Die in Deutschland praktizierte und angebotene Nuklearmedizin ist führend im internationalen Vergleich. Inhaltlich wird dies durch kompetente Patienteninformationen überzeugend vermittelt.
Eine medizinisch, theoretische Erläuterung für einige Schwerpunktgebiete der Nuklearmedizin, wie hier die
Radiosynoviorthese, ist gerade für Patienten eine hilfreiche Information zu auf diesem Fachgebiet.
Was bedeutet Radiosynoviorthese für den Patienten?
Über ein halbes Jahrhundert wird die als bewährte Therapiemethode genutzt um chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen lokal zu behandeln, d.h. nur dort, wo die Entzündung auch vorliegt. Ähnlich einer Gelenkpunktion, die schmerzarm ist und ambulant durchgeführt werden kann, wird eine Wiederherstellung der Gelenkschleimhaut möglich. Der Arzt kann frühzeitig die Weichen
stellen arzt.
Bei chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie z.B. im Kniegelenk, ist die Gelenkinnenhaut dauerhaft entzündet. Sie wuchert dann oft zottenartig. Wird der Entzündungsprozess nicht rechtzeitig gestoppt, so kann es dazu führen, dass wichtige Gelenkstrukturen wie Knochen und Knorpel geschädigt und zerstört werden.
Die medizinische Voruntersuchung wird mit einer hochempfindlichen Methode zum Nachweis der entzündlichen Prozesse im Gelenk sowie im knöchernen Areal durchgeführt. Der Nuklearmediziner spritzt ein schwach radioaktives strahlendes Mittel in die Armvene. Nach entsprechender Zeit werden mit einer Spezialkamera Aufnahme des erkrankten Gelenkes gemacht. Mitunter sind noch Spätaufnahmen notwendig.
Bei der
Radiosynoviorthese Therapie wird zunächst die Haut über dem zu behandelnden Gelenk desinfiziert und örtlich betäubt. Dann führt der Facharzt die Punktionsnadel in das Gelenk ein. Ein bestehender, größer Gelenkerguss wird zunächst punktiert, Anschließend wird die radioaktive Substanz direkt in die Gelenkhöhle gespritzt. Nachgespült wird in der Regel mit einem Kortisonpräparat. Um die Entzündung zusätzlich zu beruhigen. Eine Gelenkschiene wird anschließend angelegt um das behandelte Gelenk ruhigzustellen.
Zu beachten ist, dass nach der
RSO-Behandlung das behandelte Gelenk unbedingt 48 Stunden ruhiggestellt wird. Kein Auto darf gesteuert werden oder an Maschinen gearbeitet werden – nur der Toilettengang ist erlaubt. Das Gelenk sollte mindestens zwei Wochen geschont werden. Eine Thromboseversorgung kann zusätzlich für Risikopatienten notwendig werden. Dazu werden Einwegspritzen mitgegeben die der Patient, nach Einweisung, sich selbst z.B. in die angezogene bauchfalte neben dem Bauchnabel spritzen kann. Dies ist nahezu schmerzfrei.
Darauf hinzuweisen ist, dass bei stark beschädigtem Knorpel die RSO allerdings nur noch lindernd wirken kann. Die Entzündung kann therapiert werden, nicht aber die zerstörten gelenkflächen. Wenige Tage nach dem Eingriff spüren manche Patienten schon eine deutliche Besserung. Zwei bis sechs Monate können je nach Gelenk vergehen bis die Entzündung der Schleimhaut zurückgegangen ist. Die ganze Wirkung der RSO entwickelt sich also erst nach und nach.
Johanna Weishoff