RMS-Scriptorin
Freitag, den 11.11.11 wird die Ausstellung im Aachener Suermondt Ludwig Museum eröffnet. 2009 fand sie im Amsterdamer Museum Het Rembrandthuis statt.
Links hängen die Reproduktionen und rechts die Spiegelungen, welche die original Ansichten der Bilder auf Rembrandts Arbeitspult wiedergeben. Wie bei Suchbildern begibt man sich spontan auf Fehlersuche.
Bei seiner Signatur und Textzusätzen legt Rembrandt Wert auf die korrekte Reproduktionssicht, ansonsten nimmt er bei seinem Darstellungsfluß keine Rücksicht auf die Druckversion. Der Bub mit Pfeil und Bogen im Hintergrund von „Abraham und die drei Engel" lässt in der Spiegelung erkennen, dass er kein Linkshänder ist. Ebenso der Reiter mit geschulterter Lanze.
Rembrandt legt keinen Wert auf die sorgfältige Ausarbeitung, pittoresk schildert er seine Geschichten und sie verkaufen sich. Eine Vielzahl seiner Drucke erscheinen für den Betrachter seitenverkehrt. Der Künstler gibt sich nicht die Mühe seine Werke für den Zuschauer richtig darzustellen. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.
Was sagt uns dies über seinen Charakter? Über seine Einstellung zu seinen Mitmenschen? Aber auch über seine Auffassung von dem Stellenwert seiner Radierungen in seinem Oeuvre?
Schnell erzählt er detailreich eine Story, setzt einen Einfall, eine Idee spontan in Szene. Wichtig ist, dass die Idee von ihm stammt wie dies seine Signatur veranschaulicht. Auch den Betrachtern scheint dies in erster Linie wichtig zu sein. Auf Kosten von Rembrandts Interpretation, seiner künstlerischen Formulierung. Ob das Porträt eines Bildhauers seitenverkehrt ist, wem wird das bewusst? Erst die Spiegelungen bringen 54 original Rembrandt Bilder mit einem Schlag zu Tage.
Ein gelungenes Ausstellungsprojekt mit informativem Einblick in die Schaffensweise einer Druckwerkstatt. Zu dem acht Schwaben auf Hasenjagd der Hommage an Frau Prof. Dr. Irene Ludwig ein Highlight bilden.
©RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff