Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Risiko Weisheitszähne: Zahnärzte greifen viel zu oft zur Zange

Autor: PKnet | Erstellt am: 14.09.2010 | Gelesen: 975
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: Unbewertet
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Keine wissenschaftliche Grundlage für die Entfernung der Weisheitszähne

Zahnarztlügen
Zahnarztlügen
Bei Tausenden von Patienten werden beschwerdefreie und gesunde Weisheitszähne rein prophylaktisch gezogen. Eine generelle Empfehlung zur Entfernung symptomloser Weisheitszähne kann allerdings nicht wissenschaftlich belegt werden. Es existieren keine langfristigen, vergleichenden Untersuchungen über die Komplikationen nach dem Belassen der Zähne und nach der Entfernung. Im Gegenteil: Eine Untersuchung der Universität Bergen zeigte, dass Schwierigkeiten und gesundheitliche Beeinträchtigungen viel häufiger nach der Entfernung auftreten.

Vor allem Kieferorthopäden verordnen häufig eine Entfernung der Weisheitszähne mit der Begründung, dass sich die Frontzähne angeblich verschieben würden. Dies ist eine Zahnarztlüge. Wissenschaftler kamen nämlich in einer Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass Weisheitszähne überhaupt nicht in der Lage seien, die Frontzähne zu verschieben. Doch warum müssen gesunde Weisheitszähne überhaupt raus? „Immerhin gibt es bei jeder Zahnentfernung schwerste Risiken wie z.B. eine Gesichtslähmung, wenn der Nerv verletzt wird. Eine leichtfertige Indikation gefährdet Patienten also völlig unnötig", erklärt Autor Dr. Lars Hendrickson.

Nachdem die Autoren des Ratgebers „Zahnarztlügen – Wie Sie Ihr Zahnarzt krank behandelt" die unnötige Zahnentfernung thematisierten, begannen Standesvertreter die Entfernung der Weisheitszähne in der Öffentlichkeit in ein neues Licht zu rücken: Nach Ansicht der Autorin Dorothea Brandt könnte man den Eindruck gewinnen, man habe einen Monat nachdem das Buch erschien, begonnen zu rudern. So erklärte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich, gegenüber t-online am 14.07.2010: „In der wissenschaftlichen Datenlage gibt es keine klaren Erkenntnisse darüber, dass ein verlagerter Weisheitszahn zwangsläufig zu Verschiebungen der Restbezahnung führt. Ein symptomlos im Kiefer verlagerter Weisheitszahn muss nicht in jedem Fall entfernt werden."

Hendrickson zufolge habe ein solches Statement viel zu lange auf sich warten lassen: „Jahrzehntelang wurden gesunde Zähne entfernt, obwohl es weder einen medizinischen noch einen ästhetischen Nutzen bringt". Die lukrative Entfernung der Weisheitszähne ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage zeige laut Hendrickson, wie skrupellos und unwissenschaftlich die Zahnärzteschaft ist und wie leichtfertig sie die Gesundheit der ahnungslosen Patienten aufs Spiel setzt.

Thomas Pfeiffer für PKpublishing
 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Gesundheit - Medizin & Chirurgie:
Schluss mit Platzangst
Aktiv Herz und Kreislauf stärken
Kleiner Parasit, große Gefahr - Mit einer Zeckenschutzimpfung FSME vorbeugen
Pflegedienste aufgepasst - Datenaustausch in Bayern wird Pflicht
Eigencoaching in 21 Tagen!
Lachgassedierung zur Patientenberuhigung
High Heels fördern Krampfadern
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Erfolg durch neutralen DIN-Standard

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Risiko Weisheitszähne: Zahnärzte greifen viel zu oft zur Zange”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.