PKV Wechsel sollte genau geprüft werden
Wann lohnt der PKV-Wechsel nicht?
Welche Krankenversicherung ist für mich richtig? Viele Versicherte stellen sich gerade in der aktuellen Situation diese Frage. Auf der einen Seite sorgen die Pleite der City BKK und Berichte über die finanzielle Notlage anderer gesetzlicher Krankenkassen für Verunsicherung. Auf der anderen Seite muss auch die PKV Kratzer am lange makellosen Image hinnehmen. Hier sind es vor allem stetig steigende Beiträge, welche die Zufriedenheit der Mitglieder nicht gerade anheizen.
Wer als Selbständiger, Beamter oder Arbeitnehmer die Wahl hat, sich zwischen beiden Formen der Krankenversicherung zu entscheiden, steht also großen Herausforderungen gegenüber. Die Zukunftsprognosen für GKV und PKV sind nämlich keinesfalls rosig. Es ist daher notwendig, die einzelnen Argumente sehr genau anzuwägen.
Wer kann sich privat absichern?
Grundsätzlich steht die private Krankenversicherung Selbständigen, Freiberuflern (mit Einschränkung) und Beamten offen, ohne dass das Einkommen berücksichtigt wird. Arbeitnehmer können sich erst dann im Rahmen einer privaten Assekuranz krankenversichern, wenn sie eine festgelegte Einkommensgrenze überschreiten. 2011 liegt die JAEG bei 49.500 Euro, wird aber immer wieder angepasst. Wer profitiert aber besonders von der PKV und wo lohnt sich der Wechsel nicht?
Beamte: Gewinner der PKV
Untersuchungen und Tests von Verbraucherorganisationen haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass insbesondere Beamte bzw. beihilfeberechtigte Personen zu den großen Profiteuren der privaten Krankenversicherung zählen. Der Grund: Speziell Beamte in einem unbefristeten Dienstverhältnis bleiben auch im Ruhestand verbeamtet. Der Anspruch gegenüber dem Dienstherren auf gesundheitliche Versorgung (Beihilfe) im Krankheitsfall bleibt bestehen.
Daher müssen auch Ruhestandsbeamte nur einen Bruchteil der Kosten absichern. Und gegenüber der „aktiven" Beamtentätigkeit fällt der Umfang der Beihilfe für Ruhestandsbeamte höher aus. Daher können sich Beamte über die PKV komfortabel absichern, ohne zu hohe Beiträge tragen zu müssen.
Wo lohnt die private Krankenversicherung nicht?
Beamte profitieren von der PKV. Aber es gibt auch die andere Seite. Wann ist von einem Wechsel in die PKV aber abzusehen? Die private Krankenversicherung wirbt immer wieder mit umfangreichen Leistungen und einem niedrigen Einstiegsbeitrag. Möglich macht dies eine vollkommen andere Berechnung der Prämien als in der GKV. Die private Krankenversicherung legt individuelle Risiken zugrunde. Aufgrund dieser Tatsache werden gerade Antragsteller mit bereits aufgetretenen Vorerkrankungen besonders kritisch betrachtet.
In diesem Fall muss entweder mit einer Ablehnung (Ausnahme: Basistarif aufgrund des Kontrahierungszwangs) oder Risikozuschlägen gerechnet werden. Letztere können den Einstiegsbeitrag massiv erhöhen und auch die finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherten schnell überdurchschnittlich belasten. Es gibt aber weitere Momente, in denen die private Krankenversicherung hinter der GKV zurückbleibt.
Nachwuchs ist für die werdenden Eltern immer ein besonderes Ereignis, aber auch mit viel organisatorischem Aufwand verbunden. Dazu gehört auch die gesundheitliche Absicherung. Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen (etwa wenn beide Eltern privat versichert sind) in die PKV eintreten. Allerdings fehlt in der privaten Versicherungswirtschaft ein Tarifmodell, welches mit der beitragsfreien Familienversicherung vergleichbar wäre. Eltern müssen in der PKV auch für ihren Nachwuchs einen Beitrag entrichten. Speziell in Familien mit mehreren Kindern entstehen auf diese Weise schnell Kosten, die weit über den Beiträgen der GKV liegen.
Fazit: Der Wechsel in die private Krankenversicherung kann sich lohnen. Allerdings raten Experten dazu, jede der möglichen Optionen sehr genau zu überprüfen. Nicht immer ist die PKV wirklich die bessere Wahl – trotz der vermeintlich umfassenderen Leistungen.