Bewerbungsverfahren im Internet
Der Trend zur verstärkten Nutzung von Social Media Anwendungen, wie YouTube, Facebook oder Twitter macht auch vor der Personalgewinnung nicht Halt. So trifft man mehr und mehr Unternehmen auch in diesen Gebieten des Internets an. Die Aktivitäten reichen von einem bloßen Unternehmensauftritt bis hin zu attraktiven Informationsportalen. Hierbei profitiert vor allem der Bewerber von den verstärkten direkten Werbemaßnahmen der Unternehmen. So kann man auf den Facebookkarriereseiten von Bayer, Bertelsman, BWM, Siemens und Co nicht nur direkt Antworten auf drängende Fragen erhalten, sondern gleichzeitig auch direkt mehr über das Unternehmen und dessen Arbeitskultur erfahren. Somit hat man die Möglichkeit, die Informationsangebote aktiv dazu zu nutzen sich auf die Bewerbung vorzubereiten.
Dass Unternehmen vermehrt auch das Bewerbungsverfahren in das Internet verlagern, dürfe jedem auffallen, der sich momentan nach einer Anstellung umsieht. Immer öfter weisen gerade große Unternehmen (bspw. die Deutsche Lufthansa) darauf hin, dass die Bewerbung online erfolgen muss. Im Fall der Lufthansa erfolgt dies über eine spezielle eigene Online-Plattform. Andere Unternehmen wünschen sich zumindest eine Bewerbung via E-Mail.
Somit gewinnen Jobbörsen und Bewerbungs-Portale im Internet, sowie digitale Bewerbungsmappen stark an Einfluss. Neben den vielen Vorteilen, die diese Abwicklungsmethodik den Unternehmen bietet, fehlen dem Bewerber hierbei oft die klassischen Möglichkeiten sich mit seiner Bewerbung von der großen Masse schon auf den ersten Blick abzusetzen. Als Folge dessen findet man im Internet auch vermehrt Anbieter, die genau dem entgegenwirken wollen. So bietet etwa jobmovies.de die Möglichkeit ein Bewerbungsvideo online zu stellen, während sich
stellensiemichein.de auf den Online-Lebenslauf spezialisiert hat. Beiden Angeboten ist gemein, dass man auf diese mittels einer eigenen URL in seiner eigentlichen Bewerbung verweist, wobei letzteres am ehesten einer eigenen Webseite gleich kommt.
Wie die Bewerbungsexperten Püttjer und Schnierda in „
Das große Bewerbungshandbuch" beschreiben, muss eine Bewerber-Homepage allerdings in jedem Fall gewissen Anforderungen gerecht werden: Generell sollte eine digitale Vorstellungsseite ein Anschreiben mit entsprechenden Qualifikationen, ein Bewerbungsfoto, einen Lebenslauf, sowie eine Leistungsbilanz (eine zusätzliche Seite, die vorrangig die bisherige Berufspraxis thematisiert) enthalten. Außerdem müssen wichtige Informationen direkt erkennbar sein, eine seriöse Form sollte vorliegen und private Informationen sollten nicht zusammen mit beruflichen Daten online gestellt werden. Als Vorteil sehen sie, dass keine Konvertierungsprobleme im Vergleich zum Verschicken von E-Mail-Bewerbungen entstehen können. Als Nachteile werden genannt, dass die Seite sehr allgemein gehalten werden muss, da verschiedene Unternehmen mit unterschiedlichen Anforderungsschwerpunkten Zugriff haben werden, und die Einrichtung einer solchen Seite einen hohen Erstellungsaufwand mit sich bringt. Daher sehen sie eine Bewerber-Homepage nur als sinnvoll an, wenn sie als Ergänzung zu einer maßgeschneiderten Bewerbung dient.
Bei der Erstellung unterstützen genannte Seiten in der Regel soweit, dass auch technisch weniger versierte Bewerber einfach und schnell ein eigenes Bewerbungsprofil anlegen können. Ob man sich diesen Entwicklungen und Ideen voll und ganz hingegeben möchte, bleibt am Ende aber nach wie vor jedem selbst überlassen. Die Bedeutung des Internets in Fragen Bewerbung nimmt allerdings ohne Zweifel stetig zu.
Autoren
Jens Kürschner und Nathalie Zetzmann-Gmeiner