Multifokallinse - Bildquelle: aboutpixel.de / Das Auge © dario a
Die refraktive Chirurgie ist der Oberbegriff für alle operativen Methoden, mit deren Hilfe die Brechkraft des Auges bewusst verändert wird, um für den von einer Fehlsichtigkeit betroffenen Patienten wieder eine scharfe Sicht herzustellen. Als Beispiel können die Augenlaserverfahren und der refraktive Linsenaustausch angeführt werden. Bei der Behandlung mit dem Augenlaser werden winzige Schichten der Hornhaut eliminiert, um die Hornhaut der Form einer Kugel anzunähern. Nach Durchführung der Augenlaserbehandlung fallen die Lichtstrahlen wieder exakt auf einen Fokuspunkt auf die Netzhaut, welche die eintreffenden Signale an das Gehirn weiterleitet. Bei dem Linsenaustausch zum Beispiel im Rahmen einer Kataraktoperation wird die körpereigene Linse durch eine neue Kunstlinse ersetzt.
Häufigste Indikation für einen Austausch der körpereigenen Linse ist die Erkrankung an der Augenerkrankung „Grauer Star". Bei dieser Augenerkrankung trübt sich die Linse. Die Trübung der Linse hat die Farbe grau, weswegen die Erkrankung auch Grauer Star genannt wird. Die Trübung hat Einschränkungen in der Sehqualität zur Folge. Als Option bleibt am Ende nur noch der Austausch der Linse. Eingesetzt wird entweder eine Monofokallinse oder aber eine moderne Multifokallinse. Die revolutionären Multifokallinsen ermöglichen eine scharfe Sicht in die Ferne als auch in die Nähe. Die Multifokallinse zeichnet sich durch ihre Vielzahl von verschiedenen Brennpunkten auf der Linse aus, mit den beiden Hauptbrennpunkten für die Nähe und für die Ferne.
Im Gegensatz zur natürlichen körpereigenen Linse ist die automatische Akkomodationsfähigkeit nicht mehr gegeben. Das bedeutet, dass die neue Kunstlinse sich nicht automatisch auf Objekte, die sich in der Nähe befinden, scharf stellt. Die
Multifokallinse produziert simultan auf der Netzhaut sowohl ein scharfes Bild für die Ferne als auch ein scharfes Bild für die Nähe. Das Gehirn ist nun gefordert den jeweils angemessenen Fokus auszuwählen. Aus diesem Grund bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit bis sich das Gehirn vollständig an die neue „multifokale" Sichtweise angepasst hat. In diesem Zusammenhang spricht man auch von neuronaler Adaption. Das gesamte Leistungsspektrum der Multifokallinse kann meist erst nach einigen Monaten voll abgerufen werden.
Neben der Implantation von Multifokallinsen gibt es auch die Implantation von sogenannten Phaken Linsen, welche zusätzlich zur körpereigenen Linse in das Auge eingesetzt werden. Phake Linsen sind für Menschen zu empfehlen, die an sehr stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit leiden, wie beispielsweise -15 bis -20 Dioptrien Kurzsichtigkeit oder +6 bis +10 Dioptrien Weitsichtigkeit. Bei dieser hohen Ausprägung des Sehfehlers ist selbst eine Behandlung mit dem Augenlaser nicht mehr möglich. Es müsste ein erheblicher Bestandteil des Hornhautgewebes abgetragen werden, um die Brechkraft der Hornhaut insoweit zu verändern, dass die einfallenden Lichtstrahlen wieder korrekt und einwandfrei auf die Retina fokussiert werden. Dies würde jedoch die Stabilität des Hornhautgewebes substantiell beeinträchtigen und es könnte zu Hornhauterkrankungen führen, die nicht mehr behandelbar wären.
Phake Linsen werden zwischen die körpereigene Linse und die Regenbogenhaut (Iris) eingesetzt. Dieser chirurgische Eingriff ist vollkommen reversibel, was den Vorteil hat, dass bei einer Veränderung der Dioptrienstärke des Sehfehlers, die Linse wieder angepasst werden kann. Augenlaserbehandlungen und die Implantation von Multifokallinsen sind Behandlungsoptionen, die in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Aus diesem Grund reisen immer mehr Augenlaser-Patienten für ihre Behandlung in die Türkei. Vor allem die
Lasik-OP in Istanbul ist sehr beliebt. Jeden Monat werden hunderte von Lasik-Patienten in der Weltmetropole am Bosporus erfolgreich behandelt.
Kerstin Weber