QEEG Neurofeedback-Therapien
Was ist QEEG?
QEEG bedeutet "Quantitatives EEG" bzw. "Quantitative Elektroenzephalographie" und ist eine spezielle Betrachtungsweise des EEG. Bei der Untersuchung der Gehirnströme zur Erkennung von Krankheitsursachen kann auf verschiedene Weise vorgegangen werden:
Zum einen können anhand von Symptomen (Schlafmangel, Tics, ...) die Gehirnareale festgestellt (bzw. eher vermutet) werden, die eine Übererregung, Untererregung oder instabile Erregung erfahren.
Zum anderen kann aber auch anhand normierter Messwert-Datenbanken eine "quantitative" Analyse des EEG stattfinden. Durch einen Vergleich mit den Werten einer gesunden Normpopulation kann eine Diagnose recht gesichert gestellt werden. Dies nennt man dann QEEG.
Wir betreten eine neue Ära der Psychiatrie und Neurologie
Lang erwartet, wird die fünfte, überarbeitete Ausgabe von „The Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM-V) nach seiner Herausgabe im Jahr 2012 die Hauptreferenz für Psychiater und Neurologen werden. Der primäre Schwerpunkt der neuen Revision ist es, Gehirnstörungen nach ihren biologischen Markern – den Endophenotypen – zu klassifizieren. Der neue Ansatz geht davon aus, dass psychiatrische Diagnosen nicht allein aus dem Verhalten gestellt werden, sondern auch aus dem Wissen, welches Hirnsystem beeinträchtigt ist. Parameter des quantitativen Elektroenzephalogramms, QEEG, und Komponenten der evozierten Potenziale (Event-Related Potentials - ERPs) werden als effektivste biologische Marker angesehen.
Wir sehen einer Renaissance des EEG entgegen
Die Renaissance hängt mit der Entwicklung neuer Methoden der Analyse und bahnbrechenden Entdeckungen im Bereich der neuronalen Mechanismen des EEG zusammen. Die Mehrzahl der neuen Methoden (z.B. die Dekomposition von EEG und evozierten Antworten in unabhängige Komponenten, und LORETA - Low Resolution Electromagnetic Tomography) wurden erst vor wenigen Jahren unter Laborbedingungen initiert. Es gibt jedoch einen starken Drang, diese neuen Methoden in die klinische Praxis zu übernehmen. Leider verwenden keine der zur Zeit vorhandenen normativen Datenbanken diese neu entwickelten Technologien.
Dieser Nachteil der bisherigen Datenbanken wird mit der neuen Datenbank, die auf der an dem Human Brain Institute (HBI) of the Russian Academy of Sciences and the Institute for Experimental Medicine of the Russian Medical Academy of Sciences entwickelten Methode basiert, aufgehoben. Diese Methode gewann den Staatspreis der UDSSR (die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der ehemaligen Sovietrepublik) und ist offiziell als einzigartige Entdeckung auf dem Gebiet der menschlichen Physiologie anerkannt. Die Datenbank wird mittlerweile in vielen wissenschaftlichen Zentren weltweit und in Kliniken, bzw. Praxen in Europa und USA eingesetzt.
Spezifikationen
Die HBI Referenz- (normative) Datenbank beinhaltet multi-Kanal EEG Aufnahmen der folgenden Gruppen:
- Kinder/Jugendliche: Alter 7-17 (n=300)
- Erwachsene: Alter 18-60 (n=500)
- Senioren: Alter 61+ (n=200)
Einschluss- und Ausschluss-Kriterien setzen voraus: Eine komplikationslose Geburt, keine Kopfverletzungen mit zerebralen Symptomen, keine Geschichte neurologischer oder psychiatrischer Erkrankungen, keine Krampfanfälle, normale mentale und physische Entwicklung und durchschnittliche oder überdurchschnittliche Schulnoten. Ein 19-Kanal EEG wird unter zwei Ruhebedingungen mit offenen Augen (Minimum 3 Minuten) und geschlossenen Augen (Minimum 3 Minuten) und fünf verschiedenen Bedingungen mit Aufgaben, darunter zwei Stimulus GO/NOGO Aufgaben, arithmetische und Lese-Augaben, auditive Erkennung und auditive Oddball-Aufgaben. Die Charakteristiken des QEEG sind normalisiert. Die Mittelwerte und Standardabweichungen für verschiedene Altersgruppen werden gewonnen. Abweichungen von der "Norm" werden bewertet durch die Berechnung von z-Scores – standardisierte Maße der Abweichung individueller EEG-Parameter von den normativen Werten.
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