Meine erste Begegnung mit Schweden hatte ich 1972, da war ich knapp vierzehn Jahre alt. Meine Eltern hatten ein Sommerhaus in Dänemark gemietet, wollten das Urlaubsdomizil aber nicht auf direktem Weg ansteuern. Wir fuhren statt dessen durch Norwegen und Schweden. Zunächst ging es mit der Nachtfähre von Kiel nach Oslo, von dort über die Autobahn E6 nach Göteborg und weiter nach Helsingborg, um schliesslich mit der Fähre ins dänische Helsingör überzusetzen. Der kleine Umweg dauerte eine Woche.
Drei Tage davon verbrachten wir in Göteborg. Der Kurzaufenthalt an der schwedischen Westküste beeindruckte mich so sehr, dass ich 25 Jahre später nach Schweden auswanderte. Dazwischen lagen unzählige Ferien- und Studienaufenthalte im grössten Land Skandinaviens. Was faszinierte mich damals als Vierzehnjährigen? Es waren nicht allein die blonden Mädchen. Es herrschte eine allgemein lockere und entspannte Stimmung, die wohl viel mit der Sommerwärme und den hellen Nächten zu tun hatte. Ich war schlagartig in Göteborg und dieses Land verliebt.
Vielfältige Aktivitäten und Attraktionen für Kinder
Für einen Vierzehnjährigen gab es in Göteborg nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu erleben. So zum Beispiel auf Liseberg, einem Vergnügungspark ähnlich dem Tivoli in Kopenhagen. Mir machte der Flume Ride besonderen Spass, eine Berg- und Talbahn mit Holzstämmen, die bis zu 60 km/h schnell auf Wasser surfen. Diese Göteborger Attraktion zieht heute wie damals Einheimische und Touristen an. Kinder können sich auf Liseberg einen ganzen Tag lang austoben, ohne dass ihnen langweilig wird. Stockholm hat sein Pendant dazu, Gröna Lund. Dieser Vergnügungspark liegt direkt am Wasser und bietet abends einen herrlichen Blick auf die Altstadt der schwedischen Hauptstadt.
Theaterpark Astrid-Lindgren-Welt in VimmerbySchweden hat im Sommer eine grossartige Menge und Vielfalt an Attraktionen für Kinder zu bieten: Spassbäder, Theaterparks wie
Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby, Sandstrände, Inselleben in den Schären Göteborgs oder Stockholms, Museumsbesuche, Flohmärkte, Ritterspiele und Mittelaltertage, Angeln, Kanu fahren, Bootsausflüge, Bauernhofbesuche, Blaubeeren, Walderdbeeren oder Pfifferlinge sammeln – die Möglichkeiten im schwedischen Sommer sind unerschöpflich.
Kinder sind willkommen
Das Angenehme am
Urlaub mit Kindern in Schweden: Kinder sind überall gern gesehen, auch in "feinerer Umgebung". Kindermenüs und Kinderstühle, Kindervergünstigungen und Kinderbetreuung sind alles keine Fremdwörter in Schweden. Insgesamt geht es erholsam und stressfrei zu – ruhiger als in manchen überlaufenen Urlaubszielen Südeuropas.
Blaubeeren sind sooo leckerEine Familie mit Kindern kann zudem preiswert in Schweden Urlaub machen, wenn sie ein Sommerhäuschen, eine "stuga", mietet. Die Kosten liegen je nach Ausstattung, Lage und Saison bei 400 bis 1.000 Euro pro Woche, aber es gibt auch billigere und teurere
Ferienhäuser in Schweden. Die Lebensmittel- und Restaurantpreise sind nicht mehr so hoch wie früher. Oft liegen sie nur noch knapp über deutschem Niveau.
Einziger Nachteil eines Sommerurlaubs in Schweden: Als Eltern muss man damit rechnen, dass die Kinder abends einfach nicht ins Bett wollen. Es gibt noch so viel zu entdecken, und die Nacht wird nicht dunkel.