Inmitten der Sitzung zur Rettung der Hypo Real Estate am vergangenen Sonntag ging unser Bundesfinanzminister mit einer Aussage an die Öffentlichkeit, welche vor allem private Anleger und Sparer beruhigen sollte. Der Staat will eine Komplettgarantie für alle privaten Spareinlagen bei inländischen Banken übernehmen.
Was das genau bedeutet, wird erst klar, wenn man sich die entsprechenden Zahlen einmal anschaut. Oberhalb der gesetzlichen Grundsicherung von maximal 20.000 Euro pro Anleger und dies auch nur zu 90 Prozent gibt es eine Reihe von Haftungsverbunden und Sicherungsfonds, welche entweder in unbegrenzter Höhe oder aber betragsmäßig begrenzt für die Spareinlagen von Anlegern geradestehen.
Nach aktuellen Schätzungen haben die Deutschen 1.200 bis 1.600 Milliarden Euro auf Sparbüchern, Tages- und Termingeldern angelegt.
Selbst bei einem auf den ersten Blick so sicheren Angebot wie dem 1822direkt Tagesgeld-Konto, bei dem der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe ohne betragsmäßige Begrenzung für die Spareinlagen der Kunden haftet, ist es bis dahin fraglich gewesen, ob die Institute überhaupt so viel Geld hätten bereitstellen können.
Beim Sicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken gar sind aktuell etwa 3-5 Milliarden Euro im Topf. Das hätte im Extremfall noch nicht einmal für die Entschädigung der Anleger einer mittelgroßen Bank gereicht, von den Branchenriesen gar nicht erst zu sprechen.
Dadurch dass der Bund jetzt aber eine Garantie über geschätzte 1.000 Milliarden Euro gegeben hat, können Anleger wieder beruhigt schlafen, denn jetzt kann nur noch ein Staatsbankrott ihre Einlagen gefährden und in einem solchen Falle wäre alles Papiergeld relativ wertlos. Nebenher hat der Staat damit verhindert, dass Anleger voller Panik ihre Spareinlagen abgehoben und die Banken in echte Liquiditätsprobleme gebracht hätten.
Unter den aktuellen Aspekten kann daher diese Form der Geldanlage wieder uneingeschränkt empfohlen werden, solange sich das Geld auf dem Konto einer inländischen Bank befindet.
Daniel Franke