Internet zu langsam?
Seit einigen Jahren sind die alten und großen TV Geräte durch die neuen flachen und schicken Geräte in den deutschen Haushalten ausgetauscht worden. Viele Versprechen der TV Verkäufer sind eingehalten worden. Doch durch die flächendeckende Nutzung von HD Inhalten werden auch schwächen dieser neuen Technik in Form von schwarzen Balken offensichtlich.
Die schönen neuen Flachbildfernseher machen im Design und feste an die Wand montiert schon einiges her und bieten zu den Vorgängern eine deutliche Verbesserung der Situation in den deutschen Wohnzimmern.
In den letzten Jahren sind diese tollen Geräte nicht mit den für sie erstellen Inhalten in Form von Filmen, Serien oder Dokumentationen gefüttert worden. Durch die wachsende Verbreitung von High Definition Inhalten (HD) durch zum Beispiel Blu-Ray Player, HD Satelliten Fernsehen oder neuerdings HD-IPTV von einigen deutschen Internet Anbietern, wird die Nutzung der Geräte mit den richtigen Inhalten vorangetrieben.
Bei der Nutzung dieser Inhalte stellt der Zuschauer schnell fest, dass der große Bildschirm des schönen und schlanken Flachbild-Fernsehers kaum vollständig genutzt wird. Immer wieder werden auf Teilen des Bildschirmes nur schwarze Balken angezeigt.
Die Flachbild-Fernseher haben ein Format im Verhältnis von 16:9, welches sich in dem Auflösungsformat von 1920x1080 Bildpunkte wiederspiegelt. Die Auflösung bedeutet, dass 1920 Bildpunkte in der Breite und 1080 Bildpunkte in der Höhe verwendet werden.
Die heutigen Inhalte haben unterschiedliche Formate. Immer mehr Produktionen nutzen das neue 16:9 TV Format. Ältere Sendungen hingegen sind im TV Verhältnisformat von 4:3 und einer Bildauflösung von 320x240 Bildpunkten aufgenommen worden. Auch heute nutzen noch einige Aufnahmestudios dieses Format.
Vergleichen wir nun diese beiden Formate miteinander, stellen wir fest dass die Verhältnisse nicht zusammen passen. Das Format 4:3 ist identisch mit einem 16:12 Format. Das bedeutet, dass wenn die volle Breite des Bildes auf dem TV Gerät dargestellt werden soll, müsste das Gerät um 1/3 höher sein. Aus diesem Grund wird bei diesem Format das Bild auf die maximale Höhe des Gerätes eingestellt. Dieses Vorgehen erfolgt symmetrisch und hat zur Folge, dass nur ein Teil der Breite des Gerätes genutzt wird und links und rechts vom Bild ein schwarzer Rand oder Balken sichtbar wird.
Kinofilme hingegen werden bereits sehr lange und auch in der Zukunft hauptsächlich in dem Cinemascope Format mit einem Verhältnis von 21:9 aufgenommen. Bei diesem Format ist es offensichtlich, dass dieses mit dem 16:9 Format nicht kompatibel ist.
Das Cinemascope Format ist deutlich breiter. Aus diesem Grund wird bei diesem Format die volle Breite aber nicht die volle Höhe des TV Gerätes genutzt. Umgerechnet entspricht das Cinemascope Format einem Verhältnis von 16:6,8 und das bedeutet, dass von der Höhe 9 nur 6,8 also etwa 75% des Bildes in der Höhe genutzt werden. Aus diesem Grund werden bei Kinofilmen auf dem TV Gerät über und unter dem eigentlichen Bild schwarze Balken angezeigt.
Aus diesen Gründen werden bei den beiden Formaten schwarze Balken auf den neuen TV Geräten angezeigt. Man könnte Sendungen in beiden Formaten auf die neue Bildschirmgröße anpassen. Dies hätte allerdings zur Folge, dass das Bild deutlich verzerrt.
Beim Fernsehen geht es allerdings noch schlimmer. Einige Sender haben ihre Sendetechnik nicht vollständig auf das neue Format umgestellt. Diese Anstalten senden ggf. teilweise im Format 4:3.
Wird nun ein Cinemascope Film über das Format 4:3 gesendet, muss dieser bei der Übertragung in Höhe und Breite angepasst werden. Dies wird durch das symmetrische Zusammenschieben auf die maximale mögliche Breite erreicht. Dabei wird natürlich die Höhe reduziert, sodass oben und unten je ein schwarzer Balken im Bild entsteht. Dieses Bild im Format 4:3 wird als Gesamtbild versendet und wie im obigen Beispiel auf dem 16:9 Fernseher mit links und rechts schwarzen Balken angezeigt.
Dies bedeutet, dass dieses Bild oben, unten, links und rechts je einen schwarzen Balken erzeugt und damit das angezeigte Bild auf dem Gerät sehr klein ist.
Dieses Bild kann allerdings, natürlich mit Verlust an Bildqualität, auf wenigstens die volle Breite des Gerätes angepasst werden.
Ein 16:9 TV Gerät ist tatsächlich nicht die perfekte Lösung, sondern ein Kompromiss zwischen den beiden herkömmlichen Formaten. Für eine perfekte Lösung müssten Geräte für alle Formate beschafft werden.
Carsten Witt