Laut Gisela Baumann-Hille, Leiterin der Artothek Erftstadt und Hauptorganisatorin der neuen Ausstellung im Lechenicher Stadthaus haben drei gute Gründe dazu geführt, die Werke von Franz Bahr im Stadthaus zu präsentieren: man hat es mit Objekten aus wertvollen Materialien zu tun, einem völlig neuen Blick auf die Herstellung von Skulpturen und einem bis ins letzte Detail konsequent durchdachten künstlerischen Programm.
Dieses künstlerische Programm zielt nach Baumann-Hilles Aussage auf pure Zweckfreiheit der Objekte ab. Zweckfreiheit ist nach ihr eines der obersten Ziele der Kunst überhaupt. Besonders deutlich wird diese Zweckfreiheit bei den metallenen Kissen, die optisch als solche erkannt werden, aber aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit nicht als Kissen zu benutzen sind. Dabei zeichnen sich die Arbeiten von Franz Bahr, einem gelernten Maschinenschlosser und Diplom-Kaufmann, durch eine Eigenschaft aus, die in der Kunst nicht oft zu finden ist: den Humor.
Auch Professor Anton Berger, ehemaliger Professor für Bildhauerei an der früheren Kunstakademie zu Köln und Lehrer von Franz Bahr zeigt sich begeistert von den Werken Bahrs: „In den Kursen der Kollegen wurden die klassischen Bereiche der Kunst abgedeckt, in meinem Kurs wurden Dinge gemacht, die am Rande lagen. Es wurde experimentiert. Und zu diesem Kurs gehörte auch Franz Bahr."
So verläuft der Herstellungsvorgang der Werke von Bahr in einem äußerst ernsthaften und technisch anspruchsvollen Arbeitsprozess. Das ästhetische Endergebnis lässt sich nur durch extreme Sorgfalt und materialgerechte Behandlung erreichen. Der Vorgang des Aufblasens zweier zuvor zusammengeschweißter Metallplatten trägt gleichermaßen ein spielerisches wie ein Präzision forderndes Moment in sich. Die Kunst besteht dabei darin, im richtigen Moment aufzuhören. Also dann wenn Inneres und Äußeres harmonieren. "Diese Skulpturen brauchen keine Masse mehr…" und „Luft als Form gebendes Medium ersetzt den Meißel, und zwar überall und gleichzeitig", so Franz Bahr selbst zu der Idee hinter seinen Werken.
Die Skulpturen, etwa aus Blech, Kupfer oder Edelstahl, kann man entweder in Innenräumen oder auch unter freiem Himmel aufstellen und sind käuflich zu erwerben. Preislisten liegen in den Ausstellungsräumlichkeiten aus.
Die Ausstellung ist vom 12. Juli bis 27. Juli 2008 im Lechenicher Stadthaus, Weltersmühle 1, mittwochs und samstags wie sonntags von 11 bis 13 und 16 bis 18 Uhr zu sehen

Foto Livia Tütt: Vorbesichtigung der Ausstellung: Bürgermeister Ernst-Dieter Bösche (v.l.),
Christine Bahr, Franz Bahr, Gisela Baumann-Hille und Professor Anton Berger STADT ERFTSTADTPRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEITLivia Tütt
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