Eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung auf dem Dach ist eine Super Sache. Sie ist umweltfreundlich, erzeugt kein CO2, arbeitet geräuschlos und der Betreiber verdient damit Geld. Leider keine „
Ackermannsche“ 25 %, jedoch eine auf zwanzig Jahre angelegte solide Rendite von ca. 10 % p. a. vom Invest. Sollte man glauben. So werden PV-Anlagen teilweise auf alten (Uralt) Dächern verbaut, die die nächsten Monate und Jahre nicht überstehen.
Szenario: Eine PV-Anlage wird auf ein Ziegeldach aufgebaut, das schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Nach einiger Zeit wird das Dach undicht. An einigen Stellen dringt Wasser ein. Eine normale Dachreparatur kann nicht durchgeführt werden. Die Anlage muss ganz oder teilweise demontiert werden, was ein nicht unerheblicher Kostenfaktor darstellt. Nach der Reparatur wird die Anlage wieder montiert. Sehr gut, alles dicht, die Anlage läuft. Der nächsten Winter, das gleiche Spiel. Ihr Dach ist undicht. Jetzt haben Sie die Faxen dicke und rufen Ihren Dachdeckermeister, der sich das Unheil ansehen soll. Dieser verfällt in einen Lachkrampf, was bei Ihnen das Wasser in die Augen treibt, spätestens dann, wenn Sie die Kostenaufstellung sehen.
Fazit, das alte Dach muss runter, so auch die PV-Anlage. Gesagt, getan. Photovoltaikanlage abbauen, Dach nach EnEV (Energie Einspaar Verordnung) neuester Stand 2009 sanieren, PV-Anlage montieren. Allein diese Kosten für Abbau und Wiederaufbau der Anlage können Ihre Renditeerwartungen auf Null oder gar in den tiefen Minusbereich setzten.
Deshalb: lassen Sie sich vor jeder Baumaßnahme auf dem Dach, auch Flachdach, immer von dem Dachdeckermeister ihres Vertrauens beraten. Diese kann Ihnen über die Haltbarkeit der Eindeckung und auch über die statische Belastbarkeit des Daches Auskunft geben. Nicht selten übernimmt Ihr Dachdeckermeister auch die Montagearbeiten der Photovoltaik-Anlage. Der Dachdecker hat Erfahrung, denn es ist sein täglicher Arbeitsbereich. Warum geben Sie Ihr Auto in ein Kfz - Reparaturwerkstatt und nicht in eine Schneiderei oder Metzgerei?
In der „Solarbranche" springen viele selbsternannte „Fachleute" herum, die beim genaueren hinsehen vor wenigen Tagen oder Wochen noch Schnürsenkel, Zeitungen oder Staubsauger verkauf haben. Bei vielen geht es hier nur ums verkaufen. Fachliche Beratungen, Fehlanzeige.
Es hat sich mittlerweile auch beim Laien herumgesprochen, dass auf asbesthaltigen Dachdeckungen nichts aufgebaut werden darf. Und trotzdem baut die „Solarmafia", ungeachtet aller Verbote und Gesetzt, PV-Anlagen im großen Stiel auf Hallen und Scheunen mit Asbestzement Platten. Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber es wird mit Sicherheit noch ein böses Erwachen geben, für Auftragnehmer und Auftraggeber. Der Rückbau und die Sanierung übersteigt bei weitem den Ertrag. Geldstrafen nicht mitgerechnet.