Die für das Marketing relevanten Informationen sind oft nicht ohne weiteres verfügbar, sondern müssen erst aus den Rohdaten zusammengestellt und von Fehlern bereinigt werden. Setzt der Entscheidungsprozess im Marketing lediglich auf der vorhandenen Datengrundlage auf, besteht die Gefahr von Missinterpretationen oder von Diskussionen über die Herkunft und Gültigkeit der Daten. Oft bleiben viele der im Unternehmen vorhandenen Daten einfach deshalb ungenutzt, weil sie beispielsweise zu ein und derselben Person sowohl in der Datenbank der Marketingabteilung als auch in der Kundendatenbank abgelegt sind, beide Datenbanken aufgrund unterschiedlicher Aufgabestellungen aber unterschiedliche Informationen enthalten. Vgl. Jörg Becker: Data Mining als Wissensbilanz-Zubringer, ISBN 978-3-8370-2163-9
Die Daten müssen einheitlich strukturiert und themenorientiert und aufgabenbezogen geordnet. Beispielsweise wird aus buchhalterischer Sicht ein Vorgang im Einkauf ganz anders verbucht als im Verkauf und so immer nur aus speziellen Sichtweisen betrachtet, die untereinander keine Verbindung besitzen. Ein Data Warehouse ermöglicht, diese Daten in einem gemeinsamen Kontext zu bringen und komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen. Eine Data Warehouse-Lösung besteht aus zahlreichen Komponenten für Datenerfassung, Datenmanagement und Datenauswertung, d.h. nur wenn alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind, arbeiten sie reibungslos zusammen. Beim Einrichten eines Data Warehouse ist die Phase der Datenerfassung, das Bereinigen der Primärdaten zum Aufbau einer konsistenten Datenbasis sowie das Selektieren der wirklich relevanten Daten am aufwendigsten. Data Warehousing ist kein einmaliges Projekt sondern ein evolutionärer Prozess, der je nach Fragestellung wie Zielgruppenmarketing, Analyse der Kundenzufriedenheit oder welche Kundengruppen interessieren sich für welche Produkte? Oder in welcher Berufsgruppe konnten besonders ertragsreiche Verträge abgeschlossen werden ? Schritt für Schritt implementiert wird. Dabei wird in der ersten Stufe mit einem sogenannten „Rapid Warehousing"-Ansatz nur auf einem relativ kleinen Datenbestand aufgesetzt. Nach und nach werden immer mehr Daten in das Warehouse eingelagert, bis ein Zugriff auf alle Daten des Unternehmens möglich ist. Vgl. Jörg Becker: Management-Cockpit der Wissensbilanz, ISBN 9783837046540.
Data-Warehouse-Systeme stellen Decision Support thematisch und aufgabenbezogen strukturiert zur Verfügung. Der Data Warehouse- Benutzer kann genau die Informationen herausholen, analysieren und aufbereiten, die er für seine spezifischen Aufgaben braucht. Da das Data Warehouse auf einer einzigen, konsistenten Datengrundlage aufbaut kann dies ohne mühsames Abgleichen der Daten geschehen, wenn beispielsweise ansonsten Vertriebsgebiete, Produkte oder Kundendaten in verschiedenen Datenbanken unterschiedlich kodiert sind. Vgl. Jörg Becker: Change Management und Wissensbilanz, ISBN 9783837094190.
Jörg Becker
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