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Piratenmuseum in Madagaskar

Autor: PRIORI | Erstellt am: 12.11.2009 | Gelesen: 1674
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Das Museum beleuchtet die Seepiraterie bis in die heutige Zeit mit Schwerpunkt bei der Piraterie in Madagaskar. Gestreift werden auch die neuen Formen der Piraterie.

Piratenschiff vor Madagaskar
Piratenschiff vor Madagaskar
Das Museum in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, eignet sich sehr gut, um zu Beginn einer Reise durch Madagaskar eine historische Komponente zu erleben. Denn zwischen 1680 und 1720 befanden sich zahlreiche Piratennester entlang der madagassischen Küste. Dort fanden die Piraten Holz und Wasser, Nahrungsmittel und eine freundliche Bevölkerung. Auf Jaged gingen sie weiter nördlich: genau dorthin, wo die heutigen Somali-Piraten aktiv sind.

Das Piratenmuseum in Antananarivo zieht einen grossen Bogen entlang dem Piratenthema. Schon in der Antike segelten Piraten im Mittelmeer, Rom mobilisierte eine ganze Armee gegen sie. Die Seepiraten der Wikinger waren ebenso gefürchtet wie später die Piraten der Karibik oder die straff organisierten chinesischen Dschunkenpiraten. Das Museum beleuchtet die Seepiraterie bis in die heutige Zeit mit Schwerpunkt bei der Piraterie in Madagaskar. Gestreift werden auch die neuen Formen der Piraterie: Produktdiebstahl, illegales Kopieren von Musik, Filmen und Software wie auch der Diebstahl von geistigem Eigentum. Das Museum wird vom schweizerisch-madagassischen Reiseveranstalter PRIORI unterhalten.

Die Piratenangriffe rings um Somalia haben, trotz dem Einsatz von Kriegsschiffen, eine neue Dimension erreicht. Fast täglich werden Frachtschiffe entführt und erst gegen horrende Lösegelder freigelassen. Der westliche Indische Ozean ist zum Hotspot der neuen Piraterie geworden.

Das war vor 300 Jahren auch schon so. Doch die Gründe dazu lagen nicht in Krieg und Armut an Somalias Küsten, sondern weit weg in der Karibik. Im 16. Jahrhundert dominierten die Spanier die Meere und ihre erbeuteten Schätze aus Mittelamerika zogen die Gier der jungen Seefahrermächte auf sich: Frankreich, England und die Niederlande. Diese unterstützten aktiv die Beutezüge von Piraten gegen die Spanier. Die Freibeuter konnten sich auf das Wohlwollen dieser Mächte stützen, solange sie Jagd auf die Spanier machten. Die Karibik  wurde jedoch immer mehr zum Tummelfeld staatenloser Krimineller, die unter der Piratenflagge Schiffe jeglicher Nation angriffen. Als sich England mit Spanien aussöhnte, waren die Piraten nur noch lästige Störenfriede. Sie wurden durch Amnestien und die Vergabe von Siedlerland vom Meer weggelockt. Störrische Übeltäter wurden gehenkt oder verjagt. Zwischen 1680 und 1720 flohen die Piraten in den Indischen Ozean, auf der Suche nach lohnender Beute und einem sicheren Hafen. Die Beute fanden sie im nördlichen Indischen Ozean, wo moslemische Schiffe reichbeladen zwischen Indien und dem Roten Meer verkehrten. In Madagaskar fanden sie hingegen Naturhäfen, genug Holz für Schiffsreparaturen, Essen und Wasser im Überfluss und eine friedliche Bevölkerung. So kam es, dass zahlreiche Piratenhorte entlang der madagassischen Küsten entstanden. Es soll sogar die freiheitsliebende Piratenrepublik Libertalia gegeben haben.
 
Um 1720 war der Spuk vorbei: die britische Marine machte konsequent Jagd auf Piratenflotten. Ebenso aber wurden die Hehler und Hintermänner ausgeschaltet. Denn ohne sie war das geraubte Gut für die Piraten wertlos. Zudem wurde den Piraten im Rahmen einer Amnestie ein Leben in Legalität ermöglicht. Mehr dazu unter www.piratenmuseum.ch

Franz Stadelmann
 
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Anita am 13.11.2009
Schönes Museum! Gratulation. Ich habe vom Museum in der Flugbroschüre auf dem Hinweg nach Madagaskar gelesen und dann gleich besucht. Liegt ja keine fünf Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Gut aufgemacht. Und die Museumsführerin spricht sogar deutsch. Alle Achtung..







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