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Renault Latitude: Schon gefahren

Autor: autonet | Erstellt am: 24.11.2010 | Gelesen: 1981
Kategorie: Auto - Motor & Verkehr | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Neuzugang im Segment der gehobenen Mittelklasse: Renault Latitude. Sein Asset: ausgesprochen gutes Preis-Leistungsgefüge.

autonet.at fährt den neuen Renault Latitude.
autonet.at fährt den neuen Renault Latitude.
Man kennt das von Gewittern oder bei Wasserfällen: die Luft riecht frisch und sauber. Das liegt vor allem an der so genannten Ionisierung. Das heißt, die Luft wird mit negativ geladenen Ionen angereichert, was zu einer verbesserten Sauerstoffanreicherung des Blutes führt, den Zellstoffwechsel verbessert und nebenbei auch noch Schwebstoffe in der Luft bindet. Diesen Effekt kann man in der neuen gehobenen Mittelklasse von Renault, dem Latitude, auf Knopfdruck abrufen. „Take Care" nennen die Franzosen diese eingebaute Wellnessfunktion. Bedenkt man, dass ein Überangebot an positiv geladenen Ionen Depressionen fördert, für Gereiztheit und verminderte physische und psychische Belastung sorgt, kann dieses Komfortfeature in Anbetracht der allgemeinen aggressiven und angespannten Stimmung im Verkehrsalltag nur begrüßt werden. Was aber kann der neue Renault Latitude sonst noch, außer, zumindest im Innenraum, für gute Luft sorgen.


Standesgemäß

Auf der Habenseite ist erstmal ein recht stattlicher Auftritt zu verzeichnen. Mit einer Länge von fast 4,90 Metern bewegt sich der in Korea auf der Basis des dort längst etablierten Samsung SM5 gebaute Latitude in Sphären etwa einer Mercedes E-Klasse. Fast unmöglich, diese schiere Größe den Passagieren nicht zugute kommen zu lassen. Vorn wie hinten sitzt es sich äußerst kommod in premiumaffinem Interieur. Die Knie der im Fond Kutschierten werden den Teufel tun, jemals mit den Rückenlehnen der ersten Sitzreihe in Kontakt zu kommen. Das Gestühl selbst ist ausladend dimensioniert. Zu bemängeln ist dabei allerdings der Verzicht auf ergonomische Ausformung und das Fehlen jeglichen Seitenhalts. Das führt, bewegt man den Latitude mit forcierter Verve durch kurviges Geläuf, zu einer etwas verkrampften Sitzhaltung.

Renault Latitude Front
Köpfe wird er wohl nicht verdrehen, der Renault Latitude.
Einen gewissen repräsentativen Charakter kann man ihm aber nicht absprechen.


Renault Latitude Seitenansicht
Dafür sorgen schon die stattlichen Abmessungen: Mit einer Länge von fast 4,90 Metern
bewegt sich der in Korea auf der Basis des dort längst etablierten Samsung SM5
gebaute Latitude in Sphären etwa einer Mercedes E-Klasse.


Nicht Fisch, nicht Fleisch

Allerdings: Für hanebüchenes Kurvenräubern ist der Renault Latitude ohnehin nicht gemacht. Dieses Auto will mit Grandezza bewegt werden, ganz so, wie es sich für eine Limousine dieses Zuschnitts geziemt. Der klassische Herrenfahrer wird daran seine Freude haben und sich nicht an der indirekt ausgelegten Lenkung stoßen. Etwas indifferent auch das Fahrwerk: Bodenunebenheiten werden nicht in dem Maß gefiltert, wie man es von einer ausgewachsenen Limousine dieses Charakters erwartet. Nicht behaupten kann man hingegen auch, dass der Latitude mit dynamisch-straffem Gebein zugange ist. Nicht Fisch, nicht Fleisch also. Weniger ins Gewicht fällt diese Unentschlossenheit Überland. Auf der Autobahn macht sich der Latitude seinen langen Radstand von rund 2,80 Metern zunutze und zieht auf Reisegeschwindigkeit in ausgeglichener Manier dahin.

Renault Latitude Heck
Fast unmöglich, diese schiere Größe den Passagieren nicht zugute kommen zu lassen.
Vorn wie hinten sitzt es sich äußerst kommod. Die Knie der im Fond Kutschierten werden den Teufel tun,
jemals mit den Rückenlehnen der ersten Sitzreihe in Kontakt zu kommen.


Renault Latitude Heck 2
Der Latitude will gefahren werden, wie er aussieht: mit Grandezza.
Der klassische Herrenfahrer wird daran seine Freude haben und sich nicht an der indirekt ausgelegten Lenkung stoßen.


Reife Diesel-Leistung

Ausgereift ist das, was der Latitude an der Motoren- und Getriebefront zu bieten hat. In Österreich gibt es den Franzmann mit zwei 2-Liter-Commonrailern mit 150 und 173 und dem Top-Aggregat V6 dCi mit drei Litern Hubraum und 241 PS. Letzterer wird in Österreich wohl eher in Spurenelementen Eingang ins allgemeine Verkehrsgeschehen finden und sei der ob nur am Rande erwähnt. Als erste Wahl hat sich im autonet-Test die goldene Mitte erwiesen, vor allem in Kombination mit der gut abgestimmten, weich schaltenden 6-Gang-Automatik. Hat man sich einmal an die kleine Denkpause gewöhnt, mit der der Latitude auf Gasbefehle reagiert, erfreut man sich an einem doch recht forschen, von satten 360 Newtonmetern Drehmoment unterstützten Antritt. Dergestalt geht´s in knapp unter 10 Sekunden auf 100 Sachen. Das Konsumverhalten wird werksseitig mit vielleicht etwas zu optimistischen 6,5 Litern angegeben. Der 150-PS-Diesel soll sich gar nur mit 5,3 Liter begnügen.

Innere des Latitude
Gut verarbeitetes Businessflair im Inneren des Latitude. Die Materialien sind hochwertig, Hartplastik sucht man vergebens.

Renault Latitude Glassschiebedach
Das zweiteilige Glassschiebedach ist einer der wenigen Posten in der Auspreisliste und kostet knapp über 900 Euro.

Nettes Gimmick
Nettes Gimmick: Als Option (ca. 1.000 Euro) gibt es neben Massagefunktion im Fahrersitz einen Ionisator,
der die Luft im Fahrzeuginneren mit negativ geladenen Ionen auffrischt.


Fazit und Preis

Seinen Platz im Segment wird sich der Latitude wohl hart erkämpfen müssen. Ein sinnloses Unterfangen ist das allerdings nicht. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Vel Satis, kommt der Latitude doch recht wohlgestalt daher. Freilich, kein Kopfverdreher, aber doch immerhin einer gewissen repräsentativen Wirkung nicht entbehrend. Hauptargument für das neue Renault Flaggschiff ist allerdings der Preis: Ab 31.300 Euro (minus 1.500 Euro als Startbonus) gibt es eine fast schon konkurrenzlos gut ausgestattete Limousine. In der Basisversion Business gibt es neben ESP und sechs Airbags eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein intergriertes Carminat TomTom Navigationssystem mit 6-Zoll-Farbdisplay, ein schlüsselloses Zutrittssystem, eine Einparkhilfe hinten so wie Licht- und Regensensor. Die Topversion Initiale verfügt zudem über 18-Zoll-Alus, Rückfahrkamera, Volllederausstattung, den eingangs beschriebenen Ionisator und Bi-Xenon-Scheinwerfer. Die Optionenliste ist dabei denkbar kurz und beinhaltet etwa die Massagefunktion (Zen-Paket) um 1014 und das zweiteilige Glasschiebedach um 911 Euro.

von Christian Zacharnik, autonet.at
 
 
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