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Schule der Zukunft - Horizonte erweitern

Autor: HeikoKoelle | Erstellt am: 09.03.2010 | Gelesen: 496
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Lernen wird in Zukunft soziale Kompetenzen und die emotionale Intelligenz berücksichtigen müssen

Ob ein Kind die Fähigkeiten die Schule zu meistern mitbringt, ist natürlich nicht einzig und allein abhängig von der Gestaltung des Unterrichts in Schulen. Die Grundbausteine für die Schulreife beruhen auf   der elementaren Fähigkeit lernen zu können. Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen schon längere Zeit darauf hin, dass Erfolg in der      Schule in erstaunlichem Umfang von emotionalen Eigenschaften abhängt. Diese emotionalen Fertigkeiten werden, wie auch die kognitiven Kompetenzen, in den Jahren geformt bevor die Kinder in die Schule kommen. In der Schulzeit lassen sich die kognitiven und die emotionalen Fähigkeiten aber noch sehr gut beeinflussen und Sie bilden eine wesentliche Grundlage für das gesamte Lernen. Das National Center for Clinical Infant Programs stellt fest, dass der Schulerfolg weniger vom Faktenwissen oder einer vorzeitigen Lesefähigkeit abhängig ist, bedeutender sind vielmehr emotionale und soziale Kompetenzen.

Um in der Lage sein gut zu lernen muß das Kind selbstsicher sein, einschätzen können welches Verhalten von ihm erwartet wird, Impulse störendem Verhaltens erkennen und abstellen können, die Fähigkeit zu warten beherrschen, in der Lage sein Anweisungen befolgen zu können und die eigenen Bedürfnisse zu äußern, um mit anderen Kindern friedvoll zu interaggieren. Fast allen Schülern, die in der Schule weniger gut abschneiden fehlt mindestens eins dieser Elemente der emotionalen Intelligenz.

Gerne beschreibe ich Ihnen die sieben wichtigsten Bausteine der emotionalen Intelligenz und behandle aufgrund des geringen Umfang dieses Artikels exemplarisch die Bedeutung eines einzelnen Bausteins für den Schulerfolg, für ein besseres Lernklima in Schulen, den späteren beruflichen Erfolg und ein kooperatives erfülltes Leben.

Selbstvertrauen als ein Gefühl den eigenen Körper, sein Verhalten und die Welt kontrollieren zu können. Ein Gefühl das eigene Handeln wird in der Regel gelingen und Erwachsene werden unterstützend zur Seite stehen. Neugier ist ein Gefühl, das es positiv ist und Freude mit sich bringt etwas zu erforschen. Intentionalität ist der Wunsch und Fähigkeit eine Wirkung zu erzielen und beharlich daran zu arbeiten, es ist ein Gefühl der Kompetenz. Selbstbeherrschung ist die Fähigkeit das eigene Handeln entsprechend dem Alter regulieren und kontrollieren zu können. Verbundenheit ist die Fähigkeit sich auf andere einzulassen, sie basiert auf dem Gefühl von anderen verstanden zu werden und andere zu verstehen. Kommunikationsfähigkeit als Wunsch und Fähigkeit sich über Ideen, Gefühle und Vorstellungen  auzutauschen. Die Kommunikationsfähigkeit hängt mit dem Gefühl des Vertrauens zu anderen und der Freude sich auf andere einzulassen zusammen. Kooperationsbereitschaft als die Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen anderer in gemeinsamen Aktivitäten abzustimmen.

Schon 1982 wurde in Metanalysen die Bedeutung von Selbstkonzepten und dem Selbstwertgefühl belegt. Neben kognitiven Kompetenzen wie Intelligenz und Vorwissen, zählen Selbstkonzepte zu denjenigen Größen die am engsten mit schulischen Leistungen im Zusammenhang stehen. Noch nicht hinreichend geklärt ist wie der Zusammenhang zustande kommt. Wir wissen aber, dass Selbstkonzepte zur lern- und leistungsbezogenen Erwartungsbildung beitragen, die wiederum durch Emotionsabläufe und Motivationsabläufe beeinflusst werden.

Emotionen dürften einen erheblichen Einfluss auf Motivations- und Kognitionsabläufe beim Lernen haben. Unsere Stimmung nimmt Einfluß darauf, welche Anteile von verfügbaren kognitiven Ressourcen zur Bearbeitung von Lernaufgaben und welche Anteile der kognitiven Ressourcen für Prozesse der Selbstregulation verwendet werden. Wenn Schüler durch Streitereien und Konflikte, schleche Leistungen oder familiäre Konflikte negativ emotional belastet sind, wirkt sich dies auf den Lernprozess störend aus. Wenn die emotinale Belastung nicht aufgegriffen und durch Emotionsarbeit verändert wird, kann eine ganze Unterrichtseinheit oder ein ganzer Schultag für den Schüler verloren sein. Bei hoher negativer Emotionsintensität werden dysfunktional viele Ressourcen für Regulations-aufgaben verwendet und aufgabenbezogene Lernprozesse werden blockiert. Die negative Belastung wirkt einschränkend auf die Leistungsfähigkeit und das wirkt sich wiederum negativ auf das Selbst-wertgefühl und das Selbstkonzept aus.

Uns liegt am Herzen, die langfristigen Aussichten für die heutigen Kinder und Jugendlichen auf ein stabiles und fruchtbares Leben zu erhöhen. Das Training der emotionalen Intelligenz kann durchaus bei Prüfungsangst und Schulangst förderliche Effekte erzielen, indem die durch Angst enstehende aufgabenbezogene Aufmerksamkeit wieder auf das ursprüngliche Niveau angehoben wird. Coleman empfiehlt die Schulung der emotionalen Intelligenz und der sozialen Kompetenzen um Rückzug oder sozialen Problemen, Konflikten, Ängsten und den damit verbundenen Sorgen und Befürchtungen entgegen zu wirken. Durch das Training der emotionalen Intelligenz können delinquentes Verhalten und Aggressionen nachweislich verringert werden. Als vielversprechend Ansatz wird die Umstellung des Wettbewerbsklima auf ein kooperatives Klima angesehen. Ein kooperatives Klima führt nicht nur zu grösserer Zufriedenheit und gegenseitiger Akzeptanz der Schüler, sondern auch zu verbesserten Einzelleistungen. Zusätzlich bewirkt anscheinend eine Leistungsverbesserung eine Reduktion von Verhaltensproblemen. Ein besserer Zusammenhalt und ein Teamgeist sind weitere wesentliche Effekte des emotionalen Trainings.

Da immer mehr Kinder keine sichere Lebensorientierung mehr erhalten, bleibt die Schule manchmal der einziger Ort, an dem die Gemeinschaft Defizite der Kinder an emotionaler und sozialer Kompetenz korrigieren kann. Die Schule der Zukunft hat seit einiger Zeit erweiterte Aufgaben und die Gemeinschaft hat die Pflicht, die Institution Schule bei dieser Aufgabe zu unterstützen.

Heiko Kölle, Dipl.-Psychologe
www.impuls-vision.de

Szanton, E. S. et al. (1992). Heart Start: The Emotional Foundations of  School Readiness. National Center for Clinical Infant Programs.

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Colemann, D. (1997). Emotionale Intelligenz. München: DTV.

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