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Sich selbst managen - Wozu denn das? Teil 5 Falsche Entscheidungen sind gut!

Autor: life-balance | Erstellt am: 08.11.2011 | Gelesen: 235
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Statt sich über eigene Fehler zu ärgern, sollten Sie sich darüber freuen - er bringt Sie Ihrem Ziel näher

Das kennen Sie sicher auch: Sie haben etwas entschieden und stellen dann fest "Das war ein Fehler"! Und schon ärgern Sie sich über ungewollte Konsequenzen. Fehler und falsche Entscheidungen geschehen immer wieder. Sie gehören zum Alltag. Das ist nicht weiter tragisch. Was allerdings niemanden weiterbringt, ist, sich darüber zu ärgern und es dabei zu belassen.

Das Wort "Fehler" ist im Allgemeinen negativ besetzt. Genau betrachtet handelt es sich dabei um die Folge einer Handlung, die nicht beabsichtigt war. Eine Fehleinschätzung, ein Irrtum. Wer sich dabei denkt: "So ist es nun einmal gelaufen, so bin ich eben!" oder "Ich habe kein Glück, da kann ich nichts machen" und die Sache damit auf sich beruhen lässt, vergibt sich große Chancen. Es bleibt alles wie gehabt. Was auch immer zu einer Falscheinschätzung und Fehlentwicklung geführt hat: das eigene Verhalten wird nicht hinterfragt. Die gute Begründung sich selbst gegenüber ist dann, dass wahrscheinlich die Umstände ungünstig waren.

Das ist schade. Wer sich dagegen sagt: "Dumm gelaufen, aber ich sehe mir den Fehler noch einmal genauer an!" ist dagegen klar im Vorteil. Selbst wenn sich etwas im Nachhinein als keine gute Entscheidung entpuppt, sollte jeder noch einmal über sämtliche vergangene Entwicklungen nachdenken. Und natürlich über seine daraus resultierenden Handlungen. Denn nur wenn Fehler oder ungünstige Verhältnisse oder auch Verhaltensweisen als solche erkannt werden, lassen sie sich beheben. Vielleicht erst beim nächsten Mal. Aber wer dies nicht analysiert, wird sein Verhalten und damit seine Entscheidungen nicht ändern.

Was gilt eigentlich als "Fehler"? Das Deutsche Institut für Normung, das uns die DIN-Standards liefert, definiert Fehler als einen "Merkmalswert, der die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt." Fehler gelten als "Nichterfüllung einer Anforderung". Eine Anforderung wiederum wird definiert als „Erfordernis oder Erwartung, das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist".

Eine selbst oder von anderen aufgestellte Erwartung wurde also nicht erfüllt. Als Folge davon machen sich schlechte Gefühle breit. Wer einen Fehler gemacht hat, schämt sich, fühlt sich ausgegrenzt und minderwertig. Die Schulzeit lässt grüßen. Fehler waren Anlass zu Tadel an unserer Person. Wir fühlten uns herabgesetzt. Unsere Fehler zeigten ganz offensichtlich, dass etwas nicht verstanden und gelernt wurde. Heute, als Erwachsener, sind wir froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist. Und doch passiert es immer wieder, dass wir uns eingestehen: Das habe ich falsch gemacht.

Noch einmal zurück zum Ausgangspunkt der Situation. Ein "Fehler" ist die Folge einer Handlung oder einer falschen Einschätzung einer Situation. Aus beidem resultierte ein Verhalten, dass nicht gewünscht war. Dem vorausgegangen sind Überlegungen, dass ein bestimmtes Ziel erreicht werden sollte. Leider wurde es nicht erreicht. Niemand konnte das Ergebnis kennen oder hundertprozentig voraussagen. Wann immer eine Entscheidung getroffen werden kann, es standen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Es hätte also auch eine andere Entscheidung getroffen werden können. Der gewählte Weg war eben nicht erfolgversprechend. Und genau bei dieser Betrachtung wird ein Aspekt nicht in die Überlegungen einbezogen: die gute Seite eines Fehlers. Dieser Weg, diese Entscheidung war nicht zielführend. Da niemand eine Entwicklung 100prozentig voraussagen kann, entscheidet jeder mit seinem derzeitigen Kenntnisstand nach besten Wissen und Gewissen.

Wer einen Fehler unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, empfindet ihn viel weniger als Fehler, sondern als eine Möglichkeit der Entscheidung und des Verhaltens. Wer sein Verhalten und weitere Entscheidungen an diese neue Erkenntnis anpasst, kann doch froh sein, eine wichtige momentan als negativ empfundene Erfahrung gemacht zu haben. Denn sie lässt ihn tiefer in die Materie einsteigen, das Gesamte immer ein wenig mehr und besser verstehen. Überlegen Sie sich also in diesem Sinne, ob ein "Fehler" - wie Sie meinen - der Ihnen bei einer Entscheidung passiert ist, nicht nur ein Weg war, der Sie nicht zum Erfolg geführt hat. Das nächste Mal versuchen Sie einen anderen Weg.

Zu dieser Erkenntnis kommen Sie allerdings nur, wenn Sie sich nochmals Gedanken über Ihre Entscheidung machen. Diese neuen Gedanken und Erfahrungen lassen Sie in den nächsten Entscheidungen und Ziele einfließen. Gehen Sie neutraler an Entscheidungen heran und fürchten Sie keine falschen. Sie bleiben offener für kommende Entwicklungen, ärgern sich nicht und kommen Ihrem gewünschten Ziel dennoch Schritt für Schritt näher.

Gisela Malasch
 
 
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