Die ökonomische Krise 2008/09 trifft die armen Staaten der Welt besonders hart - auch deswegen, weil sie zugleich eine Bankenkrise ist. Damit die Krise die wirtschaftlichen Fortschritte der vergangenen Jahre nicht zunichte macht, sind Spenden jetzt besonders wichtig.
Gerade während wirtschaftlich schlechter Zeiten sind viele soziale und humanitäre Organisationen stark auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Dies gilt besonders für diejenigen Organisationen, die sich für die Menschen in den "Entwicklungsländern" engagieren. Denn während die reichen Länder der Welt Krisenzeiten vergleichsweise gut überstehen können (und die Staatshaushalte in manchen Sektoren sogar investieren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln), haben die armen Länder keine vergleichbaren Ressourcen.
Ein besonderes Charakteristikum der Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 ist, dass sie zudem eine Bankenkrise ist. Dieser Umstand verschärft die Auswirkungen für die Entwicklungsländer, da jene Staaten - ohnehin mit geringer Bonität ausgestattet - nun noch größere Schwierigkeiten haben, Geld an den internationalen Finanzmärkten zu leihen. In der Zange zwischen taumelnder Wirtschaft einerseits und akuter Finanznot andererseits reduziert sich der geringe Handlungsspielraum der "Dritte-Welt"-Regierungen auf ein Minimum.
Die geschilderte Ausgangslage gefährdet die durchaus sichtbaren Fortschritte, die viele Länder in den zurückliegenden Jahrzehnten bei der Bekämpfung von Hunger, Armut und Analphabetismus erzielt haben. Gerade viele afrikanische Staaten hatten in der jüngsten Vergangenenheit - mit internationaler Hilfe, aber auch dank eigener Anstrengungen - gute Erfolge erzielt, die nun auf dem Spiel stehen. Daher ist es sehr wichtig, dass die Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung weiterhin nicht nachlässt, selbst wenn die persönliche Lage für manche Bundesbürger von der Wirtschaftskrise bedroht ist.
Sinnvoll sind in der Krise alle Unterstützungsmaßnahmen, die mithelfen, die lokalen Ökonomien zu stabilisieren und den akut in Mitleidenschaft gezogenen Menschen zu helfen. Zu letzteren zählen zum Beispiel
Spenden für Kinder, die von der zunehmenden Armut oft besonders schnell und stark betroffen sind. Allerdings freuen sich viele Spendenorganisationen besonders über solche Geldspenden, die keinem ausdrücklichen Zweck gewidmet sind, weil sich diese finanziellen Mittel flexibel einsetzen lassen.
Jürgen Reschke