Laßt uns unser Glück besorgen, in den Garten gehen und arbeiten. (Voltaire)
The same procedure as last year? The same procedure as every year!Dies oder so etwas Ähnliches werden sich tausende Gärtner, Gartenplaner und Gartenarchitekten denken, wenn die ersten Frühlingsstrahlen den Boden erweichen, und die Krokusse sprießen. Dann nämlich, wenn die zahllosen Gartenbesitzer sich dadurch daran erinnert fühlen ihr „grünes Zimmer" auf Vordermann zu bringen und/oder die eine oder andere Baumaßnahme endlich anzugehen. Dabei könnte doch alles so schön sein!
Naturgemäß sind alle Ressourcen nur begrenzt vorhanden. Und die der oben genannten Dienstleister ächzen unter dem Ansturm der frühlingsbedingten Anfragen. Auch wenn dieser Winter mich Lügen strafen sollte so bleibt eine Binsenweisheit unbestritten:
Der beste Zeitpunkt für eine Umgestaltung des Gartens ist der Spätherbst und der Winter, dann nämlich, wenn dieser Bereich nicht mehr so stark oder gar nicht mehr genutzt wird. In den letzten zwanzig Jahren waren fünfzehn darunter in denen man problemlos von November bis Januar landschaftsgärtnerisch tätig sein, und der „neue Garten", pünktlich zum Frühling genutzt werden konnte. Dies gilt sicherlich nicht für den ganzen mitteleuropäischen Raum aber für einen großen Teil. Maßgeblich sind lediglich die Temperaturen und der Niederschlag. Friert es nicht, können alle gärtnerischen Arbeiten verrichtet werden. Selbst schwache Nachtfröste sind nicht sehr hinderlich. Der Niederschlag ist in dieser Jahreszeit ohnehin immer niedriger als im Frühjahr und Sommer. Darüber hinaus befinden sich bekanntermaßen alle Pflanzen in der Winterruhe und können problemlos verpflanzt werden.
Voraussetzung für eine Umgestaltung ist allerdings die Planung derselben. Ideen sammeln, Vorstellungen konkretisieren, Wünsche formulieren sind die ersten Aufgaben eines Gartenbauherrn. Um dann daraus ein tragfähiges Konzept zu schmieden, ist in der Regel ein professioneller Gartenplaner notwendig. Dieser Planungsprozess ist entscheidend darüber, ob Bauvorhaben oder die Neupflanzung reibungslos vonstatten gehen. Er ist das Bindeglied zwischen dem Gärtner und dem Gartenbesitzer. Leider fehlt allzu oft dieser Zwischenschritt, und in einigen Fällen bleibt dann der enttäuschte Gartennutzer zurück. Missverständnisse sind vorprogrammiert, wenn beide Parteien, Bauherr und Gärtner nicht das gleiche Bild vor Augen haben. Es sei denn beide blicken auf ein und dieselbe Planung!
Der Weg zu einer ausgereiften Gartenplanung oder Planung der Außenanlage ist oft weit, und der Teufel steckt wie überall im Detail. Oft wir bis zuletzt, manchmal sogar bis in die Bauphase hinein, noch mit Materialfragen gerungen oder die Blütenfarben diskutiert. Doch eines ist gewiss: es kann keine grundlegenden Missverständnisse mehr geben. Alle Beteiligten sprechen über das gleiche, über das was sie auf den Plänen und Detailplänen sehen.
Wird man allerdings erst durch die Frühlingssonne dazu inspiriert Änderungen im Garten oder der Außenanlage vorzunehmen, so muss ein langer Atem mitgebracht werden. Das hehre Ziel die Terrasse bis Ostern fertigzustellen sollte nicht erst im Februar gesteckt werden. Dann wenn eigentlich alle Fragen zu diesem Thema beantwortet sein sollten, ist es zu spät sie zu stellen. Zudem muss man sich „hinten an stellen". Selbst wenn alle Fragen in Eigenregie beantwortet wurden, und man sich anschickt im März nach einer Firma zu suchen, die dieses dann ausführen soll, wird es schwierig sein einen Fachmann zu finden, der Kapazitäten frei hat.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: In den Sommerferien nutzen auch viele Ihren Garten nicht!
Markus Wohlrab
www.wohlrabs-gaerten.de