Sybil Group
In Magdeburg ärgert man sich derzeit über die Sybil Group, welche die Pachtraten für ein Grundstück in Vockerode nicht zahlen. Der Hintergrund dieser Geschichte ist, dass die israelisch- zypriotische Gruppierung ein Gelände kaufen wollte, welches zuvor für ein Kraftwerk genutzt wurde.
Auf diesem Grundstück solle dann ein Vergnügungspark für 300 Millionen Euro entstehen. Das Landratsamt in Wittenberg gab aber an, dass das Grundstück von der Sybil Group zuerst gepachtet werden müsse, bevor ein Ankauf des Geländes möglich wäre. Sybil Group willigte ein und man einigte sich auf einen Pachtbetrag von 100 tausend Euro, der in zwei Raten bezahlt werden solle.
Soweit so gut, aber tatsächlich ist bei dem Amt bis heute kein Cent von dieser Summe eingegangen und nun wankt mehr und mehr das Vertrauen in den Pächter. "Anfangs haben wir noch das Gespräch gesucht. Aber mittlerweile ist die Erkenntnis gereift, dass dies wenig bringt." Kommentierte Ronald Gauert die Lage – seines Zeichens der Sprecher des Landratsamtes. Angeblich wurde sogar schon eine Vollstreckung eingeleitet. Nun hat sich aber der Sprecher der Sybil Group zu Wort gemeldet und versuchte die Spannung aus der Lage zu nehmen: "Das hat keine finanziellen Gründe; vielmehr sind noch nicht alle Sachen geklärt, die mit der Investition zusammenhängen." erklärte er in einem Statement und vertröstete die Politiker auf die nächste Woche.
Dennoch beobachtet man in Sachsen-Anhalt die Sybil Group mit Sorge, da diese den wichtigsten Faktor in der Privatisierung der Spielbanken des Landes spielt. Erst vor einem dreiviertel Jahr wurde von der Sybil Group für eine Millionen Euro die drei Casinos in Halle, Wernigerode und Magdeburg gekauft. Diese hatten bis dahin dem Land gehört und sollten nun auf diesem Wege privatisiert werden. Mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse wachsen aber die Zweifel an Seriosität des Unternehmens und der Finanzminister Jens Bullermann schlug bereits ein Modell vor, nach dem die
Casinos für weitere zwei Jahre vom Staat betrieben werden sollen.
Aber auch hier zeigt sich der Sprecher der
Sybil Group gelassen und verweist auf steigende Besucherzahlen und minimierte Verlustgeschäfte in den ehemals insolvenzbedrohten Spielbanken. Brukschen vertraut offenbar sehr auf den Boom, den das Casino Spiel in den vergangenen Jahren erlebt hat und glaubt fest an diesen Wirtschaftszweig.