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So lesen Sie Unternehmensbilanzen...

Autor: florianbliefert | Erstellt am: 04.06.2011 | Gelesen: 798
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Mit einem Blick die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens erkennen und bewerten

Die Bilanz eines Unternehmens ist eine Momentaufnahme der wirtschaftlichen Situation. In ihr sind alle Vermögensgegenstände aufgelistet und sie zeigt auch, wie dieses Vermögen finanziert worden ist. Mit nur wenigen Schritten können Sie diese Informationen bewerten und beurteilen.

Dazu brauchen Sie neben der Bilanz noch Daten aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Beide Aufstellungen werden im Jahresabschluss eines Unternehmens zusammengefasst, der bei im Handelsregister eingetragenen Unternehmen öffentlich zugänglich ist. Daraus können Sie verschiedene Kennzahlen und Verhältnisse berechnen, die Ihnen helfen, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu erfassen.

Da es sich bei den Daten um eine Momentaufnahme handelt, können Sie diese jedoch nicht isoliert betrachten. Die volle Aussagekraft ergibt sich erst, wenn die Kennzahlen mit anderen Perioden verglichen werden. Diese Zeitreihen bilden die Entwicklung über verschiedene Rechnungsperioden ab. Es ist aber nicht nur wichtig zu wissen, wie sich das Unternehmen im Laufe der Zeit entwickelt hat, sondern auch, wie die wirtschaftliche Situation im Vergleich zu anderen Unternehmen der gleichen Branche ist.

Unterschiedliche Branchen stellen unterschiedliche Ansprüche an Unternehmen und diese spiegeln sich auch in der Vermögens- und Finanzierungsstruktur wieder. So unterscheidet sich die Finanzierungsstruktur eines Supermarktes erheblich von der eines Bauunternehmens, da beide ein komplett anderes Geschäftsmodell benutzen.

Doch welche Kennzahlen sollen Sie nun aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung verwenden? Die wichtigsten Informationen liefern Ihnen Kennzahlen zur Liquiditätslage und zur Rentabilität des Unternehmens.

Die Liquidität eines Unternehmens stellt seine Möglichkeiten dar, fällige Forderungen zu bezahlen. Diese Fähigkeit ist insofern wichtig, weil ein Unternehmen auch dann insolvent werden kann, wenn es Gewinne macht und ein großes Vermögen besitzt. Um diese Zahlungsfähigkeit zu messen, setzen Sie die liquiden Mittel und die kurzfristigen Forderungen des Unternehmens ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ist dieses Verhältnis kleiner 1, ist das Unternehmen momentan nicht in der Lage, alle seine kurzfristigen Forderungen, wie zum Beispiel Lieferantenrechnungen, zu bezahlen. Dies kann ein Warnsignal sein, dass das Unternehmen in absehbarer in Liquiditätsschwierigkeiten geraten kann.

Bei der Betrachtung der Rentabilität sollten Sie zuerst prüfen, ob das Unternehmen überhaupt Gewinn macht, also eine positive Rendite erwirtschaftet. Dann ist es interessant zu wissen, wie sich der Gewinn im Verhältnis zum Umsatz ausdrückt. Die Umsatzrentabilität gibt Ihnen an, wie viel Gewinn das Unternehmen von einem Euro Umsatz erwirtschaftet. Diese Kennzahl ist besonders aussagekräftig im Vergleich mit anderen Unternehmen der gleichen Branche. Stellen Sie zum Beispiel fest, dass Unternehmen A eine Umsatzrendite von 9% hat und Unternehmen B 5%, so erwirtschaftet A mehr Gewinn pro Euro Umsatz. Die Gründe dafür können höhere Margen sein, weil das Unternehmen höhere Preise im Markt erzielen kann, oder geringere Kosten aufgrund eines besseren Kostenmanagements. Dieser Vergleich bietet Ihnen erste Anhaltspunkte, wie effizient ein Unternehmen arbeitet.

Sie können bei der Bilanzanalyse eine Vielzahl von Kennzahlen errechnen und vergleichen, sinnvolle und unsinnige, aussagekräftige und weniger aussagekräftige, allgemeingültige oder branchenspezifische. Denken Sie jedoch immer daran – die Höhe einer Kennzahl alleine beantworten Ihnen keine Fragen. Sie müssen den Wert in einem entsprechenden Kontext betrachten, um sich eine Meinung zur wirtschaftlichen Lage zu bilden.

Autor: Florian Bliefert

 
 
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