Keine neue Krise zulassen
Wenn es zu den herausragenden Aufgaben des Personalmanagements gehört, dafür Sorge zu tragen, dass immer die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz für wirtschaftliches Handeln Verantwortung trägt, so wäre angesichts der Finanzkrise die Antwort hierauf wohl mit einem oder mehreren dicken Fragezeichen versehen. Demnach stellt sich zwangsläufig die Frage: was ist falsch gelaufen und was läuft vielleicht immer noch verkehrt? Vgl. Becker, Jörg: Führungspositionen ohne Klinsmann-Syndrom - keine neuen Krisen zulassen, ISBN 9783839106440.
Man mag noch so viel nach den Ursachen und Gründen für die Krise forschen. Sie ist keine Naturkatastrophe, sondern sie ist von Menschen gemacht und zu verantworten. Mögen auch falsche oder fehlende Regeln oder gar eine verfehlte Wirtschaftsordnung vorgeschoben werden. Denn auch diese sind kein Produkt der Natur sondern einzig und allein von Menschen gemacht. Will man also an die Wurzel allen Übels gehen, wird man zwangsläufig immer wieder nur zu Menschen und ganz bestimmten Personenkreisen kommen. Denn wer sonst als Personen in verantwortlichen Führungspositionen sollten an Geschehnissen im Zusammenhang mit der Krise beteiligt gewesen sein ? Wer also sonst könnte für das Ende einer Krise und die Begleichung ihrer Folgen sorgen ? Vgl. Becker, Jörg: Führungspositionen ohne Klinsmann-Syndrom – Keine neuen Krisen zulassen, ISBN 9783839106440.
Nun hat nicht jede Generation mehr die Zeit, dass sie die zehn Jahre oder mehr auf die Schadensbeseitigung warten könnte. Nicht jede folgende Generation wird einfach dazu bereit sein, Schulden ihrer Väter-Generation abzutragen und für eine Krise zu bezahlen, mit der sie nichts gemein hat. Womit man bei den Auswahlverfahren und -kriterien für Positionen wäre, die während der Krisenentstehung die verantwortlichen Stellhebel in Beschlag gehalten haben. Wenn man sich die grundsätzlich einfache Frage stellt: hätte man sich an diesen Stellhebeln andere Personen mit anderen Verhaltensweisen vorstellen können, mit und unter denen eine solche weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise vielleicht nicht so entstanden wäre ? Hätten mehr Frauen in Führungspositionen die Wirtschaftskrise vermeiden können ?
Wenn eine Bejahung dieser Fragen den Horizont der Vorstellungskraft nicht übersteigen würde, könnte dies eigentlich nur heißen, einmal grundsätzlich alle Auswahlverfahren und Selektionsmechanismen zu überdenken, die in der Vergangenheit die offenbar suboptimale Belegung dieser möglicherweise krisenbewirkenden Stellhebel zugelassen oder sogar befördert haben. Wie komplex die Krise in allen ihren Einzelheiten oder Facetten auch immer sein mag. Wie unwahrscheinlich auch ein einzig gangbarer, aus der Krise direkt herausführender Königsweg auch immer sein mag. Ohne den Versuch zu einer ganzheitlich und damit vernetzten Denkweise sowie zur Entwicklung einer in sich geschlossenen und bruchfreien Methodik wird man kaum zum Kern des Problems vordringen. Innerhalb von immer mehr Informationsüberflutung und daher oft auch Informationsverschmutzung könnte die vereinfachende Besinnung auf Grundsätzliches hilfreich sein. ? Vor dem Hintergrund von umfassenden und ganzheitlichen Wissens- und Personalbilanzen vgl. auch Becker, Jörg: Führungspositionen ohne Klinsmann-Syndrom – Keine neuen Krisen zulassen, ISBN 9783839106440.
Jörg Becker
www.beckinfo.de