Dieter Redle berät Sportler
Immer mehr Sportler wollen auch im Winter draußen aktiv sein, allein schon, um ihre Fitness zu halten und um nicht unnötige Kilos zuzulegen. Außerdem erhöht beispielsweise moderates Laufen an der frischen Luft die körpereigenen Abwehrkräfte. Doch wer im Winter Sport treiben möchte, benötigt die richtige Bekleidung, welche, das hängt von der Sportart ab.
Die Unterwäsche sollte eine Funktions-Underwear sein. Deren Material hält den Trainingsschweiß vom Körper ab und verhindert, dass der Körper aus- bzw. verkühlt. Muskelverkrampfungen und Verhärtungen werden auf diese Weise vermieden, zudem sinkt das Risiko von Sportverletzungen wie Zerrungen. Die Funktionsunterwäsche lässt sich angenehm tragen. Baumwolle-Unterwäsche hingegen saugt Schweiß auf und bleibt nass – eine Erkältung wäre vorprogrammiert.
Jogger müssen im Winter vor allem ihren Oberkörper schützen, da die Beine aufgrund der Bewegung ausreichend warm bleiben. Über die Unterwäsche können zum Beispiel Sweatshirts aus elastischem Stretch-Fleece getragen werden. Wichtig ist ein hoher Kragen, der den Jogger oder Walker am Hals vor Wind und Kälte schützt. Bei Hemden, Hosen bzw. Trainingsanzügen ist darauf zu achten, dass die Passform stimmt. Sonst kann es passieren, dass die Bekleidungsstücke verrutschen und die Schutzwirkung ausbleibt.
Wie wasserdicht das Kleidungsmaterial ist, zeigt die so genannte „Wassersäule". Es gilt: Je höher die in Millimetern angegebene Wassersäule einer Bekleidung ist, desto wasserundurchlässiger ist sie. Reißverschluss und Nähte sollten gut verschweißt sein, nur dann bleibt es in der Bekleidung trocken und warm.
Die Kleidungsmaterialien sollten atmungsaktiv sein, dann leiten sie den Schweiß nach außen ab, halten die Haut trocken und der Körper kühlt nicht aus. Gut für den Sportler. Achtung aber: Selbst die beste Sportbekleidung hält die Körperwärme nicht auf Dauer. Pausen sollten daher nicht zu lange dauern!
Kopf und Hals reagieren sehr sensibel auf Kälte. Deshalb bedarf es im Winter einer wasser- und winddichten Kopfbedeckung. Beim Joggen reichen leichte Laufhandschuhe sowie ein Stirnband, das Ohren und Stirn vor Kälte schützt. Beim Handschuhkauf gilt es für Skifahrer und Snowboarder, darauf zu achten, ob sie damit problemlos die Bindungen der Snowboards und die Schnallen der Skischuhe schließen und öffnen können. Ein Sicherheitshelm sollte ebenfalls zur Ausrüstung gehören, ebenso eine verspiegelte und getönte Skibrille, um die Augen zu schützen. Für Jogger und Nordic Walker hingegen ist es aus Sicherheitsgründen wichtig, dass die Kleidung Reflektoren enthält, nur so sind sie gut zu sehen, falls sie abends laufen.
Wer im Winter beim Laufen nicht ausrutschen will, benötigt die entsprechenden Sportschuhe. Für diejenigen, die auf rutschigem Gelände unterwegs sind, empfehlen sich Trailschuhe. Diese Schuhe verfügen über ein stärkeres Sohlenprofil als üblich und sind mit Membranen ausgerüstet, die die Füße auch im Regen oder bei Schneematsch trocken halten. Spikes sollten angebracht werden, wenn die Laufwege extrem rutschig oder gar vereist sind. Sonst lässt der Spaß beim Laufen schnell nach, die Verletzungsgefahr steigt extrem. Beides wird niemand wollen, also bedarf es nicht nur einer wintergerechten Sportbekleidung, sondern auch der richtigen Sportschuhe, um gesund und fit durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Autor: Dietmar Redle
Dietmar Redle ist Nordic-Walking-Trainer, Lauf-Spezialist und Inhaber des gleichnamigen Sportfachgeschäfts in Dettingen/Iller und von Medi-Sport sowie Mitglied im Institut für Gesundheit und Prävention in Bad Waldsee.
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