Privatdetektiv
Der Begriff des Privatdetektivs leitet sich vom „Detective", einem Dienstgrad der US-Polizei, ab und wurde zur besseren Unterscheidung mit dem Präfix „private" versehen. So entstand der Private Detective, oder im deutschen eben Privatdetektiv.Doch der
Beruf des Detektivs kann bis ins London des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war die Kriminalität in London so enorm, dass die Straßen selbst am Tag nur mit größter Vorsicht begangen werden konnten. Sir Henry Fielding nahm sich dieses Problems an und stellte eine Straßenpatrouille auf. Die zuerst nur sechs Männer umfassende Gruppe, wurde nach dem ehemaligen Arbeitsplatz Fieldings, dem Londoner Polizeigericht „
Bow Street Court", als „
Bow Street Runners" bekannt. Diese Männer mischten sich in ziviler Kleidung unter die Menschenmassen und konnten schnell erste Erfolge verbuchen. Mit modernsten Waffen ausgestattet, stand die schnell wachsende Gruppe Tag und Nacht bereit, um binnen kürzester Zeit die Verfolgung eines Verbrechers im gesamten Stadtgebiet aufnehmen zu können.
Von den „
Bow Street Runners" stammt sozusagen die Idee des Zivilfahnders der Polizei ab. In englischen Ländern tragen diese Menschen den Titel des „
Detectives". Allerdings ist der
Privatdetektiv kein Mitglied der Polizei, sondern ein privater Ermittler, wie der Name schon sagt.
Die Gründung solcher privater Ermittlungsfirmen ist natürlich kein neues Konzept, allerdings sollte diese Art der Tätigkeit mit Allan Pinkerton Berühmtheit erlangen. Pinkerton gründete 1852 in Chicago „
Pinkerton's National Detective Agency". Diese war eine private Ermittlungsfirma, die ihre Dienste in der Kriminalitätsbekämpfung oder der Beschaffung von Informationen anbot. Schon bald nach der Gründung hatte die Firma den Ruf einer zivilen Bundespolizei, zu deren Klienten sogar der damalige Präsident Abraham Lincoln zählte.
Durch diese historischen Ereignisse erhielten die heutigen
Privatdetektive also ihren Namen, doch ihre Geschichte geht noch weiter. In Deutschland kann der
Beruf des Privatdetektivs auf die Gründung des „
Erkundungsbüros zur Wahrung kaufmännischer Interessen" 1860 in Stettin zurück geführt werden. Diese Detektei wurde von Händlern in Anspruch genommen, die wirtschaftliche Auskünfte über ihre Vertragspartner haben wollten. Dieser Gründung folgte eine wahre Flutwelle an Detektivbüros in den größeren deutschen Städten wie München, Hamburg und ganz besonders Berlin. Die damaligen Detektive waren meist ehemalige Polizeibeamte, die sich selbstständig gemacht hatten und die durch ihre Diensterfahrung und ihr kriminalistisches Gespür die nötigen Voraussetzungen für diesen Beruf besaßen. Doch der Einsatz der Detektive war nicht auf wirtschaftliche Bereiche beschränkt. Viele Klienten engagierten sie bei Ehescheidungen oder um herauszufinden, ob ihre Partner eine Affäre hatten.
1896 wurde, aufgrund der Masse an Detektiven, der „
Reichsverband Deutscher Detektiv-Institute" gegründet. 1925 gab es in Deutschland über 1300 Detekteien. In dieser Zeit erschlossen auch die deutschen Detektive, wie schon Pinkerton, den Personen- und Objektschutz als neues Aufgabengebiet. Während des dritten Reichs wurde die Arbeit verboten, erlebte aber im Nachkriegs-Deutschland einen großen Aufschwung und 1946 wurde wieder ein Dachverband gegründet. Aktuell geht man davon aus, dass in
Deutschland über 10.000 Privatdetektive als Ermittler und Kaufhausdetektive tätig sind.