Wolfgang Riedel
Die Kurt Müller GmbH beschäftigt 12 Mitarbeiter und stellt Präzisionsdrehteile für Automobilzulieferer und Betriebe der Haushaltstechnik her. Aufgrund der schlechten Auftragssituation ist der Kontokorrentkredit in Höhe von 120.000 € am Limit. Daher beantragt der Geschäftsführer Kurt Müller bei seiner Hausbank eine Krediterhöhung um 50.000 €. Da Herr Müller bisher nur den Jahresabschluss und auf Wunsch eine Betriebswirschaftliche Auswertung (BWA) eingereicht hat, bekommt er zunächst einmal eine lange Aufgabenliste. Die Anforderungen der Bank reichen von der Jahresplanung, Soll-Ist-Vergleich, Aufgliederung nach Geschäftsbereichen bis zur Liquiditätsplanung. Bis die Unterlagen fertig gestellt sind, vergehen vier Wochen, in denen der Kreditantrag nicht bearbeitet wird. Erst nach Prüfung der eingereichten betriebwirtschaftlichen Daten findet nach weiteren zwei Wochen ein Gespräch über den Kreditwunsch statt. Die Kreditgenehmigung erfolgt genau zwei Monate nach der Beantragung durch Herrn Müller.Was ist schief gelaufen?
In einer Umfrage des Bundes der Selbstständigen (BdS) gaben 44 Prozent der befragten Firmen an, dass es deutlich schwerer geworden ist einen Kredit zu bekommen. Aufgrund der befürchteten Pleitewelle haben Banken erhöhte Anforderungen an die Kreditvergabe. Ohne detaillierten Check der wirtschaftlichen Zahlen erfolgt keine Kreditvergabe. Mittlerweile werden für kleine Betriebe, wie die Kurt Müller GmbH, die gleichen Unterlagen gefordert wie von großen Betrieben. Das ist ein Grund, warum kleine Unternehmen derzeit besonders schwer an Kredite gelangen.
Größere Betriebe versorgen ihre Banken seit langem regelmäßig mit betriebswirtschaftlichen Zahlen, so dass jederzeit Transparenz über Entwicklung vorliegt. Kleine Firmen reichen der Bank nur nach Aufforderung und meist zähneknirschend ihre Zahlen ein. Um bei einem Kreditbedarf keine Zeit zu verlieren, ist es daher auch für kleine Betriebe notwendig ein Informationssystem für die Banken, das so genannte Bankenreporting aufzubauen. Der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes Roßwog sagt dazu: "Wer erst kommt, wenn die Liquiditätsklemme unverkennbar ist, handelt seiner Bank gegenüber unfair und vor allem unklug".
Die regelmäßige Einreichung folgender Unterlagen ist mindestens erforderlich:Jahresplanung, BWA mit abgegrenzten Waren und halbfertigen Arbeiten, Soll-Ist-Vergleich, Hochrechnung auf Jahresende, Planung für mindestens ein Folgejahr. Bei einer erkennbaren Liquiditätsklemme sind auch die Einreichung einer Liquiditätsplanung und ein Zukunftskonzept erforderlich.
Für kleinere Firmen ist es schwierig diese Unterlagen selbst zu erstellen und auch der Steuerberater kann nicht in der erforderlichen Tiefe in den Betrieb eindringen. Zur Unterstützung gibt es Experten, z.B. von
www.riedexco.de, die Unternehmen beim Aufbau eines Bankenreportings unterstützen und das Reporting regelmäßig, in der Regel alle drei Monate, durchführen. Selbstverständlich erfolgt auch eine Begleitung zum Kreditgespräch in der Bank.
Die aufbereiteten Firmenunterlagen helfen nicht nur der Bank bei der Kreditentscheidung, sondern auch dem Unternehmer bei der Steuerung seiner Firma. Die regelmäßige Einreichung von Unterlagen ergibt noch keine automatische Kreditzusage der Bank, aber es hilft Vertrauen zu schaffen und beschleunigt die Kreditzusage.
Wolfgang Riedel