Spielsucht im Casino
Das Internet bietet inzwischen eine riesige Plattform für Spieler aus der ganzen Welt, um einfach und zu jedem Zeitpunkt ihre Lieblings-Casino-Spiele zocken zu können. Unter den vielen Nutzern dieser Dienste gibt es aber auch jene, die nicht mit dem breiten Angebot an Internet-Glücksspiel umgehen können. Dann droht Suchtgefahr und damit sozialer Abstieg und Verschuldung.
Um für diese drohende Gefahr nun ein Bewusstsein in der öffentlichen Meinung zu bilden, wird am 10. November eine Tagung für Fachleute abgehalten, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Veranstalter der Tagung ist das Amt für soziale Sicherheit Solothurm, wo auch der Markus Schär arbeitet. Schär bekräftigt in seinem Kommentar zu der Veranstaltung noch einmal, wie wichtig es sei, die Öffentlichkeit für das Thema Spielsucht zu sensibilisieren.
„Viele Leute sind sich des Suchtpotenzials von Glücksspielen im Internet nicht bewusst, denn das Online-Angebot und damit auch die Zahl der Spielsüchtigen wird immer größer" erklärt der Mitarbeiter. Eine der Referentinnen bei der Tagung wird die Suchtexpertin und Therapeutin Ines Bodmer sein, die von der Idee der Veranstaltung grundsätzlich überzeugt ist. Sie arbeitet am Zentrum für Verhaltenssucht und hebt die Zugänglichkeit des Online-Glücksspiel als Problem hervor: „Man kann 24 Stunden am Tag spielen und muss sich dafür noch nicht mal die Schuhe schnüren."
Tatsächlich ist eines der großen Vorteile des Online-Casinos, dass man jederzeit spielen kann, was man möchte, ohne sich um Dresscode, Eintrittspreise oder Öffnungszeiten zu kümmern. Bodmer fügt hier hinzu, dass Menschen mit Hang zur Spielsucht, die bereits in Casinos eine Sperre erhalten haben, schnell und einfach zum Internet wechseln können. Was für gesunde Spieler einfach und praktisch ist, wird für gefährdete Süchtige zu einer fatalen Falle.
Dabei sind die Symptome für die Spielsucht sehr ähnlich denen, die auch bei anderen Abhängigkeiten auftreten. Die schlimmsten Folgen sind Symptome sozialer Verwahrlosung, wie der Verlust des Freundeskreises und der Arbeitsstelle. Häufig geht Spielsucht auch mit hoher Verschuldung einher. Dabei sind vor allem Männer und männliche Jugendliche betroffen, da diese Gruppe statistisch die meisten Fälle von Spielsucht aufzeigt. Man schätzt die Zahl innerhalb der Schweiz auf 121 tausend Spielsüchtige.
Um dieser Zahl Einhalt zu bieten, werden auf der Tagung des Amtes für soziale Sicherheit verschiedene Methoden vorgestellt, um damit umzugehen. Darunter auch Programme, die den Zugang zu Online Casinos für Betroffene und Gefährdete sperren. Bei den gesunden Spieler verursachen solche Regulierungen aber Empörung; man liest in vielen Kommentaren, dass man Kriminalisierung und Bevormundung befürchtet. Im November wird die Tagung zeigen, ob diese Befürchtungen zutreffen.