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Skyfall: Ein Spion mit der Liebe zur Mutter

Autor: LenaKoch | Erstellt am: 02.01.2013 | Gelesen: 839
Kategorie: Musik - Kino & Entertainment | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Großbritanniens härtester Geheimagent gibt sich im Jubiläums Bond-Film Skyfall einem gnadenlosen Psycho-Trip hin.

Skyfall: Ein Spion mit der Liebe zur Mutter
Skyfall: Ein Spion mit der Liebe zur Mutter

Großbritanniens härtester Geheimagent gibt sich im Jubiläums Bond-Film Skyfall einem gnadenlosen Psycho-Trip hin. Vom Burnout über Kindheitstrauma bis hin zum Schwulsein macht Daniel Craig im neuen Bond so ziemlich alles mit. Sam Mendes, Regisseur des Action-Thrillers, gelang es einen ultimativen Kino Macho zu kreieren, der dem Zeitgeit angepasst ist, so sagt der Regierungsbeauftragte Mallory (Ralph Fiennes) mokant zu James Bond: "This is a young man´s job."

50 Jahre Geheimdienst haben selbst bei Britanniens Top-Agenten Spuren hinterlassen. Bei dem 23. Bond Abenteuer blickt man mit Schrecken über weite Strecken von Skyfall in das Antlitz von Hauptdarsteller Daniel Craig. Sein Teint ist balss, die Augenringe schwarz und es ziehen sich tiefe Furchen durch sein unrasiertes Gesicht. Daniel Craig zeigt sich nicht nur beim Schießtraining als geschwächter Geheimagent, doch was ist los? Ist der Agent 007 plötzlich am Ende?

Nicht ganz, doch Regisseur Mendes lässt Bond prutal mit dem Zeitgeist konfrontieren. Nicht nur die Anfangssequenz ist daher diesmal weniger explosiv als gewohnt, dafür jedoch um so schockierender. Bond wird bei einem Faustkampf auf dem Dach eines fahrenden Zuges von der Kollegin angeschossen und gilt als verschollen und "killed in action".

Ein Desaster das durch Bonds Chefin M (Judi Dench) ausgelöst wird, denn diese sitzt bei "Skyfall" nicht mehr nur ahnungslos im M16-Hauptquartier, sondern dirigiert alle Handlungen des Geheimagenten per Fernfunk. Sie gibt Nachwuchs Spionin Eve (Naomi Harris) die Anweiung zu Schießen, auch wenn dabei der eigene Mann getroffen werden könnte.

Als Bbond, der nach dem Schuss, als verschollen gilt, plötzlich doch wieder in London aufkreutzt erlebt er die Härte der moderene Arbeitswelt, denn sein Apartment wurde kurzerhand verkauft, Bond galt schließlich als tot. Doch Bond wird trotz Burnout wieder als 007 Geheimagent engagiert um den Bösewicht Silva, der ein abtrünniger M16 Agent ist, und Rache an M nehmen will, zu bewältigen. Mit theatralischer Grausamkeit und puren Wahnsinn erinnert Silva an Batmans Eerzfeind Joker.

Bond und Silva zwei enttäuschte Söhne der gleichen Mutter, die mit Gewalt und Gehorsam nach Aufmerksamkeit heischen. Vor allem in den letzten beiden Bond Filmen wurde die ambivalenz der von Zweifeln zerfressene Kampfmaschine immer stärker thematisiert. Daniel Craig erweist sich dafür einmal mehr als perfekte Besetzung.


Die Psychoanalyse bringt Sam Mendes in Skyfall zu einem fulminanten Abschluss. Denn statt einer veruchten Sexszene mit Bondgirl und femme fatal Bérénice Marlohe wird der gefesselte 007 vom homosexuellen Silver angemacht. Macho-Bond entpupp sich außerdem als Muttersöhnchen der am besten der einzige geliebte Prinz von Übermama M sein möchte.

Auf dem verwitterten Landgut von Bonds Eltern, das düster und malerisch in den schottischen Highlands liegt, kommt es dann zum Showdown von Action und Gefühlen. Bond bringt die in Nöten geratene M in das alte Landgut, wo ein Haushälter mit Jagdflinte das Haus hütete. Natürlich wird M in dem silbernen Aston Martin DB5 nach Schottland chauffiert, eine Hommage an Sean Connerys ersten Bond Auftritt vor 50 Jahren.

Bei aller Rasanz gelingt es Sam Mendes und dem großartigen Kameramann Roger Dekins einen stimmungsvollen Bond-Film abzuliefern, der Bonds Charakter im Befindlichkeits Zeitgeist des 21 Jahruhunderts verortet. Ein Mann darf hart und wild sein, sollte sich aber bewusst sein, warum er das ist. Damit zeigt Skyfall den Mut morerner Männlichkeit. Leider gibts bei Skyfall nicht mehr so viel zu lachen und auch mit den Bond-Girls scheint es nicht mehr so zu laufen wie einst bei Connery, Moore und Brosnan.

Ist das also doch eher ein Job für einen jüngern?...Wohl kaum, denn es braucht Lebensbildung gleichzeitig mit Handfeuerwaffe und Psychoballast hantieren zu können. James Bond muss im Jubiläums-Bond Skyfall so einiges an körperlichen uns seelischen Strapazen absolvieren, da swäre wohl nichts für einen abgeklärten Dandy sondern ist eher etwas für einen gereiften Romantiker auf Liebesentzug, der gerne die Drecksarbeit erledigt. Natürlich nicht für England, sondern nur für Mama.

Lena Koch

 
 
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