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Sauber reingelegt durch Etikettenschwindel

Autor: Cafira | Erstellt am: 03.04.2011 | Gelesen: 650
Kategorie: Essen - Trinken & Rezepte | Bewertung: rateArateArateArateArateA
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(Online-Artikel.de) - Etiketten auf Lebensmitteln täuschen viele Verbraucher

Foto: Veit Kern/pixelio.de
Foto: Veit Kern/pixelio.de
Gesundheitsbewusste Menschen wünschen sich ihre Lebensmittel naturbelassen. Die Lebensmittelindustrie lenkt scheinbar ein und verbannt aus manchen Produkten die Zusatzstoffe. Sie bekräftigen mit werbewirksamen Aussagen „Ohne Geschmacksverstärker", „Ohne Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffe" ihre Produkte verarbeitet zu haben. So vermitteln die Hersteller auch anhand von Fotos, die mit edlen Zutaten bespickt sind, dass es sich um natürlich hergestellte Lebensmittel handelt.

Blicken die Verbraucher auf die Zutatenliste, wird ihnen schnell klar, dass sie sauber reingelegt werden. Zwar verzichten manche Hersteller auf Geschmacksverstärker wie Glutamat, fügen aber stattdessen Hefeextrakt zu. Doch Vorsicht, auch hier handelt es sich um Glutamat - die Hersteller müssen es aber nicht mit einer E-Nummer auf der Verpackung kennzeichnen.

Geschickt verfahren die Lebensmittelproduzenten auch mit anderen Zusätzen. Anstelle von Konservierungsstoffe setzen sie Kräuterextrakte: Curry, Paprika oder Senfsaaten ein. Sie beinhalten Substanzen, die eine konservierende Wirkung besitzen und sind gleichzeitig nicht kennzeichnungspflichtig. Anstelle von künstlichen Farbstoffen kommen Lebensmittelfarben z.B. Spinatpulver und Curcumin zum Einsatz.

Die Verbraucherzentralen prüften im vergangenen Jahr 151 Lebensmitteletiketten, die mit dem Verzicht auf Zusatzstoffe werben. Ernüchterndes Ergebnis: In den geprüften Produkten hatten fast alle Hefeextrakt (Geschmacksverstärker), färbende Zutaten sowie Aromen gesteckt.

Jetzt fordern die Verbraucherzentralen strengere Gesetze, damit die Hersteller nur noch dann ihre natürlich hergestellten Produkte bewerben dürfen, wenn tatsächlich keine anderen Stoffe mit ähnlicher Wirkung zugefügt werden.

Solange die Hersteller die Lücken der Gesetze ausnutzen und weiterhin ihre Produkte hochwertiger erscheinen lassen - steigert die Verkaufszahlen und Gewinne - sollten sich die Verbraucher immer die Zutatenliste genauer ansehen und nicht auf den Etikettenschwindel, sowie auf farbenprächtige Fotos auf der Verpackung hereinfallen.

(Quelle: Apotheken Umschau A 02/11)
Foto: Veit Kern/pixelio.de


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Sabine Beuke

 
 
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