Standortfaktoren" wie beispielsweise Image als Wirtschaftsstandort, Image als Wohnstandort, Umwelt, Lebensqualität und Sicherheit, unternehmensfreundliche und flexible Verwaltung) seine Zukunft noch vor sich. Im harten Wettbewerb um die Ansiedlung von Unternehmen genügt potentiellen Investoren der Verweis auf die Prosperität, hervorragende Infrastruktur und geografische Lage nicht mehr.
Es geht um die Lösung von Fragen wie beispielsweise:
- wie kann der Standort mit der Dynamik des ihn umgebenden Umfeldes mithalten?
- aus welchen individuellen und kollektiven Standortfaktoren setzt sich das Kapital des Standortes zusammen, auf das er bei der Lösung seiner Aufgaben zurückgreifen kann?
- sind die notwendigen Fähigkeiten vorhanden, um das vorhandene Potenzial produktiv nutzen zu können?
- wie kann man die vorhandenen Erfolgsfaktoren des Standortes bündeln und konzentrieren?
Mit diesen (und anderen) Fragen beschäftigt sich eine Reihe Standort-Publikationen von Jörg Becker, so u.a. in Form erster Grundsatzüberlegungen hierzu unter ISBN 978 3 8370 6240 3. Unter anderem wurde ein Konzept zur Non-Financial-Bilanzierung entwickelt, mit dem beschrieben werden soll, wie sich der Standort anhand der ihn aus-/kennzeichnenden (immateriellen) Faktoren im Wettbewerb/Markt, gegenüber Investoren/Standortinteressenten sowie gegenüber anderen Standorten (in der Nähe, aber im Rahmen einer sich globalisierenden Wirtschaft auch in der Ferne) positionieren will (Weiterführende Informationen mit Erstellerprofil: www.beckinfo.de) . Dabei geht es um die Feststellung der für den Standort relevanten Geschäftsprozesse und Erfolgsfaktoren. Auf Grundlage der beschriebenen Verfahren könnte untersucht und transparent gemacht werden, wie gut ein Standort tatsächlich aufgestellt ist und wo sich noch zusätzliche, möglicherweise brachliegende oder nur teilgenutzte Profilierungs- und Zukunftschancen verbergen. Hat man dabei die wesentlichen Standortfaktoren vergleichbar zu der Bilanzanalyse eines Unternehmens strukturiert, ist eine Grundlage geschaffen, um Komponenten der wirtschaftlichen Standortentwicklung auch für Dritte nachprüfbar bewerten und messen zu können.
Dipl.Kfm. Jörg Becker
E-Mail: Beck-Info@t-online.de