(Online-Artikel.de) - Oder was die Norddeutschen schon immer über Spätzle wissen wollten
Spätzle oder Knöpfle kochen ist einfach
Soviel zum Anfang, Spätzle sind auf dem Vormarsch. Früher im alten Württemberg ein billiges Essen für arme Leute, heute eine schwäbische Spezialität die fast auf keiner Speisekarte mehr fehlen darf.
Was sind nun eigentlich Spätzle, viele Norddeutsche würden nun sagen: "Nudeln", nein Nudeln sind sie nun wirklich nicht. Spätzle werden stets frisch aus Teig gemacht, also nicht wie Nudeln vorher getrocknet und dann im Wasser gekocht. Und das ist das geniale daran, Spätzle werden frisch zubereitet und sind fertig sobald diese ins kochende Wasser fallen. Also alles in allem dauern Spätzle gerade mal 3 Minuten bis sie servierfertig sind. Wahrscheinlich die schnellste frisch zubereitete Beilage der Welt. Noch eines ist wichtig, Spätzle schmecken sehr gut.
Woher kommt nun der schlechte Ruf gegen den die Spätzle ankämpfen müssen?
Das liegt wahrscheinlich in der „Schwäbischen Mentalität" „Net gschimpft isch globt gnuah" Also auf deutsch, nicht geschimpft ist zur Genüge gelobt. Das einzige Kompliment das so eine „Schwäbische Hausfrau" bekommt, das auch nur einmal im Leben, ist: „Des send abr scheene Spätzla". ( Das sind aber schöne Spätzle) Diese Kompliment regt nun die „Schwäbische Hausfrau" zu immer größeren Höchstleistungen an. Da gibt es Frauen die stehen morgens um 6 auf, machen um 8 den Spätzleteig, der Teig soll ja ruhen, aber auch gut geschlagen sein, ja der Spätzleteig wird geschlagen, das heißt es wird Luft darunter gerührt?! Also wird er jedes Mal wenn die „Schwäbische Hausfrau" daran vorbeikommt ordentlich durchgeschlagen und dann darf er wieder ruhen, bis sie wieder vorbeikommt. So geht das Spiel denn bis 5 vor12 Uhr und dann wird die Masse mit allen möglichen Folterwerkzeugen, hauptsächlich dem Holzbrett oder der Kartoffelpresse, genannt Spätzle Schwob, zu Spätzle verarbeitet.
Schwerarbeit, aber die Hoffnung noch einmal vom geliebten Ehemann das berühmte Kompliment, „Des send abr scheene Spätzla" zu hören ist alle Mühe wert. Im Vertrauen, sie wird es nie mehr hören.
Stolz wie die „Schwäbische Hausfrau" nun einmal ist, erzählt sie nun aller Welt wie schwer es ist Spätzle zu machen und was sie alles so Tricks anwendet, damit der Teig auch wirklich zäh und schwer zu verarbeiten ist. Glauben Sie mir, jede „Schwäbische Hausfrau" macht aber dafür auch die allerbesten Spätzle die es gibt.
Weil nun jeder Norddeutsche mindestens einmal von einer „Schwäbischen Hausfrau" erklärt bekommen hat, wie schwer es ist Spätzle zu machen, lässt er lieber die Finger davon, und greift zu Fertigspätzle. Genau da beginnt das Dilemma, Fertigspätzle, egal ob aus der Tüte oder aus der Tiefkühltruhe schmecken nun mal einfach weniger gut. Was macht der Norddeutsche in so einem Fall, er sagt pfui und isst nie mehr Spätzle. Und er bleibt bei seiner Meinung, bis ich komme und zeige wie einfach Spätzle machen in Wirklichkeit ist…… In 3 Minuten sind diese nämlich ohne viel Mühe mit einem ganz einfachen Teig zubereitet, schmecken hervorragend und auch der Norddeutsche wird süchtig danach. Und: „Des send abr scheene Spätzla" würde er sowieso nicht verstehen.