Das Geschäft mit dem Bildungssystem
Repetitorien sind bisweilen vor allem bei angehenden Juristen bekannt und äußerst beliebt. In jüngster Zeit ziehen allerdings auch andere Studiengänge kräftig nach. Nicht zu vergessen die drastisch steigende Nachfrage nach Nachhilfe bei Schülern. Während Nachhilfe gerade in der Schule oft als wichtige Unterstützung angesehen wird, müssen die Anbieter von Repetitorien auf universitärem Niveau laufend mit harscher Kritik von Hochschulen und Öffentlichkeit kämpfen. Allzu schnell wittert man hier kalkulierte Abzocke mit der Angst der Studierenden. Nichts desto trotz bleibt der Siegeszug der bezahlten Nachhilfe scheinbar ungebrochen. Nach verschiedenen Schätzungen beträgt das Volumen des gesamten privaten Nachhilfe- und Repetitorienmarktes in Deutschland bis zu drei Milliarden Euro mit steigender Tendenz. So nimmt nachvollziehbarer Weise mit der steigenden Nachfrage auch das Angebot an derartigen Bildungs-Dienstleistungen zu.
Seit Januar 2010 ist der Markt im Einzugsgebiet der Universität Bayreuth enger geworden. Nachdem gerade Wirtschaftswissenschaftler zunehmend nach weiterer Unterstützung rufen, hat sich mit BT REPS ein weiterer Anbieter etabliert. Die Tutoren kommen allesamt aus dem Kreise der Studenten und versprechen bei niedrigen Preisen eine bessere Vorbereitung auf die Klausuren. In sieben unterschiedlichen Fächern wurden hierbei nun bereits 325 Studierende bei der Klausurvorbereitung begleitet, wobei vor allem Statistik äußerst beliebt ist.
Der Ablauf gestaltet sich hierbei immer gleich. In bis zu 30 Stunden, wird mit den Teilnehmern nach und nach anhand von unterschiedlichen Aufgabenstellungen der Lehrstoff aufbereitet und eintrainiert. Der Fokus liegt vor allem darauf, die alles entscheidende Klausur gut zu bestehen. Die Tutoren gehen hierbei insbesondere konkret auf die individuellen Unsicherheiten der Studenten ein und geben somit auch Sicherheit. Die Qualität wird bei
BT REPS durch ausgewählte, leistungsstarke Tutoren und regelmäßige Evaluationen der Veranstaltungen sichergestellt. Letztere fielen bisher stets äußerst positiv aus. Laut Nico Schmid, Geschäftsführer von BT REPS, gaben über 98 % der Teilnehmer an, dass sie die Repetitorien uneingeschränkt weiterempfehlen können. Hierzu trägt unter anderem auch das gute Betreuungsverhältnis bei BT REPS bei.
Die Qualität der Ausbildung an deutschen Universitäten beurteilt Herr Schmid grundsätzlich als gut. Aufgrund großer Studierendenzahlen und begrenzter finanzieller Mittel können die Universitäten jedoch nicht konkret auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Studierenden eingehen. An dieser Stelle springt beispielsweise BT REPS ein und stellt die individuelle und fachliche Klausurvorbereitung der Studierenden sicher. Repetitorien werden somit von den Veranstaltern vor allem als Ergänzung des universitären Lehrprogramms angesehen und sind in keinem Fall dazu gedacht, Teile von diesem zu ersetzen. Als „Abzocke" könne man das Ganze nicht bezeichnen. Die Kosten für ein derartiges „Rep", liegen bei 3 Euro pro Unterrichtsstunde, was deutlich unter den Sätzen liegt, die bspw. bei gymnasialer Nachhilfe verlangt werden. Trotzdem kann aber auch dies bereits für viele Studenten eine außerordentliche Belastung darstellen.
Durch den immer größer werdenden Leistungsdruck durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums im schulischen Bereich und die Umstellung auf das Bachelor-Master-System im Hochschulbereich, bleibt Vielen oftmals allerdings kaum eine andere Wahl. Wer nicht mitzieht, bleibt im Kampf um die beste Ausbildung zurück und eben das will sich heutzutage kaum noch jemand leisten.
Eine steigende Nachfrage nach Repetitorien ist somit also gar nicht unbedingt eine Folge von unterfinanzierter staatlicher Ausbildung, sondern verstärkt sich auch durch den zunehmenden Leistungs- und Konkurrenzgedanken in der Gesellschaft. Der Kompetenz und dem Wissen zukünftiger Leistungsträger ist diese Entwicklung somit wohl eher hilfreich, wird gleichzeitig aber auch stetig privilegierter. Dem Ganzen entgegenwirken könnte am Ende nur eine signifikante Erhöhung der Bildungsausgaben von Seiten des Staates. Doch gerade hier wird mehr und mehr gespart.
BT REPS sieht seine Zukunft somit optimistisch und plant sein Fächerangebot an der Universität Bayreuth weiter ausbauen. Darüber hinaus sollen künftig auch Schulen und andere nordbayerische Hochschulstandorte anvisiert werden. Bei all der Vorbereitung bleibt den vielen „Rep"-Teilnehmern am Ende eigentlich nur noch „Alles Gute für die Klausuren" zu wünschen.
Kontakt/Autor:
Jens Kürschner
jens.kuerschner@peltmongerprojects.com
www.peltmongerprojects.com
www.btreps.de
Foto: Sanja Gjenero