Russland verordnet Importverbot für EU Gemüse
Die Europäische Union hat mit einigem zu kämpfen. Die Wackelkandidaten der Finanzkrise wackeln trotz Hilfspakete, der Euro fährt Achterbahn und dann war da auch noch die Sache mit den zu Unrecht beschuldigten spanischen Gurken, die den in manchen Fällen tödlichen EHEC-Erreger mit sich tragen sollen. Das es am Ende doch die Sprossen waren, das konnte ja keiner ahnen. Grund genug für Russland aber, ganz und gar darauf zu verzichten. Dabei ist es sogar egal welches Gemüse und woher, EU-Grünzeug erhielt in Russland ein striktes Import-Verbot.
Darauf reagierten die Vertreter der Europäischen Union empfindlich. Der Gesandte Fernando Valenzuela merkte sogar an, dass ein so unverhältnismäßiger Importstopp sich schlecht auf Russalnds Position ind er internationalen Staatengemeinschaft auswirken könne – konkreter; der beitritt Russlands in die Welthandelsorganisation könne mit einer solchen Aktion scheitern. Der Primier Wladimir Putin zeigte sich aber unbeeindruckt von solchen Kommentaren und erklärte die Maßnahme mit: „Gurken zu essen, die einen umbringen, ist wirklich schlecht."
Nicht zuletzt solche beinahe provokanten Kommentare lassen böse Zungen behaupten, dass es sich bei dem Importverbot mehr um ein Säbelrasseln gegenüber der EU handeln würde, als um eine gesundheitspolitische Maßnahme. Dem gegenüber steht die jahrelange Diskussion um den visafreien Personenverkehr von Russen in die EU. Das Thema provoziert polarisierte Meinungen, bei denen einige einen anschwellenden Strom von illegalen Einwohnern fürchten. Der Premier will davon aber nichts wissen: „Die Abschaffung der Visapflicht heißt doch nicht, dass Russen in die Europäische Union einreisen und dort für immer bleiben, Renten beziehen, medizinische Einrichtungen nutzen und soziale Fürsorge. Es geht um kurzfristige Reisen."
In Russland ist das ganze Thema dabei schon längst zum Stoff geworden, der die Russen zum lachen bringt. Man witzelt in einer süffisanten Art: „Was ist russisches
Roulette? - Nach Deutschland fliegen, türkischen Alkohol trinken und spanische Tomaten essen." Viele Politiker finden das aber nicht zum lachen.
Franziska Steiner