autonet.at-Intensivtest des Renault Fluence
Fluence. Wie das schon klingt. Wie schmelzendes Softeis, wie ein weich gefülltes Zuckerl, wie eine leichte Topfencreme, bei deren Verzehr ein durchscheinendes Mädchen im Chiffonkleid über eine morgensonnendunstige Wiese hüpft. Im Gegenlicht. Wenn man in der Lage ist, sich einen Werbespot dazu vorzustellen. Fluence ist in Wahrheit aber aus Blech. Hat vier Räder. Und trägt den Namen seiner zukünftigen Bestimmung, läuft aber derweil noch mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Nächstes Jahr kommt er mit reinem Elektroantrieb mit 95 PS und etwa 160 km Reichweite.
Nomen est Omen
Renault gibt seinen Kunden die Gelegenheit, sich an den Fluence schon einmal zu gewöhnen, und stellt ihnen eine ausgewachsene Limousine vor die Nase, die größenmäßig zwischen Megane und Laguna parkt. Nichts außergewöhnlich Zukünftiges oder Visionäres haftet ihm an, seine Karosserie ist von gefällig fließendem Wuchs, kurz: ein Auto, das nicht weiter auffällt. Als stufenheckmutierter Megane erreicht der Fluence die stattliche Länge von 4,61 Meter, was der Fondpassagier genussvoll zur Kenntnis nimmt. Der Kofferraum erweist sich als ebenso geräumig, wem 530 Liter Fassungsvermögen nicht reichen, kann die Rücksitzlehnen für weiteren Stauraum umklappen.
Nächstes Jahr kommt er mit reinem Elektroantrieb mit 95 PS und etwa 160
km Reichweite.
Mit dem Verbrenner-Fluence gibt Renault seinen Kunden
schon mal die Gelegenheit, sich an dieses Fahrzeug zu gewöhnen.
Der
Preis: ab 22.350 Euro.Ausgeglichenes Handling
Das Fahren findet in aller Ruhe statt, weder der gemütliche 110 PS Diesel noch das weich abgestimmt Fahrwerk fordern zu unüberlegt sprunghaften Handlungen heraus. Besser man gondelt mit dem Fluence entspannt durch die Welt, dann hat man mehr davon und kann die Früchte beim Verbrauch ernten. 5,9 Liter auf 100 km sind ein ansprechender Wert auf dem Weg zum 0,0-Verbrauch, wenn dereinst der E-Motor Einzug hält.
Das Fahren findet in aller Ruhe statt, weder der gemütliche 110 PS
Diesel noch das weich abgestimmt
Fahrwerk fordern zu unüberlegt
sprunghaften Handlungen heraus.Umständliche Menüführung
Das Armaturenbrett entspricht dem des Megane inklusive dem etwas klobig verbauten TomTom Navigationssystems. Es ist allein über eine Fernsteuerung zu bedienen, die in einem kleinen Plastikküberl vor dem 6-Gang Schaltknüppel lagert und etwas kompliziert zu handhaben ist. Da hat man sich bei anderen Systemen (die allerdings ein Vielfaches davon kosten) schon leichter getan. Ebenso wie beim Radio, wo man ins dritte Untermenü hinabsteigen muss, nur um die Klangverteilung im Innenraum zu verstellen, weil man nicht zum 30. Mal Lady Gaga hören möchte, die Zehnjährige im Fond aber schon.
Das Armaturenbrett entspricht dem des Megane inklusive dem etwas klobig
verbauten TomTom Navigationssystems.
Es ist allein über eine
Fernsteuerung zu bedienen, die in einem kleinen Plastikküberl vor dem
6-Gang Schaltknüppel lagert
und etwas kompliziert zu handhaben ist.
FazitAber das sind Beobachtungen eines Fluence-Neulings, bei intensivem Umgang mit ihm wird man sich daran gewöhnen können. Immer wieder angenehm ist das Keyless-Go System, bei dem das Herumnesteln mit dem Autoschlüssel ersatzlos entfällt. Hat man die Einstiegskarte bei sich, genügt es, die Tür aufzumachen, den Startknopf zu drücken, und los geht's. Umgekehrt verschließt sich der Fluence, sobald man sich drei Schritte entfernt. Wer eine Stufenheck-Limousine braucht, weil er meint, ein richtiges Auto sähe so aus und sein Gepäck vor neugierigen Blicken sicher verwahrt wissen will, weil er lange ruhige Strecken wählt und seine Fondpassagiere leben lassen will, der ist mit dem Fluence gut beraten. Preis-Leistung stimmt jedenfalls.
von Andreas Hochstöger, autonet.at