Glamourfaktor am Strand - der Strassstein
Endlich, nach einem anstrengenden Semester an der Uni kann ich nun wieder ein paar Wochen die Beine hoch legen und der Welt zuschauen, wie sie sich weiter dreht. Ich habe zwar einiges vor, aber was meine Freizeit anbelangt, gehört da eindeutig nichts in die Kategorie Pflichten. Es geht die nächsten acht Wochen nur ums Können und nicht ums Müssen. Ein herrliches Gefühl, da es sonst eher heißt, Referate zu halten, Lerngruppen zu bilden und Klausuren zu schreiben.
Wenn sich der Sommer - wie zur Zeit - von seiner schönsten Seite zeigt, ist die Auswahl an Freizeitaktivitäten fast grenzenlos. Was dabei nicht fehlen darf, ist eine ordentliche Abkühlung. Konkurrenzlos ist dabei natürlich das Bad im kühlen Nass. In Berlin haben wir allein fast drei Dutzend Badeseen und noch diverse Badeanstalten dazu. Da dürfte es keinem schwer fallen, den richtigen Ort zum Planschen für sich zu finden. Mein Favorit ist und bleibt der Wannsee. Ich muss dafür zwar ein paar Kilometer mit der U-Bahn Richtung Potsdam fahren, aber ich werde jeden Tag aufs neue für diesen Weg belohnt. Man wird kaum glauben, dass man in einer Metropole wie Berlin Orte findet, wo man fast ungestört baden kann. Auf der anderen Seite gibt es dort aber auch genügend Hot Spots, wo es hoch her geht. Beides vereint sich auf die Seenlandschaft rund um den Wannsee. Je nach Lust und Laune, kann ruhig gechillt werden oder man macht Party am Strand.
Wer es ein bisschen lebhafter mag wird erkennen müssen, dass sich große Teile der Menschen an den Hot Spots mehr und mehr dem Körperkult verschreiben. Dazu gehört nicht zwangsläufig eine gute Figur. Ich meine eher den Hang zu Tattoos und Piercings. Ich kann nicht sagen wie viel Prozent der eher jüngeren Leute ein Tattoo oder ein Piercing haben, aber bestimmt mehr als jeder Zweite. Das ist sicher mehr als der Bundesdurchschnitt. Aber die Berliner waren schon immer ein wenig anders als die Menschen im Rest der Republik.
Was mir an einem Mädchen besonders aufgefallen ist, und was ich unbedingt nachfragen musste, war ihr Strasstattoo. Dabei handelt es sich aus vielen auf die Haut aufgeklebten Strasssteinen, die zusammen ein Motiv ergeben. Das ganze machte optisch bei dem Mädchen eine Menge her, denn sie funkelte wie ein Weihnachtsbaum. Mein Interesse ging soweit, dass ich mir ein paar Internetshops rausgesucht habe – www.gogoritas.com und www.strass.com – wo man sich die unterschiedlichsten Strasssteine bestellen kann. Dort kann man unter namhaften Herstellern wie Swarovski mit seinen CRYSTALLIZED™ - Swarovski Elements oder Unique wählen.
Als ich die kleinen glitzernden Strasssteine erstmals in den Händen hielt, begann ich, mit viel Liebe zum Detail ein Motiv auf mein Bauch zu kleben. Der große Vorteil an Strasstattoos ist übrigens, dass man die Strasssteine bei Nichtgefallen ganz einfach wieder entfernen kann. So kann man immer wieder neue Motive aus den gleichen Strasssteinen kreieren.
Wer den Glamourfaktor auf seiner Seite haben möchte, der kommt um den Strassstein nicht herum. Ob sich diese Art von Körperkult durchsetzen wird, ist mir ohnehin nicht wichtig. Ich trage was mir gefällt. Und zudem sehe ich nicht aus, wie jeder Zweite, sondern spezieller.