Serbiens Telekom hart umkämpft
In Serbien steht es hart zur Diskussion, die Telekom zu Privatisieren. Es geht dabei um den Verkauf von 51 Prozent des staatlichen Unternehmens und es gibt auch schon Interessenten. Die heißesten Favoriten für den Kauf der Telekom Srbija sind die Deutsche Telekom und die Telekom Austria. Somit wird das ringen um den serbischen Konzern zu einem Zweikampf, denn andere mögliche Käufer haben ihr Interesse inzwischen schon wieder verloren.
Beispielsweise zeigte sich auch die France Telekom Anfang interessiert an der serbischen Telekom. Auch die America Movil und Russlands Vimpelcom sollen Anfangs mit dem Ankauf des serbischen Unternehmens geliebäugelt haben. Inzwischen ist aber der Kaufimpuls bei diesen Marktteilnehmern wieder verklungen. Das liegt wohl vor allem daran, dass man nicht genau wisse, worauf man sich da einlässt: „Eine Übernahme wäre für uns interessant. Aber man weiß einfach nicht genau, wofür man zu welchen Bedingungen bieten soll" erklärt ein TA-Manager.
Dabei ist vor allem der Preis entscheidend, der von der serbischen Regierung veranschlagt wurde und von den Kaufinteressierten mit Skepsis beäugt wird. Mindestens 1,4 Milliarden Euro soll nämlich für die Privatisierung in die serbischen Kassen fließen. Die Regierung kann das Geld ausgesprochen gut gebrauchen, ist aber mit dieser Forderung weit davon entfernt, die Telekom Srbija um jeden Preis abzustoßen. Man hat bereits deutlich gemacht, dass man in Belgrad sich auch von der Idee, die serbische Telekom zu verkaufen, wieder verabschieden würde, wenn man nicht die gewünschte Summe erziele. Beobachter meinen, dass dieser Schachzug wohl daher zustande kommen würde, dass die Opposition die Verkaufspläne stark kritisiert. Der Regierung droht der Vorwurf, das serbische „Tafelsilber" zu verschleudern, wenn es zu Preiswert abgestoßen wird.
So wird der Poker um die serbische Telekom zu einen Kampf zwischen diesen drei Parteien – Deutsche Telekom, Telekom Austria und serbischer Regierung – wobei vor allem letztere mit verdeckten Karten spielen. Denn keiner der anderen Teilnehmer an der Partie weiß so recht, wie viel das Blatt der serbischen Regierung wert ist.