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Pornographie ist kein Ersatz für Sexualaufklärung

Autor: nonada | Erstellt am: 03.06.2010 | Gelesen: 879
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)

Teilnehmer der Tagung.
Teilnehmer der Tagung.
Unter dem Titel „Sexualitäten und Umwelt" trafen sich am Pfingstwochenende Sexualwissenschaftlerinnen und Sexualwissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Belgien, der Türkei, Spanien und Kanada in München, um sich über den Einfluss von Medien und sozialer Umwelt auf Vorstellungen und Praxis von Sexualität in ihren jeweiligen Ländern auszutauschen.

drj. Im Anschluss an das Symposion internationaler Sexualwissenschaftlerinnen und Sexualwissenschaftler am Samstag, fand am Sonntag, dem 23. Mai 2010, eine Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtserziehung DGG, Rektor Linus Dietz, und der Vizepräsidentin der DGSS, Prof. Dr. Karla Etschenberg, statt. Dabei kam auch das Thema frühzeitiger sexueller Aktivität von Kindern und Jugendlichen zur Sprache, die von zahlreichen deutschen Sexualpädagogen und Sexualwissenschaftler immer noch ausschließlich positiv bewertet wird.

Die DGG und DGSS lehnen diese Haltung jedoch entschieden ab. Im Unterschied zu den USA sei in Deutschland eine Art Normalisierungsdruck zu verzeichnen hin zu möglichst früher sexueller Aktivität, der nicht auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen basiere, sich aber unter dem Label "repressionsfreie Erziehung" auf breite Zustimmung verlassen könne. Hier gehe es mehr um die sexuellen Interessen von Erwachsenen als um die der Kinder und Jugendlichen, wie der Leiter der Konferenz, Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter, ausführte. Pornoportale wie Xhamster und Xvideos mit über 300.000 frei verfügbaren Filmen leisten der Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen zusätzlich Vorschub.

Das durch das bayerische Kultusministerium kürzlich erlassene Verbot, außerschulische Sexualberatungsstellen in die bayerischen Schulen einzuladen, wurde in diesem Zusammenhang als großes Problem für die nach wie vor vernachlässigte sexualpädagogische Ausbildung im Lehramtsstudium als auch die nicht existierenden Fortbildungsmöglichkeiten bezeichnet. Lehrer „Ahnungslos" könne es aber nicht richten.
 
 
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