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Schwarze Pädagogik als Erziehungs-Modell ist gescheitert. (Teil 2)

Autor: WolfgangSchwalm | Erstellt am: 29.05.2010 | Gelesen: 1598
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wie sich die Er-Ziehungs-Gedanken noch heute praktisch auswirken.

Wir werden heutzutage über Vorkommnisse aus Internaten, Heimen, Schulen und Kasernen informiert, die der humanistisch aufgeklärte Zeitgenosse dem finsteren Mittelalter zuordnen würde. Schwarze Pädagogik als Menschen- und Erziehungsmodell, mit Zucht, bedingungslosem Gehorsam und Unterwerfung wurde von kirchlichen und weltlichen Erziehern an den ihnen anvertrauten jungen Menschen-Kindern mit verheerenden psychischen Langzeit-Folgen angewandt.

Als 61-jähriger kann ich ein eigenes „Lied" davon singen. Hier ein Abriss meines Lebensweges.

Anmerkung: Ich werde hier nicht auf Einzelheiten meiner Kindheit mit Schwarzer Pädagogik eingehen. Leiden geschieht individuell und kann sowieso nicht nachvollzogen oder geteilt werden!

Meine biologische katholische Mutter gab mich 1949 schon vor der Entbindung zur Adoption frei.

Nach gut einem Jahr als Säugling in einem katholischen Kinderheim wählten mich meine katholischen Adoptiveltern (geboren 1923 und 1924) aus. Für ca. 2,90 DM Adoptionsgebühren bekamen sie die „Besitzrechte" über mich.

Meine neuen Eltern waren durch das tausendjährige Reich psychisch deformiert. Sie wurden durch die Schwarze Pädagogik in der Familie, Schulen, Beruf und dem National-Sozialismus auf das Dritte Reich und seinen Krieg vorbereitet. Vom 1.9.1939 bis 8.5.1945 gingen sie durch diese Hölle. Kein Psychologe bereitete sie danach auf das normale Leben vor. Mit ihren Traumata stützten sie sich gegenseitig. Der 8. Mai 1945 war für sie ein Tag der Niederlage, kein Tag der Befreiung!

Die Schwarze Pädagogik, als gesellschaftliches Erziehungsmodell, war ein wesentlicher Grund warum Adolf Hitler (1889-1945) 1932 per freier Wahl (30 %, 4 Jahre später ca. 39 %) als Fraktionsvorsitzender der NSDAP ins Parlament kam und am 30.1.1933 durch Ernennung Reichskanzler wurde. Die Menschen kannten die künftigen Demütigungen und Entmündigungen schon aus ihren Elternhäusern. Herr H. und seine Kumpane wurden ebenfalls in der Tradition der Schwarzen Pädagogik aufgezogen. Deshalb waren sie für die Wahlberechtigten ´wie die eigenen Eltern!´ Ihnen folgten sie ´blind´ und traten massenhaft den neuen Organisationen bei, als er seinen zentralistischen Einheitsstaat organisierte. Die beiden diktatorischen Massenmörder Hitler (kath., 60 Mill. Tote) und Stalin (kath., Jesuitenschüler, 40 Mill. Tote) praktizierten das an ihnen angewandte Erziehungsmodell auch in ihren National-Sozialistischen Staaten.

„Wer sein Kind lieb hat, der hält es stets unter der Rute, dass er hernach Freude an ihm erlebe." (Sirach 30,1)

„Schule muss wie Medizin bitter sein, damit sie wirke." (Feuerzangenbowle)

Meine Eltern wollten 1950 ein arisch reines deutsches Baby, um ihr bis dahin staatlicherseits verpfuschtes Leben und ihre junge Ehe in eine glückliche deutsche Zukunft zu führen. Dieses Glück sollte ein Adoptivkind verkörpern. Eine unerfüllbare Anforderung! Denn ein Adoptivkind ist psychisch durch das Trennung-Trauma (Ur-Vertrauens-Verlust) stark belastet. Hier trafen also die psychisch belasteten neuen Eltern auf ein Trennungs-Opfer. Ein Trauerspiel nahm seinen Lauf.

Es gibt heute 2 Arten von Traumatisierten als Folge des sog. tausendjährigen Reiches:

  • Die Traumatisierten in Folge der in-direkten Kriegsauswirkungen (und der Schwarzen Pädagogik).
  • Die Traumatisierten in Folge (nur) der Schwarzen Pädagogik (Er-Zieher-vor-Kind-Prinzip, psychischer und physischer Missbrauch: Gefühllosigkeit, Gehorsam, Zwang, und Härte).

Wir sehen 2010 noch immer die Folgen der praktizierten Schwarzen Pädagogik (Kath. Kirche, Schulen, Alten-Heime, Anstalten, Gefängnisse usw.), für die der 2000 Jahre alte Katholizismus (Prinzip der Erbsünde: jeder Mensch ist von Natur aus schlecht) vor ca. 300 Jahren die theoretischen Grundlagen lieferte.

In der Freudschen Tiefen-Psychologie herrscht bekanntlich das mechanistisch-kybernetische Menschen-Bild bis heute vor: Der Mensch als kranke reparaturbedürftige Maschine. Die Liebe ist bis ein nahezu vollständig vernachlässigtes Gebiet der Tiefen-Psychologie. Gefördert hat dieses Bild die analoge Denkweise die dem Säuge-Tier Mensch eine negative (kein Natur-Kriterium) triebgesteuerte Verhaltensweise (Regelung) ermöglicht. Allerdings ist der Mensch nicht Teil der Nahrungskette und er kann durch digitales humanes Denken sein Verhalten steuern! Gegenwärtig rund 40 Kriege weltweit zeigen uns unsere animalischen Säuge-Tier-Anteile.

Erinnern wir die Eckpunkte der Schwarzen Pädagogik (Auszug):

  • Die Erwachsenen sind die Be-Herrscher ihrer abhängigen Kinder.
  • Die Erwachsenen bestimmen über Recht und Un-Recht wie Götter.
  • Ihr (Menschen-)Kinder-Hass stammt aus ihren eigenen früheren ungelösten Konflikten, für die die Kinder verantwortlich sind.
  • Die Eltern sind immer zu schützen.
  • Die Kinder-Gefühle sind für die Eltern und den Herrscher eine Gefahr.
  • Man muss den Kindern so früh wie möglich ihren Willen nehmen.
  • Die Unterdrückung des Kindes muss sehr früh beginnen, damit das Kind nichts merkt und alles für normal hält.

Die Mittel der Unterdrückung alles Lebendigen (Auszug):

Lügen, Manipulation, Liebesentzug, Isolierung, Demütigung, Verachtung, Beschämung, Gewaltanwendung bis zur Folter, …

Die den Kindern bewusst tradierten Meinungen (Auszug):

  • Eltern verdienen a priori Achtung.
  • Zärtlichkeiten sind schädlich.
  • Härte und Kälte sind eine gute Vorbereitung fürs Leben.
  • Der Körper ist etwas Schmutziges und Ekelhaftes.
  • Eltern (Familie, Kirche, Staat) haben immer Recht.

- Schon 1748 schrieb J. Sulzer: … in den ersten 2 Jahren … Gewalt und Zwang brauchen kann. Die Kinder vergessen mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist. ... erinnern sie sich hernach niemals mehr, dass sie einen Willen gehabt haben.

- J. G. Krüger: ...wenn er seinen Kopf aufsetzt: Dann prügle ihn, Dann lass ihn schrein … ein solch Ungehorsam ist ebensogut, als eine Kriegserklärung gegen eure Person.

Quelle: Alice Miller, Am Anfang war Erziehung, suhrkamp taschenbuch

Für die BDM-Mädchen, also auch für meine Mutter, gab es folgende aktuelle Bücher als Orientierung für die Kindererziehung:

- Johanna Haarer: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind, 1934; Unsere kleinen Kinder, 1936; Mutter – erzähl von Adolf Hitler, 1939) Frau Haarer schrieb noch bis in die siebziger Jahre Erziehungsbücher – in gleichem Geist.

Für die Jungen gab es den Arbeitsdienst und dann die Wehrmacht mit dem dort vermittelten Welt- und Menschenbild vom Über- und Unter-Menschen.

Zur Hochzeit gab´s kostenlos das Führer-Buch ´Mein Kampf´, Volksausgabe.

Meine Adoptiv-Eltern wandten, so vermeintlich bestens auf ihre (NS-)Elternschaft vorbereitet, bis zu meiner Pubertät eine Kombination von physischer und psychischer Gewalt an – so wie es auch an ihnen praktiziert wurde! Sie benutzten sogar dieselben Worte. Sie verachteten und verfolgten das schwache Kind in sich indem sie mich demütigten! Sie unterdrückten das Lebendige, Kreative und Emotionale in sich und in mir! Dies machte aus mir zunächst einen autistischen Einzelgänger. Das sie ihre eigene Lebens-Qualität durch ihr negatives Verhalten opferten fiel ihnen nie auf.

Drohungen, Beleidigungen, Liebes- und Zuwendungs-Entzug, Prügel, Ecken stehen, Essens-Entzug, Verbrühungen, Fesselungen usw. usf. mit zwanghaftem gottgefälligem christlichen Kontroll- und Ordnungs-Trieb. In der Familie wurde jeder darüber informiert, dass ich das personifizierte Böse sei, dass einer besonderen Aufmerksamkeit und Härte bedürfe, für die Gott die Kräfte liefern würde. „Wir machen das alles nur zu deinem Besten!" So sah sich niemand veranlasst mir zu helfen. Da alle im sozialen Umfeld so dachten und handelten, waren meine Eltern die Guten!

Noch 1958 musste ich in der kath. Grundschule einen Ariernachweis, ihm Rahmen einer Ahnenforschung, erstellen, von den Eltern unterschrieben.

Wirklich schlimm waren mit den Jahren nicht mehr die körperlichen Züchtigungen, sondern die Lieblosigkeiten (an die gewöhnt man sich nicht). Ich nahm es zunehmend leichter, wenn ich verprügelt wurde, denn dann beachteten sie mich wenigsten!

Mit 18 Jahren kam es zu einer Situation, in der ich fast meine Eltern getötet hätte …

Als ich im letzten Augenblick die Erleichterung durch die bevorstehende Tat spürte, konnte ich rational meine Emotionen steuern: morden ist die Wandlung von Frust-Energie in Lust.

Aber ich liebte mich und meine Freiheit mehr als sie …

Ihre Un-Einsichtigkeit, dass sie meine Lebensprobleme in rund 17 Jahren verursachten, wurde für mich in der Folge unerträglich. Ich trennte mich für viele Jahre von ihnen.

Insgesamt ca. 30 Jahre benötigte ich danach zur Bewältigung meiner Lebens-Krisen ...

Verzeihen, vergeben und vergessen konnte ich nicht!

Ich konnte die Einstellung von Hass gegenüber meinen Eltern auf … Verständnis für ihre eigene Opferrolle wandeln. Durch Eigenstudium hatte ich mir die not-wendigen psycho-sozialen Er-Kenntnisse dazu erworben. Meine Eltern waren selbst Missbrauchte der Schwarzen Pädagogik! Verziehen hätte ich, wenn sie für ihr Verhalten die christlich-humane Verantwortung übernommen und ihren Irrtum eingeräumt hätten. Schließlich konnte ich durch ihr Verhalten meine Ressourcen (Talente) lange nicht nutzen! Was hätte aus mir, bei entsprechender Förderung, alles werden können?

Ich unterbrach diesen Opfer-Täter-Kreislauf, indem ich bewusst kinderlos blieb!

Mit zunehmender Entwicklung unserer Individualgesellschaften wandelte sich das Menschenbild von der Schwarzen zur Weißen Pädagogik (Kind-vor-´Erzieher`/Entwicklungs-Begleiter-Prinzip). Maßstab dafür wurden in der UNO die Menschenrechte (Vertrauen statt Misstrauen, Selbst-Verantwortung, Gesetze statt Ehre).

Die alte Philosophie finden wir heute immer noch vor (Auszug):

  • In allen dogmatischen -ismen (Religionen, Politiken, Traditionen). Und - im deutschen Management heißt es noch immer: Kontrolle, Kritik (statt Lob) und Korrektur – bis zum E-Mobbing etc.
  • Selbst im Fernsehen gibt es immer noch die Frage: „Was ist denn in dich gefahren?" Eine typische Frage der kath. Exorzisten und der Schwarzen Pädagogik.
  • Alle staatlichen Verwaltungen, in unserer Konsens-Demokratie, praktizieren das ´paternalistische Führungsprinzip (Befehl und Gehorsam) der Klan-Gesellschaften (BfA, Sozialämter, Bundeswehr usw. usf.).´ Als ´Korrektiv´ dienen unsere Verwaltungs- und Sozialgerichte etc.

Abschließend fordere ich alle Eltern auf: begleiten und fördern sie Ihre Kinder .. sie gehören Ihnen nicht, sie sind Ihnen nur geliehen! Ihre Kinder werden sich an ihre Kindheit erinnern ... wenn Sie alt sind!

Ich empfehle noch meinen OA-Artikel: Der einzige Weg aus einer schweren Lebens-Krise!

Teil 1: Schwarze Pädagogik als Er-Ziehungs-Modell ist gescheitert

Wolfgang Schwalm >WSchwalm@gmx.de< >wuala.com/WSchwalm<

 
 
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