Das SOA Innovation Lab hat vier neue Arbeitsgruppen eingerichtet, um das Know-how der Mitgliedsunternehmen rund um Service orientierte Architekturen und Enterprise Architecture Management zu erweitern. Die Workstreams kümmern sich seit Mai dieses Jahres um die Themen Bebauungsmanagement, SOA und externe Services, formale Methoden für SOA und last, but not least um SOA Governance.
„Die Arbeitsfülle rund um SOA und EAM nimmt umgekehrt proportional zum abflauenden Hype um das Thema zu", bemerkt Dr. Karsten Schweichhart, Chefarchitekt der Deutschen Telekom und Vorstandsmitglied im SOA-Lab. Die neuen Arbeitsgruppen sind laut Schweichhart notwendig geworden, weil sich der Footprint von SOA und EAM in den Mitgliedsunternehmen stark vergrößert hat.
Beim Thema „Bebauungsmanagement" geht es darum, die Möglichkeiten des IT- Bebauungsmanagements besser zu verstehen und sie im Architekturmanagement sinnvoll einzusetzen. Dabei sollen innerhalb des Workstreams fünf Workshops die unterschiedlichen Facetten des IT-Bebauungsmanagement beleuchtet werden und den Mitgliedern als Best-Practices-Sammlung zur Verfügung gestellt werden. Falk Neubauer, IT-Architekt der Suva (Schweizer Unfallversicherung), leitet den Workstream, der bis Ende dieses Jahres erste Ergebnisse erbringen soll. „Der Kick-off hat gezeigt, wie virulent das Thema IT-Bebauungsmanagement in vielen Unternehmen ist. Die geplanten Workshops können dafür wichtige Impulse geben und somit neue Wege im eigenen Unternehmen aufzeigen", erklärt der Architekt.
Heute werden SOA und Business Process Management in erster Linie innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Doch mit der zunehmenden globalen Arbeitsteilung und der daraus resultierenden engen Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Firmen reicht das auf Sicht nicht mehr aus. Unternehmen müssen ihre Partner stärker in ihre Business-Prozesse einbinden und diese Prozesse automatisieren. Der Workstream „SOA und externe Services" untersucht die Voraussetzungen, um externe Services zu integrieren und zu automatisieren. Besonders die Konzepte Software as a Service und Grid-Computing werden auf ihre Potenziale, ihre semantische Integrierbarkeit und Prozess-Automatisierung hin untersucht. Workstream-Leiter Thomas Grimm, Enterprise Architect CRM Deutsche Telekom, erklärt, was die Arbeitsgruppe erreichen möchte: „Wir wollen herausfinden, wie sich SOA und BPM am effektivsten in Partner-Szenarios einbinden lassen."
Die Arbeitsgruppe „Formale Methoden für SOA" prüft verschiedene Modelle zur SOA-Beschreibung auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis. Der Workstream will dabei vor allem folgende Fragen klären: Was macht den Service-Begriff im Kern aus? Was bedeuten die Begriffe „Modularität" und „Wiederverwendung" in einem formal präzisierten Sinn? Die Ergebnisse des Workstreams dienen dazu, zu verstehen, wie sich die fundamentalen Begriffe einer SOA – "Service" und „Prozess" – in einer mathematisch präzisen Theorie wechselseitig bedingen. „Damit wird es möglich, zum Beispiel den Begriff der Verfeinerung von Schnittstellen exakt zu erfassen und mit dieser Methodik höherwertige Dienste zu gestalten", erklärt Dr. Wolfgang Mai, Chefarchitekt der Deutschen Post IT BRIEF, der den Workstream gemeinsam mit Dr. Rainer Schlör leitet, der ebenfalls als Enterprise Architekt bei der Deutschen Post IT BRIEF arbeitet. Das renommierte Münchner Institut für Software &Systems Engineering von Professor Dr. Manfred Broy unterstützt das Projekt maßgeblich.
Der Workstream „Governance" soll erarbeiten, wie sich SOA-Aktivitäten am besten steuern lassen. Das Ziel ist eine einheitliche Sicht der Mitglieder auf das Thema SOA-Governance, die schließlich in die Trainingskonzepte des SOA-Labs einfließen soll. Berko Engel, Workstreamleiter und Senior Experte bei DB Systel, erklärt dazu: „Von der SOA-Governance hängt zu großen Teilen der Erfolg einer SOA-Einführung ab. Wenn es uns gelingt, die Steuerungsparameter und -prinzipien unter den Lab-Mitgliedern einheitlich darzustellen, bietet sich die Möglichkeit, ein firmenübergreifendes SOA-Governance-Maturity-Modell abzubilden. Von diesem Expertenwissen können auch die Trainings des SOA Innovation Labs enorm profitieren."
Die neuen Workstreams sollen bereits im Dezember dieses Jahres konkrete Ergebnisse vorstellen. „Wir sind es unseren Mitgliedern schuldig, schnell Resultate zu liefern", erklärt Vorstandsmitglied Schweichhart die ehrgeizigen Zeitpläne.
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Über das SOA Innovation Lab
Das SOA Innovation Lab e. V. bietet Unternehmen ein exklusives Praxisforum, in dem anwendungsbezogenes Wissen zu SOA und Enterprise Architecture Management auf Augenhöhe ausgetauscht werden kann. Im Sinne einer "Knowledge Community" stehen dabei die Interessen und Fragestellungen der Unternehmen im Vordergrund. Unabhängiges Wissen, Erfahrungen aus konkreten Projekten und erprobte Vorgehensweisen werden aus erster Hand zugänglich gemacht. Heute zählt das SOA-Lab folgende Unternehmen zu seinen Mitgliedern: Bayer, Beiersdorf, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Fiducia, ITERGO, Suva,Volkswagen, Wacker Chemie, Zürich Versicherungs-Gesellschaft. Das SOA Innovation Lab ist offen für die Beteiligung weiterer Anwenderunternehmen. Weitere Informationen unter www.soa-lab.de