Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
1. Gewusst heißt noch nicht richtig gesagt. Richtig gesagt heißt noch nicht richtig verstanden. Durch Schreiben oder skizzieren (Fotos etc.) helfen wir dem Partner etwas deutlich besser zu verstehen, z. B. Namen die wir auf Visitenkarten lesen lassen sich deutlich besser merken. 2. Merken können wir uns unseren Lebensverlauf besser, wenn wir ihn aufschreiben. 3. Wenn wir Traumata verdrängen manifestieren diese sich somatisch, als Neurose, oder schlimmstenfalls als Psychose: Verdrängung führt also über Kompensationen oder burn out direkt in die Psychiatrie.
Ich möchte hier einen wichtigen Punkt ansprechen. In vielen Berufsjahren fiel mir immer wieder auf, dass Gesprächspartner entweder ohne Notiz-Mittel oder mit erbarmungswürdigen Mitteln wichtiges notierten. Ich erinnere mich noch heute an einen Dozenten der uns sagte: "Professionell ist ein DIN A4-Block und mehreren (Reserve) neuen Schreibwerkzeugen!"
Stellen Sie sich folgende Situationen vor:
- Sie sind mit jemandem im Gespräch oder sie sitzen in einem Vortrag etc. und
- erklären etwas oder
- jemand erklärt ihnen etwas.
- Oder sie haben etwas erlebt das sie evtl. sehr bewegt.
- Oder es steht ihnen ein wichtiges Ereignis bevor etc.
Ich bin als Erklärender der/die SenderIN, mein(e) PartnerIn ist der EmpfängerIn. Jetzt geht es um den Informations-Inhalt (Info, Appell), und die Art der Übertragung (Mittel, mündlich, persönlich). Wir kommunizieren also nonverbal (emotional) und verbal (rational) (Form, Persönlichkeits- und Beziehungs-Info). Durch Zuhilfenahme von Papier und Stift (Methode) etc. kann ich meine Info visualisieren – und damit für ein deutlich besseres Verständnis sorgen.
Durch schriftliches Festhalten des Bevorstehenden (Planung) kann ich später das Lesbare besser auf z. B. Plausibilität untersuchen. Geschehenes kann ich, besser als durch Erinnern (Selbst-Gespräch, Gebet, Aufzeichnung), nochmals lesen und dadurch vertiefen bzw. relativieren und korrigieren.
Wir leben bekanntlich im 4-dimensionalen physikalischen Raum: Raum-Materien-Energien-Zeit.
Unser Gehirn nimmt darin über die 5 Sinne (plus 3 intrinsischer Sinne = instinktiver Wahr-Nehmung: Kognition) wahr. Wir konstruieren dabei kontinuierlich unsere Um-Welt (Höhlengleichnis von Platon).
Dabei verfügen wir in unserem Lebens-Prozess dabei über die neuronalen Bereiche
- Körper, Reptilien-/Stammhirn (ZNS I: Handeln (H), Triebe, 10 hoch 9 bit/Sek input, 10 hoch 7 bit/Sek output
- Reptilien-/Stammhirn (F I, ZNS I): Transzendenz
- Seele/Psyche (F II, ZNS II), Zwischenhirn: 10 hoch 1-2 bit/Sek Verarbeitung
- Geist, Großhirn (D, ZNS II): Logik
Ebenso über die Lebens-Zeit-Bereiche:
- Vergangenheit (tv): Erinnerung
- Gegenwart (tg): Er-Kenntnis, ...
- Zukunft (tz): Er-Wartung, ...
Unsere Gedächtnisse funktionieren 2-dimensional. Sie setzen sich zusammen aus der Zeit:
- UKZG: Situationen
- KZG: Verläufe
- LZG: Lebens lang
und Ereignisse (Themen bzw. Erlebnisse Prä- und postnatal):
- z. B. Episodisches Gedächtnis, Personen, Er-Lebnisse (H, F, D), … z. B. Schmerz-G., Bewegungs-G.
- Emotionen (analog, feminin): Bilder, Verläufe, ...
- Rationales (digital, maskulin): Texte, Berechnungen
- Ereignisse: Real I (5-Sinne-Beteiligung), Real II (sehen: 80 % input: TV, Video, PC, ...), Real III ( hören, fühlen, ...)
Unter Gedächtnis versteht man die Fähigkeit des Nervensystems (Neuronales Netz) von Lebewesen, aufgenommene Informationen zu behalten, zu ordnen und wieder abzurufen. Die gespeicherten Informationen sind das Ergebnis von bewussten oder unbewussten Lernprozessen, die Fähigkeit zur Gedächtnisbildung ist Ausdruck der Plastizität von neuronalen Systemen. Im übertragenen Sinne wird das Wort Gedächtnis auch allgemein für die Speicherung von Informationen in anderen biologischen (Systemik) und technischen (Kybernetik) Gebieten benutzt. Auch primitive Nervensysteme sind zu einfachen Lernprozessen befähigt. Komplexität und Umfang der Gedächtnisleistung nehmen mit der Evolution und der Entwicklung des Zentralnervensystems zu.
Je nach Dauer der Speicherung der Information wird zwischen dem Sensorischen Gedächtnis (z. B. Ikonisches Gedächtnis), dem Kurzzeitgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis unterschieden. Je nach Art der Gedächtnisinhalte unterscheidet man beim Langzeitgedächtnis ferner zwischen deklarativem und prozeduralem Gedächtnis. Das deklarative Gedächtnis speichert Fakten bzw. Ereignisse, die entweder zur eigenen Biographie gehören (episodisches Gedächtnis) oder das so genannte Weltwissen eines Menschen ausmachen, wie zum Beispiel berufliche Kenntnisse, Fakten aus Geschichte, Politik, Kochrezepte etc. (semantisches Gedächtnis). Das prozedurale Gedächtnis beinhaltet Fertigkeiten, die automatisch, ohne Nachdenken eingesetzt werden. Dazu gehören vor allem motorische Abläufe (Fahrradfahren, Schwimmen, Tanzen, Skifahren, etc.). Prozedurale Gedächtnisinhalte werden durch implizites Lernen, semantische durch explizites Lernen erworben.Quelle: wikipedia.de, Auszug
Unser 4-dimensionales, parallel arbeitendes, Gehirn konsolidiert täglich in Träumen alle vorhandenen mit den neuen Informationen. Diese werden zu Themen (Knoten) zusammen gefasst (verdichtet, verbunden) oder auch sukzessive vergessen. Über unser limbisches System werden emotional stärkere Erlebnisse gründlicher verknüpft (mehr darüber in meinem Kommunikations-Seminar).
Wir haben es mit zwei Lebens-Situationen zu tun:
- Selbstbezogen: Wir wollen etwas oder haben ein Problem.
- Fremdbezogen: Wir befinden uns in einer Inter-Re-Aktion.
Hier hilft zunächst die Aufbereitung durch Selbst-Gespräch (Gebet). Das verhindert erst einmal das Vergessen. Außerdem wird allmählich Wichtiges von Unwichtigem getrennt. Später kann ich dann zwei unterschiedliche Dateien anlegen.
In der transpersonalen Kommunikation kann ich – Sender – mit Worten – verbal: Text und Ziffern – non-verbal – und mit meinen Händen – schreiben, zeichnen oder modellieren. Ich werde dadurch besser und schneller verstanden.
Seit unserer Geburt sind und werden wir zunehmend genetisch-psychisch-soziologisch determiniert. Wir sind kein ´leeres Blatt´ bei der Geburt! Zunächst werden wir durch Handlungen und Gefühle geprägt. Später zu-nehmend durch logische Einflüsse. So entsteht unsere Persönlichkeit, unser Selbst. Vom WIR (MutterKind) zum ICH UND DU/IHR.
Unser natürliches westliches Gehirn arbeitet mit der UND-Logik. Die Natur und die Asiaten sehen die Welt mit der UND-Logik: Das Ganze UND die Teile.
Unser sozialisiertes Gehirn arbeitet bekanntlich in einer Pro-Contra – Dualität der Kontraste Wahr-Nehmung. Dies in den westlichen ODER-Logik-Mustern:
- gut oder böse: F, Ethik (Natur) > Moralen (Kulturen)
- wahr oder falsch: D
- richtig oder unrichtig: H
- Mangel-Überfluss, Hell-Dunkel, Bewegung-Ruhe, Laut-Leise, …
Auf beide Logik-Ebenen (UND, ODER) reagiert das Gehirn so:
- Wo etwas fehlt, fügt es selbständig etwas hinzu ...
- Wo etwas zu viel ist, zieht es etwas ab ...
- Negatives verdrängen wir ...
- Erfolge rechnen wir uns zu ...
… bis es Gespeichertes wieder erkennt. Bis zu unserem Ererbten, freiwillig und zwangsweise Erlerntem.
Bei Widersprüchen (Konflikt) gehen wir (unser Selbst) sofort in Verteidigungsverhalten: Immer-mehr-desselben-Prinzip (´Laffer-Kurve´). Das ist unsere Lern-Resistenz. Wir verteidigen uns primär, für den Rest unseres Lebens (fühlen, denken, handeln) und bejahen nur was un-bewußt in unsere Denk-Muster passt, während sich unsere Um-Welt unmerklich verändert:.
Es gibt 80 % Bewahrer und 20 % Modernisten in unserer Gesellschaft.
Probleme bestehen aus dem Spannungsbogen von differenziertem Verhalten im Kontext von ICH, DU und ES, den Fakten, Emotionen und dem logischen Hintergrund. Negative Gefühle (z. B. Ängste) verschwinden nicht, indem man sie herunterspielt, sublimiert, sie sich weg erklärt oder durch positives Denken. Wir lassen, aus dem limbischen System, besser nochmals die erlebten Gefühle zu – im Traum zwangsläufig. Bekanntlich erinnern wir umso besser je intensiver die Ereignis-Emotionen waren.
Die Emotionen bestimmen was wir ca. 3 bis 7 Sekunden später denken. Deshalb gibt es keinen ´freien Willen´ und keine reine ´Vernunft-Entscheidung´!
Dis-Streß verursachende Ereignisse kann man zwar ignorieren, jedoch vergisst der Körper nichts. Krankheiten (Symptome), Albträume, Grübeleien, bedrängende Phantasien, Neurosen oder Psychosen sind die Folge. Dazu bedarf es jedoch emotionaler Belastungen die die Autonomie und Authentizität massiv belasten. Wenn die Selbst-Bestimmtheit zugunsten der Fremd-Bestimmtheit überwiegt, ist dieser Bereich erreicht!
Wir denken darüber nach. Wir erzählen es uns selber (Selbstgespräch = Gebet). Wir erzählen jemand Anderem davon. Oder wir (be-)schreiben darüber (Tagebuch, Logbuch, Protokoll). Es macht zwar nichts ungeschehen, aber wir fühlen uns deutlich besser – was sich positiv auf unser Immun-System auswirkt fördert die Selbst-Heilung. Eu-Streß fördert jede Gesundung. Unsere Emotionen (Psycho) beeinflussen bekanntlich unseren Körper (Soma). Selbst-Heilung beruht also nicht auf ´Geist-Heilung´(Glauben)sondern auf der nachträglichen Verarbeitung(zulassen)der vorhergegangenen belastenden Ereignisse(Wissen). Man hat das Problem etwas besser verstanden und es emotional bzw. rational "verdaut" (ins Selbst eingebaut).
Aufschreiben hilft sortieren. Aufschreiben entlastet. Aufschreiben hilft verstehen – und dazu zu lernen!
Schreiben Sie z. B. einen bösen Brief an einen ´bösen´ Menschen – und werfen ihn dann weg: Wetten das sie sich besser fühlen! Schreiben sie jemandem, mit dem sie etwas klären möchten aber eine direkte Aussprache nicht möglich ist (an die tote Mutter) oder sie sich dazu nicht trauen. Legen sie den Brief dann zur Seite – sie fühlen sich jetzt besser.
Das Aufschreiben von Problemen oder Konflikten ist deshalb so hilfreich:
- Aufschreiben hilft, es genau zu beschreiben.
Wenn man ein Problem "nur" durchdenkt", kommt man oft in dieselben Gedankenschleifen. Schreiben zwingt einen dazu, es genau zu benennen.
- Beim Aufschreiben "fließt" das Problem aus Ihnen heraus.
Beim Durchdenken bleibt es in einem zugriffsbereit. Deshalb ist das besprechen mit einem anderen Menschen so befreiend. Beim Aufschreiben fließt es aus einem heraus, ohne verloren zu gehen. Es verfestigt sich. Auf's Papier, in den Computer – Hauptsache, nach außen.
- Aufschreiben hilft, sich davon zu distanzieren.
- Aufschreiben hilft, Ereignisse zu integrieren.
Wenn Sie einen Konflikt aufschreiben, steht er auch außerhalb von Ihnen. Sie können das Tagebuch oder den PC zuklappen und wissen, das Geschriebene geht nicht verloren. Aber es ist getrennt von Ihnen. Ihr Kopf wird jetzt frei für wichtigeres. Wenn Sie es nach zwei Stunden oder einer Woche noch einmal lesen, merken Sie vermutlich, dass Sie anders lesen. Distanzierter, gelassener, weniger verstrickt.
Das informative Schreiben: Hier geht es darum, sich mit Buchstaben, Ziffern und Bildern besser und nachhaltiger, auf Papier oder PC, verständlicher zu machen (´Notizen machen´). Der Gesprächspartner kann präziser nachfragen (Probleme und Lösungen) und ggf. seine Anmerkungen sofort einfügen und damit für beide visualisieren. U. U. können sie die Gesprächsinformationen auch kopieren und verteilen.
Das biographische Schreiben: Hier geht es darum, sich mit den eigenen Lebenserinnerungen (wofür möchten Sie sich beim Leben bedanken, worüber sich beschweren …?) bewusster auseinanderzusetzen. Man wälzt Fotoalben, befragte die Verwandtschaft und Freunde. Dann macht man sich daran, die Ereignisse seines Lebens chronologisch aufzuschreiben (Papier, PC). Auch wenn man nicht sein ganzes Leben aufschreiben will, hilft biographisches Schreiben, die eigene Vergangenheit "aufzuarbeiten". Das können schwierige und einfache Situationen sein. Mit dem Schreibfortschritt werden sie weiteres erinnern. Sie können auch zum Namen oder Beruf die ersten Erinnerungen aufschreiben.
Das therapeutische Schreiben: Dies ist mittlerweile eine bewährte Methode zur Überwindung und Verarbeitung von Traumata und Konflikten. Wenn sie 1 Woche lang hintereinander täglich nur jeweils 15 Minuten über ein sehr belastendes Ereignis schreiben, wird sich in der Folgezeit ihr psychosomatischer Zustand verbessern. Oft hilft erhellend auch der Kunstgriff des Perspektivenwechsels. Dabei schreibt man aus Sicht des Verursachers oder der Sache, die einem Sorgen macht. Wichtig ist, dass Sie es aufschreiben, nicht nur gedanklich durchspielen.
Denken Sie einmal über das hier Gelesene nach. Denken Sie daran, das sich niemand so genau an Ihr Leben erinnert wie Sie selbst. Schön schreiben kann jemand anderes! Also, nutzen Sie die bevorstehenden 2 Jahreszeiten!
Wolfgang Schwalm (www.text-schmiede-online.de)