Gewerbliche Händler haben in der Regel eine spezielle
Versicherung für Probefahrten und der Testfahrer zahlt einen Selbstbehalt. Bei privaten Probefahrten ist dies jedoch nicht der Fall. Hier haftet im Regelfall die Haftpflichtversicherung des Halters. Der Halter kann den Testfahrer jedoch zivilrechtlich in Anspruch nehmen. Um hier Klarheit zu schaffen, ist eine schriftliche Vereinbarung empfehlenswert. Vordrucke gibt es bei Automobilclubs, Versicherern oder Gebrauchtwarenbörsen zum Download.
Außerdem sollte das Auto auf klar erkennbare Schäden an der Karosserie, wie zum Beispiele Kratzer, Dellen und Beulen und im Innenraum (Brandflecken im Sitzbezug oder defekte Türverkleidung) untersucht werden. Diese Mängel sollten vor Probefahrten schriftlich festgehalten werden.
Lassen Sie sich vom Verkäufer oder Halter die wichtigsten Bedienungselemente zeigen, wenn Sie nicht mit dem Fahrzeug vertraut sind. Für eine gründliche
Probefahrt sollten Sie sich mindestens ein bis zwei Stunden Zeit nehmen. Eine möglichst sachverständige Begleitung ist bei Probefahrten ebenfalls empfehlenswert. Die eigentliche Probefahrt sollte möglichst verschiedene Straßentypen berücksichtigen und nicht nur im Stadtverkehr stattfinden. Besonders empfehlenswert sind Holperstrecken mit schlechtem Straßenbelag, Kopfsteinpflaster oder unbefestigte Feldwege, um Klappern und Knarzen zu erkennen. Auch die Qualität der Federung lässt sich so gut erkennen. Auf Probefahrten sollte grundsätzlich das Radio ausgeschaltet bleiben und auch die Klimaanlage und Lüftung sollten nicht ständig auf Hochtouren laufen, da Sie sonst leicht verdächtige Geräusche überhören.
Während der Probefahrt sollten Sie darauf achten, dass der Motor auch bei niedrigen Drehzahlen rund läuft. Das Beschleunigungsverhalten von Tempo 80 auf 120 lässt sich am besten auf einem kurzen Stück Autobahn testen, die Beschleunigung aus dem Stand und das Bremsverhalten testen Sie lieber auf einem leeren Parkplatz oder besser einem Verkehrsübungsplatz. Klimaanlage, Radio, Bordcomputer und Navigationssystem sollten auf Probefahrten ebenfalls kurz getestet werden.
Neben den technischen Aspekten sollten Sie praktische Überlegungen ebenfalls in die Probefahrt einbeziehen. Versuchen Sie das Auto doch einmal rückwärts und seitwärts einzuparken oder falls möglich in die eigene Garage zu fahren. Auch das Beladen oder die Montage von Kindersitzen sollten Sie testen. Nach der Probefahrt sollten Sie sich die ordnungsgemäße Rückgabe des
Testwagens schriftlich bestätigen lassen und aufgetretene Fragen sofort mit dem Verkäufer klären. Die eigentliche Kaufentscheidung sollten Sie dagegen ruhig noch eine Nacht überdenken.
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