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Qualifiziertes Personal für die Altenpflege

Autor: FSchulte1957 | Erstellt am: 10.05.2013 | Gelesen: 767
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Mitarbeiter in der Pflege haben ein besonders hohes Risiko, ein Burnout zu bekommen.

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Mitarbeiter in der Pflege haben ein besonders hohes Risiko, ein Burnout zu bekommen. Seit Einführung der Pflegeversicherung verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen. Personalabbau, Lohnkürzungen, Arbeitsverdichtung, befristete Arbeitsverträge, die Beschäftigung gering qualifizierter Kräfte und Leiharbeit tragen dazu bei.

Der Münchener Psychoanalytiker Schmidbauer sagt: „Die Altenpflege ist eine Brutstätte für Burnout. Die Leute sind eher schlecht ausgebildet, haben oft sehr hohe ethische Ansprüche und ein sehr hohes Liebesbedürfnis. Sie pflegen alte Leute in der Hoffnung, es kommt ganz viel zurück, aber dann erleben sie, dass alte Leute gekränkt sind, dass sie frustriert sind, weil sie Vieles nicht mehr können. Und der, an dem sie das auslassen können, ist eben der Pfleger oder die Pflegerin".

Geringe Qualifikation

Die Quote niedrig qualifizierter Kräfte in der Pflege wird immer höher. Die examinierten Altenpflegerinnen tragen die Verantwortung für das Handeln der Helfer. Viele Pflegehelfer sind Quereinsteiger, die wegen ihrer eigenen problematischen Lebenssituation beruflich nie richtig Fuß fassen konnten. Pflegehelfer werden z.T. in 6-wöchigen Kursen geschult. Es besteht die Gefahr, sie wollen ihre persönlichen Schwierigkeiten über Dankbarkeit und Anerkennung von den Bewohnern kompensieren. Das führt zwangsläufig zur Enttäuschung, löst Stress aus und kann zum Burnout führen.

Selbstverständlich gibt es unter diesen Kräften hochmotivierte Mitarbeiter, die eine Bereicherung für die Einrichtung sind und die zu examinierten Altenpflegerinnen fortgebildet werden könnten.

Eine Kursbeschreibung

„Die Ausbildung zur Pflegehilfskraft erleichtert den beruflichen Einstieg in den Pflegebereich. Sie stellt die Mindestvoraussetzung gemäß SGB XI zur Tätigkeit in einer Sozialstation, häuslichen Pflege oder anderen Pflegeeinrichtungen dar. Mit der integrierten Ausbildung zum Demenzbegleiter nach § 45b, SGB XI sind Sie für Arbeitgeber in der ambulanten Pflege künftig noch flexibler einsetzbar."

Der Umfang dieser und ähnlicher Kurse beträgt 156 Stunden (4 Wochen) Unterricht und 100 Stunden Praktikum (2,5 Wochen).

Die Veranstalter bewegen sich im rechtlichen Rahmen. Die Teilnahmegebühr wird bei Menschen, die Arbeitslosengeld beziehen, häufig als Maßnahme zur beruflichen Eingliederung von den Leistungsträgern übernommen.

Nach der Teilnahme kann die Pflegehilfskraft auch in der ambulanten Pflege eingesetzt werden und arbeitet dort eigenverantwortlich.

Pflegekräfte mit Migrationshintergrund

Der Ansatz, Pflegehelfer mit Migrationshintergrund zu schulen, ist sehr positiv, weil der Anteil alter ausländischer Mitbürger zunimmt. Diese alten Menschen sprechen oft nur schlecht Deutsch oder vergessen die Sprache, wenn sie demenziell sind. Zweisprachige Pflegekräfte können wertvolle Unterstützung leisten, auch im Hinblick auf kulturelle Unterschiede.

Leider handelt es sich vielfach um Personen, deren deutsche Sprachkenntnisse lückenhaft sind. Der Anteil funktionaler Analphabetinnen ist groß. Die Gefahr, dass es zu Missverständnissen bei Anweisungen und der Dokumentation kommt, ist hoch.

Die examinierten Altenpflegerinnen tragen auch dafür die Verantwortung.

Fachkräftemangel

Wegen des Fachkräftemangels und der niedrigeren Bezahlung werden gering qualifizierte Pflegehelfer eingesetzt. Die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin dauert 3 Jahre. Ein 6-wöchiger Kurs kann nicht zu solch einer anspruchsvollen Aufgabe befähigen. Schon heute wird die vorgeschriebene Quote an examinierten Altenpflegerinnen unterschritten.

Auswirkungen

Gering qualifizierte Kräfte sind besonders Burnout-gefährdet, weil sie nicht gelernt haben, professionelle Distanz zu wahren und sich abzugrenzen. Frustrationen und Aggressionen treten auf und die Gefahr von Gewalt gegen Bewohner steigt. Pflegefehler treten auf. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Pflegehelferin benutzt den Rasierapparat eines Bewohners mit Herpes Zoster für den ganzen Wohnbereich.

Durch den Einsatz der Pflegehelfer steigt der Arbeits- und Verantwortungsdruck für die examinierten Altenpflegerinnen.

Forderung

Pflegediensthelfer- und Schwesternhelferkurse, die in 6 Wochen dazu befähigen, Grundpflege auszuführen und Demenzkranke zu betreuen, sind rechtlich abgesichert. Es stellt sich die Frage, warum in der Altenpflege dermaßen gering qualifizierte Kräfte eingesetzt werden dürfen. Der anspruchsvolle aber gesellschaftlich nicht besonders angesehene Beruf der Altenpflegerin wird dadurch zusätzlich abgewertet.

Auf Pflegehelfer, die die Grundpflege übernehmen, wird in der Zukunft nicht verzichtet werden können. Es ist wünschenswert, dass Pflegehelfer eine mindestens 6-monatige Theoriephase und ein zusätzliches Praktikum von 3 Monaten absolvieren. Noch besser wäre die Vorgabe, dass zumindest der staatlich anerkannte Abschluss zur Altenpflegehelferin erworben sein muss.

Pflegehelfer mit Migrationshintergrund sollten über ausreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift verfügen.

Der Bedarf an qualifiziertem Personal wird steigen. Es ist eine gesellschaftliche und politische Verantwortung, Menschen für diesen Beruf zu gewinnen und sie entsprechend gut zu qualifizieren.

(Für die bessere Lesbarkeit wurde die geschlechtsneutrale Form genutzt. Der Artikel bezieht sich selbstverständlich auf Frauen und Männer.)

Über Frauke Schulte
Schulte-Coaching-Frauke Schulte, Ihr „Schlüssel" und die Expertin für Mitarbeiter-Motivation und Leistungssteigerung in der Altenpflege sowie in sozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern. Langjährige Berufserfahrung in der Erwachsenenbildung und als Führungskraft. Mit großem Erfolg und viel Freude unterstützt sie seit über 15 Jahren Menschen dabei, ihr Potenzial zu leben. Ihre Angebote sind Einzelcoachings und Trainings.

Kontaktdaten:
Schulte-Coaching
Frauke Schulte
Naumburger Str. 4
28832 Achim

Tel.: 49-4202-500085
info@frauke-schulte.de
www.frauke-schulte.de

 
 
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