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Regensburg (obx) - Das nervt: Pin-Nummern für die verschiedenen Bankkonten, fürs Handy, Passwörter als Türöffner für Computer oder für Web-Portale. Wer kann sich all diese Zahlenkombinationen noch merken? Informatiker an der Regensburger Universität haben jetzt eine Lösung: Psylock, eine Software, die den Nutzer ganz automatisch erkennt. Der User kann bei einer Codewort-Abfrage eingeben, was er will. Entscheidend ist nicht, was er tippt, sondern wie. Das Programm misst Tempo, Rhythmus, welche Tasten gedrückt werden und wie oft oder wie man sich vertippt. Daraus ergibt sich ein Benutzerprofil, das so einzigartig ist wie Fingerabdrücke, sagen die Entwickler.
Das Besondere an Psylock: Anders als die gebräuchlichen Fingerabdruck-Scanner oder Augen-Analyse-Geräten benötigt diese Software keine aufwendige Technik: Eine normale Tastatur genügt. Großunternehmen können mit dem neuen System deshalb Millionen an Investitionen sparen und gleichzeitig Sicherheitslöcher stopfen.
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Bei großen Unternehmen verursacht das Zurücksetzen von Passwörtern permanent erhebliche Kosten", sagt Chef-Entwickler Professor Dieter Bartmann von der Universität Regensburg. Durch Psylock werde dies überflüssig. Auch sei es damit nicht mehr möglich, geheime Zugangscodes an Dritte weiterzugeben. Das Schreibverhalten lässt sich nicht kopieren.
Das Prinzip von Psylock ist genial einfach: Zeige mir, wie du tippst und ich sage dir, wer du bist. Das Tippverhalten jedes Menschen ist nahezu einzigartig, vergleichbar mit einer Handschrift. Kennzeichnend ist dabei die Tippdynamik, hat das Forscherteam der Uni Regensburg herausgefunden. „Deshalb misst unser Programm neben Tempo und Rhythmus auch die Geschwindigkeit, mit der selten gebrauchte Tasten gefunden werden," sagt Florian Allwein, ein Sprecher des Forscherverbundes.
Psylock wird den Online-Markt in den nächsten Jahren revolutionieren, glauben die Entwickler: Das Einsatzgebiet reicht von der einmaligen Identifikation bei der Zugriffskontrolle über die Absicherung der elektronischen Unterschrift bis hin zur ständigen Identitätsüberwachung im laufenden System. Darüber hinaus kann Psylock in Webseiten eingebunden werden und dafür sorgen, dass nur berechtigte Benutzer auf kostenpflichtige Services zugreifen können.
Das System arbeitet den Entwicklern zufolge bereits sehr zuverlässig. Mit jedem weiteren Tastendruck steigt die Systemsicherheit. Um das Erkennungsprofil des Benutzers immer up to date zu halten - er könnte seine Tipp-Fähigkeiten ja schließlich auch verfeinern - passt sich das Programm ständig dem Nutzerverhalten an. Derzeit ist das Team um Professor Bartmann auf der Suche nach Investoren, die die Software vermarkten wollen. Auch die US-Regierung hat die Sicherheitssoftware aus Ostbayern bereits auf dem Prüfstand gestellt. Die Tests, berichtet ein Sprecher der Hochschule, sind sehr erfolgreich verlaufen.
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