Der Stern der Laufzeitverträge im Mobilfunkbereich scheint zu sinken. Waren vor einigen Jahren noch der überwiegende Teil aller Mobilfunkverträge Laufzeitverträge mit einer Vertragsbindung von 24 Monaten, nimmt der Anteil der Prepaid-Karten aktuell stetig zu. Laut einer Befragung des Instituts für Markt- und Sozialforschung (IFAK) benutzen bereits 39 Prozent aller Deutschen eine
Prepaid-Karte. 2008 lag dieser Anteil noch bei unter 35 Prozent.
Der Grund dafür dürfte in erster Linie bei den neuen, günstigen
Prepaid-Tarifen der Discounter liegen. Seit 2005 haben Simyo und Co. der Mobilfunkmarkt kräftig umgewirbelt und mit einfachen Tarifen immer mehr Kunden von Prepaid Karten überzeugen können. Die Tarife sind dabei in der Regel günstiger als ein normaler Laufzeitvertrag. Discounter wie DiscoTel oder Maxxim bieten beispielsweise Telefonieren oder SMS-Schreiben ab 8 Cent pro Minute bzw. SMS an. Mit einem normalen Vertrag liegen Kunden hier meistens bei 15 bis 19 Cent pro Minute oder SMS.
Mittlerweile gibt es im Prepaid Bereich auch ein umfangreiches Handyangebot. Discounter wie Congstar bieten zum Beispiel mehr als 100 Handys als Prepaid-Varianten an. Dabei steht
Prepaid Handy mittlerweile nicht mehr länger automatisch für Simlock. Insbesondere bei den Discountern werden die Geräte prinzipiell ohne Sperre ausgeliefert. Warum sollte man sie auch sperren - die Tarife sind meist günstig genug um die Kunden über den Preis zu binden. Eine elektronische Sperre ist damit nicht mehr nötig.
Nichtzuletzt dürfte der Erfolg der Prepaid Karte auch in der innovativen Vertragsgestaltung liegen. Kaum ein Anbieter kommt heute noch ohne eine zubuchbare
Prepaid Flatrate aus, meistens gibt es zwei oder drei Flatrate Varianten die ohne längerfristige Vertragsbindung zur Verfügung stehen.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass der Erfolg der
Prepaid-Karten auch weiterhin anhalten wird. Vielleicht gibt es 2010 ja bereits mehr Prepaid Karten als normale Laufzeitverträge.
Bastian Ebert