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Piercing-Schmuck - Eine Betrachtung des Piercings

Autor: drachensilber | Erstellt am: 31.03.2010 | Gelesen: 1833
Kategorie: Lifestyle - Mode & Schmuck | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Eine Geschichte über das piercen, vom Urvolk ins Piercing Studio

Piercingspirale
Piercingspirale

Von dem verunzierten Bankangestellten...

Was einst in der zivilisierten Welt als ausgerottet galt, ist inzwischen, in genau der, zum Massen Phänomen geworden. Selbst als Protestsymbol taugt ein Piercing nicht mehr. Eine Betrachtung des Piercings auf dem Weg in die Großstadt.

In seinem Buch ,,Sitten der Völker" schrieb der Völkerkundler Georg Buschan schon 1922: ,,Ohren und Nasen werden vielfach und in abenteuerlicher Weise durchbohrt und mit Scheiben und Ringen verunziert". Auf der ganzen Welt fanden Forscher und Entdecker dafür Beispiele beim forschen und entdecken.

Während die einen glaubten diese Art von Schmuck sei in der zivilisierten, westlichen Welt endgültig ausgerottet worden, brachten ihn andere, die Hippies nämlich, Mitte der 1960er Jahre, von ihren Reisen aus Afrika und Indien an Ohren und Nasen wieder mit in die westlichen Großstädte. Bis dahin war das Tragen von Ohrringen nur Frauen und Zimmerleuten auf der Walz vorbehalten (und vielleicht noch dem schwulen linken Ohr).

Anfang der1980er Jahre übernahm eine Jugendkultur den Schmuck in Nase und Ohren. Die Punker. Ende der 80er Jahre folgte dann die Technoszene. Inzwischen war der Schmuck größer, bunter, ausgefallener und hatte plötzlich auch einen Namen: Piercing Schmuck. (mit Piercing ist übrigens nur das Loch an sich gemeint, nicht der Schmuck für selbiges) Und auch was vorher nur in der Sado- Maso-Szene, gebräuchlich war, nämlich Intimpiercing, wurde immer populärer.

Heute ist aus dem Protestsymbol von einst ein simples, viel getragenes Schmuckstück geworden. Das Volk pilgert in gut ausgestattete Piercing Studios mit hoch modernem Equipment, in fast jeder Kleinstadt vorhanden, und lässt sich feinsten Schmuck aus teuren Edelmetallen einsetzen. Und wer sich das nicht traut, der greift eben einfach zum Fake Piercing.

Unendlich schmerzfrei und täuschend echt. Aber ein klein wenig peinlich. Allerdings gibt es noch immer Orte, an denen ein Gesichtspiercing unerwünscht ist. Manch einer musste nach seiner Berufswahl auf seinen Schmuck im Gesicht verzichten. Oder schon mal einen Bankangestellten mit Lippenpiercing gesehen?

Bleibt die Frage: ,,Alles nur eine Mode Erscheinung?". Wird die Menschheit später mal mit dem Kopfe schütteln oder kann man dann auch Menschen mit Metall im Gesicht hinterm Bankschalter stehen sehen?

Sid Kroker
 
 
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