
Noch fünf Jahre, dann wird das abschlagsfreie Renteneintrittsalter schrittweise angehoben von 65 auf 67 Jahre – bis 2029. Alle, die 1964 oder später geboren sind, müssen zwei Jahre länger arbeiten als Beschäftigte, die heute in den Ruhestand gehen. Müssen? Ein späterer Renteneintritt kann durchaus auch Vorteile haben.
Spielraum gewinnen: Eine Immobilie gilt als ideale Altersvorsorge – besonders, wenn sie bis zum Ruhestand abbezahlt ist und dem Eigentümer dadurch monatlich mehr Geld zur Verfügung steht. Wer bei Renteneintritt im schuldenfreien Eigenheim leben möchte, muss frühzeitig kalkulieren und finanzieren – spätestens mit 35 oder 40 Jahren, denken viele. Doch Berechnungen zeigen, dass sich auch ein späterer Kauf von Haus oder Wohnung lohnt.
Finanzierungs-Modell: Angenommen, die Wunschimmobilie kostet 220 000 € inklusive Nebenkosten. Davon stehen 70 000 € als Eigenkapital bereit, und 150 000 € werden über einen Bausparvertrag gesichert. Die Bausparsumme lässt sich vorfinanzieren, so dass man monatlich Zinsen für den Kredit zahlt und gleichzeitig Guthaben auf dem Bausparvertrag anspart.
Richtig kalkuliert: Einem 45-Jährigen bleiben gut 21 Jahre, bevor er mit 67 in einer schuldenfreien Immobilie leben könnte. Mit einem Vorfinanzierungsmodell* zahlt er in den ersten 10 bis 11 Jahre eine Zins- und Sparrate von etwa 1130 € pro Monat. Nach der Zuteilung des Bausparvertrags reduziert sich die monatliche Belastung auf etwa 900 €.
Später Start: Wer sich erst mit 49 oder 50 Jahren entschließt, in die eigenen vier Wände zu investieren, kann seine Immobilie ebenfalls bis zur Rente abbezahlt haben: Die monatliche Zins- und Sparrate** liegt in den ersten acht Jahren bei etwa 1282 €, die Tilgungsrate in den folgenden zehn Jahren bei etwa 900 €.
Attraktive Alternative: Sie haben Ihr Haus vor Rentenbeginn locker abbezahlt? Dann gibt es für Sie die reizvolle Alternative, sich nach 45 Jahren Arbeit ohne Einbuße an Lebensqualität früher in den Ruhestand zu verabschieden als Ihre Kollegen –weil Sie mit einer schuldenfreien Immobilie pro Monat zwischen 400 und 600 € mehr in der Tasche haben als ein Mieter – und Renten-Abstriche daher leichter wegstecken.
Rente berechnen: Wer während seines Arbeitslebens pro Monat durchschnittlich 2450€ brutto verdient hat, dem stehen (aus heutiger Sicht) nach 47 Jahren Arbeit bei Renteneintritt mit 67 im Jahr 2031 rund 1235 € zur Verfügung. Geht er zwei Jahre früher in den Ruhestand, beträgt seine erarbeitete Regel Altersrente monatlich 53 € weniger, nämlich 1182 €. Zum Vergleich: Besserverdiener, die während ihres Erwerbslebens auf ein Durchschnittsentgelt von 3500 € pro Monat kommen, erhalten im Jahr 2031 mit 67 eine Regelaltersrente von 1758 €. Wenn Sie nach 45 Arbeitsjahren bereits mit 65 in den Ruhestand gehen, reduziert sich die Zahlung auf 1684 €. Achtung: Im Jahr 2031 liegt der steuerpflichtige Anteil der Regelaltersrente bei 91 Prozent. Wer 2040 in Rente geht, muss den gesamten Betrag versteuern.
Investitionen: Nutzen Sie als Eigentümer die Zeit bis zur Rente auch, um mit Hilfe des vollen Arbeitseinkommens die lmmobilie fürs Alter fit zu machen und Umbauten oder Modernisierungen in Gang zu setzen. Setzen Sie Ihren Bausparvertrag dafür ein. Oder Sie rüsten die Immobilie auf mit neuen Heiztechniken, die umweltschonender arbeiten und Energiekosten reduzieren. Damit erhalten Sie den Wert, sichern sich Rendite für den Fall, dass Sie Ihr Objekt verkaufen.
Eigentümer haben nicht nur mehr Immobilienvermögen, sondern auch mehr Geld als Mieter:
Sie ändern ihr Konsumverhalten, geben weniger Geld aus, bauen Zusatz-Vermögen auf
Quelle: haus.de