Zielgenaue Gründerentscheide
Jeder Gründer befindet sich in der klassischen Situation eines Entscheiders und der Entscheidungsfindung. So kann beispielsweise eine gute Geschäftsidee zum Scheitern verurteilt sein, wenn die Entscheidungsstärken eines Gründers nicht dazu ausreichen, sie in die Praxis umzusetzen. Ein Gründer mag über noch so viele Stärken verfügen, ohne eine gute Geschäftsidee ist er aber aufgeschmissen. Wenn man beide Kriterien, nämlich Qualität der Geschäftsidee und Entscheidungsstärken miteinander verknüpft, so dürften die beiden folgenden Verbindungpaare zu Ergebnissen mit der größten Wahrscheinlichkeit führen (Bewertungsstufen: outstandig, good, average und poor) :
A:Qualität der Geschäftsidee: outstanding, Entscheidungsstärken: outstanding, Wahrscheinliches Ergebnis: Erfolg
B: Qualität der Geschäftsidee: poor, Entscheidungsstärken: poor, Wahrscheinliches Ergebnis: Mißerfolg, Scheitern
Fragezeichen ergeben sich bei den beiden anderen Kombinationen:
C:Qualität der Geschäftsidee: outstanding, Entscheidungsstärken: poor,Wahrscheinliches Ergebnis?
D: Qualität der Geschäftsidee: poor, Entscheidungsstärken: outstanding,Wahrscheinliches Ergebnis?
Im Hinblick auf Entscheidungsstärken des Gründers, gegebenenfalls unterstützt durch eine gezielte Anwendung von Entscheidungstechniken (Vgl. Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, 2010) wäre vor allem die Kombination C: Qualität der Geschäftsidee: outstanding, Entscheidungsstärken: poor, Wahrscheinliches Ergebnis: ? von großem Interesse. Damit soll nicht behauptet oder unterstellt werden, ein Gründer sei trotz hervorragender Geschäftsidee für deren Umsetzung ungeeignet. Dem würde schon widersprechen, dass er zum Entwickeln einer hervorragenden Geschäftsidee fähig war.
Es soll daher vielmehr angenommen werden, dass der Entscheider über eine Reihe von guten Qualitäten verfügt, diese aber erst so richtig zum Tragen kommen und Wirkung entfalten können, wenn im späteren Geschäftsleben die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Denn trotz sonstiger Qualitäten beispielsweise eines Gründers könnten diese zunichte gemacht werden, wenn schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen werden. Es sollte daher versucht werden, sich mit einigen grundsätzlichen Entscheidungssituationen und -problemen zu beschäftigen. Dabei sollten Entscheidungstechniken nicht isoliert sondern immer nur mit ihren Verbindungen zur individuellen Person des Entscheiders gesehen werden. Mit diesen (und anderen) Fragen beschäftigt sich eine Reihe BusinessIntelligence-Publikationen von Jörg Becker, so u.a. mit Konzept der Vorsichtslinie, Technik der Polarprofile, RoI-Entscheidungsrechnung, RoI-Sensitivitätsrechnung oder Entscheidungstechnik-Gewichtsverfahren unter ISBN 978 3 8391 2906 7.
Dipl.Kfm. Jörg Becker (www.beckinfo.de)