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Skandalöse 405 Tote: Durch Trinkwasser oder durch Lebensmittel?

Autor: soddemann | Erstellt am: 31.08.2008 | Gelesen: 1535
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Robert Koch-Institut Berlin RKI: 405 Tote durch Trinkwasser oder Lebensmittel von 2005 bis 2007

Das Umweltbundesamt Berlin UBA empört sich beim Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU e.V. über die Pressemitteilung von zwei BBU-Mitgliedsinitiativen, in der über vom RKI jetzt ausdrücklich bestätigte 405 Tote in Deutschland berichtet wird. Die 405 Toten sind durch Trinkwasser übertragbare Infektionen verstorben. Das UBA wörtlich: „Die "Todesfälle" der Tabelle in der Presse-lnformation durch "wasserübertragbare Krankheiten" sind nach Auskunft des Robert-Koch-lnstituts (RKI) lebensmittelbedingt. Wasserbedingte Erkrankungen erfasst das RKI nicht gesondert." Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann, Mitglied im Vorstand des BBU e.V.: „Die vornehmste Aufgabe des RKI muss die Epidemiologie von Infektionen, das Erkennen und Durchtrennen von Infektionsketten sein."

Deutsches Trinkwasser ist oft durch Fäkalien verunreinigt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnte kürzlich: „Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25 %, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen. Anderswo in Deutschland wird das kaum anders sein. Das UBA publizierte schon im März 2007, dass seit Inkrafttreten der geltenden Trinkwasserverordnung über häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien geklagt wird.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat 2007 über eine recht stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig publiziert. Professor Dr. med. Martin Exner, Ordinarius des Hygiene-Institutes der Universität Bonn und Vorsitzender der Deutschen Trinkwasserkommission unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, konnte Enterobacter cloacae vom Talsperrenwasser über die Trinkwasseraufbereitung bis ins Trinkwasser hinein verfolgen. Das UBA hat bei zwei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen nachgewiesen, dass deren Viruseliminationsleistung im Mittel 10.000-fach geringer ist als dies die Trinkwasserrichtlinie der Weltgesundheitsorganisation WHO bei Oberflächenwasser seit 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat ebenfalls schon 2004 in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Aachener Region humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% gefunden.

Trotz der großen, seit langem bekannten Gefahren von Infektionen durch Trinkwasser war die Deutsche Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bisher nahezu untätig. Dazu das UBA am 15.08.2008: „Zum Thema "Ultra-/Nanofiltration" und speziell zu "Viren im Trinkwasser" erarbeitet das Umweltbundesamt unter Anhörung der Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit derzeit eine Empfehlung. Ihre wichtigste Grundlage ist das neue Konzept der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Bewertung gesundheitlicher Risiken, die von Mikroorganismen im Trinkwasser ausgehen können." Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann vom BBU e.V. Vorstand: „Die WHO-Trinkwasserrichtlinie ist von 2004.

Es wird höchste Zeit, dass Gesundheitsministerin Ulla Schmidt endlich durchgreift. Ihre Trinkwasserkommission kennt die gravierenden Probleme mit der Trinkwasserhygiene. Sie unternimmt nur nichts Durchgreifendes. Die Wasserversorgungsunternehmen sitzen stimmberechtigt mit am Tisch. Ebenso Leiter von Hygiene-Instituten, die ihre Aufträge von den Wasserversorgungsunternehmen erhalten. Ich fordere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und die Trinkwasserkommission auf, endlich die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Das Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern ist ein Straftatbestand!"

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
 
 
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