Eine gute Formel 1 Mannschaft ist nicht nur die bloße Geschwindigkeit.
Wenn man sieht, wie schnell die Boxenstops bei der Formel 1 ablaufen, bekommt man schon ganz automatisch eine gehörige Portion Respekt vor der Leistung jeder einzelnen, beteiligten Person. Was aber macht eine gute Mannschaft wirklich aus? Ist es nur die Geschwindigkeit?
Nein, eine gute Mannschaft bei einem Formel 1 Pit Stop zeichnet sich durch wesentlich mehr Eigenschaften als nur durch die bloße Geschwindigkeit aus. So ist es für eine gute Mannschaft z.B. unerlässlich, dass auch die Kommunikation untereinander absolut reibungslos klappt. Gibt einer der Piloten per Funk durch, dass irgendetwas an dem Auto nicht stimmt, zum Beispiel der Abtrieb durch den Frontflügel oder bei der Motorleistung, ist es von essentieller Bedeutung, dass die Anweisungen des Renningenieurs direkt und ohne Umwege umgesetzt werden. Manchmal ist es in diesem Zusammenhang einfach nur erstaunlich, wie schnell die Mannschaften die richtigen Teile raussuchen und sogar komplexe Änderungen innerhalb kürzester Zeit durchführen.
Von großer Bedeutung für eine gute Pit Stop Mannschaft ist aber auch die Qualität der verrichteten Arbeit. Schon oft gab es in der Formel 1 Fälle, wo Radmuttern nicht ordentlich festgezogen wurden oder wo vergessen wurde, den Tankschlauch (Tanken ist seit der Saison 2010 untersagt) aus dem Auto herauszuziehen. Beides führte meist zu schweren Unfällen, die so sicherlich durch mehr Qualität in der Arbeit zu verhindern gewesen wären. Genau aus diesem Grund schauen die Verantwortlichen bei einem Boxencrewtraining auch besonders stark auf die Qualität der verrichteten Arbeit und tauschen Mechaniker, die nicht den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen können, gnadenlos aus.
Sehr wichtig für einen Reibungslosen Boxenstop ist auch, dass sämtliche Autoteile direkt in der Box bereitliegen. Egal ob nun Bremsscheiben heißgelaufen, der Auspuff kaputt oder auch der Frontflügel weggerissen ist - jedes Teil muss binnen weniger Sekunden in der Box verfügbar und einsatzbereit sein. Problematisch wird dies manchmal bei Teilen, die gerade neu sind und die noch nicht in ausreichender Menge produziert wurden. So kam es schon häufiger vor, dass Piloten plötzlich mit einem "alten" Auto fahren mussten, weil die Ersatzteile der neuen Veränderungen noch nicht in ausreichender Menge verfügbar waren.
Um die Mannschaften direkt am Erfolg der Formel 1 Piloten zu beteiligen, haben die meisten Teams eine Art Bonussystem eingeführt, bei dem jeder Mechaniker für jeden WM-Punkt einen bestimmten Geldbetrag ausgezahlt bekommt.