
Viele Private Krankenversicherer haben zum Anfang des Jahres 2008 die Beiträge erhöht. Dies wird von vielen PKV-Gesellschaften mit der für Versicherer obligatorischen Einführung des Unisex-Tarif begründet. Während für Männer bisher meist geringere Beitragssätze veranschlagt wurden und Frauen aufgrund eines höheren Kostenrisikos (z.B. Schwangerschaft) mehr bezahlen mussten, wird nun diesbezüglich i.d.R keine geschlechtsabhängige Ungleichbehandlung erfolgen.
Ob dies allein in der PKV zu einer Beitragssteigerung von teilweise mehr als 15% geführt hat, bleibt fraglich. Vielmehr ist wohl auch der allgemeine Kostenanstieg im Gesundheitssystem und nunmehr auch der so genannte Basistarif für diese Verteuerung der Tarife verantwortlich.
Eine Möglichkeit, zumindest einen Teil dieser persönlichen Mehrbelastung abzufangen, ist ein versicherungsinterner Wechsel in einen günstigeren Tarif. Der Vorteil gegenüber einem Wechsel zu einem anderen Versicherer besteht darin, dass häufig keine erneute Risikoprüfung vorgenommen wird. Zusätzlich wird die bisherige Versicherungszeit angerechnet und auch Alterrückstellungen können übertragen werden. Unabhängig von einem Tarifwechsel kann zur Beitragsreduzierung auch eine höhere Selbstbeteiligung vereinbart werden.
Viele Kritiker der PKV dürften sich nun in ihrer Haltung zunächst bestätigt fühlen. Objektiv betrachtet stellt jedoch auch dieser Beitragsanstieg für Tarif der Privaten Krankenversicherer nicht unbedingt ein Argument für die Gesetzliche Krankenversicherung. Zwar werden in der GKV weniger häufig direkte Beitragsanpassungen vorgenommen, allerdings sollten dabei auch eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze und steigende Zuzahlungen für Medikamente gesehen werden. So führt die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze z.B. zu einer Erhöhung der Anzahl der Pflichtversicherten in der GKV und somit auch zu einer Einnahmenerhöhung in diesem Bereich. Nicht zuletzt wird sich wohl auch die Einführung des Gesundheitsfonds auch auf die GKV auswirken – nämlich in Form von Beitragssteigerungen.
Stefan Müller