Auch die Bibel, Gottes Wort ist nicht frei von Dichtung.Im Gegenteil -
christliche Gedichte gehören zur Heiligen Schrift ebenso dazu, wie historische Berichte oder Prophetie. Allein das Buch der Psalmen ist ein gutes Beispiel dafür. Insgesamt 150 von Gott inspirierte Texte geben hier in dichterischer bzw. in Liedform die Gefühlswelt des Psalmisten (wie David) wieder. Zum Bereich der Poesie und Weisheitsliteratur werden zudem Hiob, Sprüche, Prediger (Kohelet) und das Hohelied gezählt. Musik und Dichtkunst sind aus der Bibel nicht wegzudenken. Das setzt sich auch im Neuen Testament fort. Hier findet sich beispielsweise das „Magnifikat" der Maria, also der Lobpreis der Maria aus dem Lukasevangelium, Kapitel 1. Hier kleidet die Mutter Jesu ihren Lobpreis für den Herrn in ein Gedicht.
Auch das „Benedictus", der Lobpreis des Zacharias ist im selben Kapitel zu finden. Hier drückt der Vater von Johannes dem Täufer seine Freude in Reimform aus. Berühmt wurde das Hohelied der Liebe aus dem dreizehnten Kapitel des ersten Korintherbriefes. Der Apostel Paulus zeigt hier auf, dass die Liebe das höchste Gut ist, noch vor Glaube und Hoffnung. Ebenfalls von Paulus, dem großen Heidenapostel, stammt der Christushymnus aus dem Philipperbrief. In diesem Werk geht es darum, wie sehr sich Jesus Christus, der Sohn Gottes, erniedrigte um der Schuld der Welt willen. Im letzten Buch der
Bibel. Der Offenbarung des Johannes findet sich ebenfalls dichterische Darstellung, wenn beispielsweise die Engel singen: „Heilig, heilig ist der Herr, der Gott, der die ganze Welt regiert, der da war und der ist und der kommt" (Offenbarung 4,8b).
Autor: Eckart Haase